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Segeln im Müll – Rios Olympia-Bucht immer umstrittener

Im olympischen Segelrevier von Rio kann einem das Grausen kommen Im olympischen Segelrevier von Rio kann einem das Grausen kommen
Eigentlich steht die Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro für eines der berühmtesten Ansichtskartenmotive der Welt mit dem Zuckerhut im Hintergrund. Im August sollen hier die Olympischen Segelwettbewerbe stattfinden, doch die Bedingungen sind teilweise katastrophal, das Wasser ist nach wie vor verdreckt und belastet.

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Und es gibt neue Negativschlagzeilen. Ein der Zeitung “O Globo” zugespieltes Bild eines Männerarms inmitten einer schäumenden Brühe ist die neueste Hiobsbotschaft aus dem Segelrevier Rios.

“Mein Arm ist es nicht”, kommentiert der deutsche Paralympics-Segelsieger Heiko Kröger den gruseligen Fund mit Galgenhumor. Der Goldmedaillengewinner von 2000, der ohne linken Unterarm geboren wurde und in diesem Sommer in Rio erneut um paralympisches Edelmetall segeln will, hatte erst vor wenigen Tagen selbst mit einem verstörenden Film für Aufmerksamkeit gesorgt. Der 49-Jährige hatte bei einem Training Ende Februar eine Kamera mitlaufen lassen. Die Aufnahmen zeigen die starke Müllbelastung des geplanten Olympia-Reviers. 

Vor einem Jahr hatte ein Foto von Olympiasieger und America’s-Cup-Skipper Nathan Outteridge und seinem 49er-Vorschoter Iain Jensen für Ekel gesorgt. Es zeigt das australische Duo, wie es im Training versucht, einem im Wasser treibenden toten Hund auszuweichen. Mehrere Wasseruntersuchungen hatten eine extrem hohe Belastung des Olympiareviers mit Viren und Keimen ergeben. 

Feuerwehrleute entdeckten nun auch noch eine männliche Leiche in dem Gewässer. Am Wochenende beerdigten Umweltaktivisten symbolisch die Guanabara-Bucht. Längst schon haben sich die Organisatoren vom Versprechen einer vollständigen Säuberung verabschiedet, betonen aber, es werde kein Gesundheitsrisiko für die Segler geben.

Im September 2015 war jedoch der Deutsche 49er-Steuermann Erik Heil nach einer olympischen Testregatta mit schweren Entzündungen an Beinen und Hüfte erkrankt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Laborproben ergaben, dass ein multiresistenter Keim Auslöser der teils Zentimeter tiefen und schwer heilenden Wunden war.

Der Druck für die Olympiamacher ist enorm: In den nächsten Monaten wird unter anderem das Internationale Olympische Komitee (IOC) eigene Wassertests durchführen lassen – sie könnten schlecht ausfallen. Denn die Bucht ist riesig, es ist die Einfahrtstraße der Containerschiffe in den Hafen und von überall her werden Abwässer eingeleitet.

Die Organisatoren der Olympischen und Paralympischen Spiele im August und September wollen mit Barrieren und Spezialbooten versuchen, zumindest das Segelrevier in der Bucht einigermaßen sauber zu bekommen. Aber was passiert, wenn Olympia vorbei ist? Viele Fischer haben ihre Existenzgrundlage verloren – und ein umfassendes Konzept zur Rettung der Bucht liegt bisher nicht vor.

Hier schwimmt aber ohnehin kein Bewohner Rios. Im Wasser treiben Unmengen an Müll, auch Tierkadaver, Fäkalien, Ölfilme sind immer wieder zu sehen – und es stinkt. Erst im Jänner wurden mehrere Tonnen tote Fische angespült. Bürgermeister Eduardo Paes lehnt eine Verlegung in das 190 Kilometer nördlich gelegene Segelrevier von Buzios dennoch ab, die Segelverbände ins Spiel gebracht hatten.



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