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Spielfilm über Trapp-Familie “so authentisch wie möglich”

Die neue Trapp-Familie Die neue Trapp-Familie
Der neue, internationale Spielfilm über die weltberühmte Trapp-Familie, der derzeit in Salzburg gedreht wird und auf der Autobiografie der ältesten Trapp-Tochter Agathe basiert, soll “so authentisch wie möglich sein”, sagte am Montag Regisseur Ben Verbong. “Es ist eine sinnlich-psychologische Geschichte. Langsam drängt sich auch die politische Dimension auf.”

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Die Historie der Trapp-Familie, die vor dem Zweiten Weltkrieg in Salzburg lebte und schließlich vor den Nazis in die USA flüchtete, wurde vor 50 Jahren durch den Hollywood-Klassiker “The Sound of Music” weltbekannt. Der aus Sicht der Maria von Trapp gedrehte Film bediente viele Klischees und ließ Konflikte innerhalb der Familie unbeleuchtet. In dem neuen Kinofilm “The Trapp Family – A Life Of Music”, produziert von Herbert G. Kloiber und Rikolt von Gagern und basierend auf dem Drehbuch von Tim Sullivan und Christoph Silber, werden die Schicksalschläge der Familie in einer modernen Story verpackt.

Im Fokus steht eine Patchworkfamilie: “Die Problematik, wenn die Mutter stirbt. Wie verarbeiten die Kinder das?”, schilderte der Regisseur in einer Drehpause im Cafe Glockenspiel, das im Besitz der Familie Kloiber ist. Die Familie Trapp hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Maria von Trapp (gespielt von Yvonne Catterfeld), die neue Frau von Georg von Trapp, Vater von sieben Kindern, der nicht in Hitlers Wehrmacht dienen wollte, war auch nur vier Jahre älter als sein ältester Sohn. Die Beziehung von Tochter Agathe (Eliza Bennett) zu ihrer Stiefmutter und auch zu ihrem Vater war nicht immer einfach.

“Zuerst dachte ich mir: Die Trapp-Familie, muss das noch sein? Aber als ich das Drehbuch gelesen habe und gemerkt habe, da wurde ein modernes Thema aufgegriffen, war ich sofort dabei. Dieser Film ist eine andere Erzählung als all die anderen Filme”, sagte Verbong. Georg von Trapp (Matthew Macfadyen) sei ein stattlicher, österreichischer Mann gewesen, der alles verloren habe, seinen Job, seine Frau, sein ganzes Kapital. “Er hat aber seine Würde nicht aufgegeben. Um das geht es in diesem Film.” Agathe habe ihre Autobiografie sehr dezent geschrieben, man müsse im Buch zwischen den Zeilen lesen, um die Problematik zu erkennen. “Aber ohne Konflikte gibt es kein Drama”, meinte Verbong.

Cornelius Obonya, der den – vom Nationalsozialismus begeisterten – Chauffeur von Georg von Trapp darstellt, verwies bei dem Pressegespräch auf aktuelle, politisch motivierte Zwischenfälle: In der Stadt Salzburg seien sogenannte Stolpersteine und Mahnmale in Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes geschändet worden. Mit dem Film soll auch aufgezeigt werde, was passiert, wenn man das geschehen lässt, sagte Obonya. Am Montag wurde auf dem Residenzplatz eine politische Szene gedreht: Ein Plakat mit einer politischer Parole wurde heruntergerissen, Chauffeur Konrad gerät in einen Disput mit Agathes linksorientieren Jugendfreund Sigi (Johannes Nussbaumer). Agathe kämpft um seine Liebe, sie hat Angst um ihn und muss sich immer mehr mit den bedrohlichen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzen.

In den bisherigen Verfilmungen habe Maria von Trapp nicht der Realität entsprochen, sagte Yvonne Catterfeld. “Das war Schönmalerei. Wir versuchen den Film so authentisch wie möglich zu erzählen. Die Geschichte ist sehr emotional, die Szenen sind klein gehalten, kammerspielartig, das mag ich.” Für Eliza Bennett, die Agathe im Alter von 16 bis 24 spielt, bedeutet die Rolle eine Herausforderung. “Agathe macht vieles durch. Sie verliert ihre Mutter, sie verliert ihre Identität.” Auch die Musik der Trapp-Familie ist ein Thema im Film: Opernsängerin Annette Dasch schlüpft in die Rolle der berühmten Sängerin Lotte Lehmann, welche die musikalische Begabung der Familie unterstützt hat.

Der Film ist ein Herzensprojekt von Kloiber, der seit 35 Jahren in Salzburg lebt und mit von Gagern schon einige Filmprojekte realisiert hat. Die Finanzierung für den Trapp-Film war 2013 zusammengestellt, die Produktionskosten betragen rund sechs Millionen Euro. Das internationale Interesse daran ist offenbar groß, der Film sei an Amerika, Kanada und Japan verkauft, sagte Kloiber. Gedreht wird seit April bis Mitte Juni, vorwiegend in der Stadt Salzburg und Salzburg-Umgebung (insgesamt drei Wochen), aber auch in Oberösterreich und Bayern. In Salzburg wurde beispielsweise in der Kirche von Mülln, im Mirabellgarten, auf einer Alpenstraße und auf der Dachterrasse des Cafe Glockenspiel gedreht. Auch wenn die Orte nicht den Originalschauplätzen entsprächen, “für mich sind das alles authentische Plätze”, betonte der Regisseur.

Der Kinostart ist im Winter 2015/16 geplant, die Kinopremiere soll im November im Salzburger Mozartkino über die Bühne gehen. Der Film ist eine Produktion von Clasart Film in Zusammenarbeit mit ORF und Concorde Media. Gefördert wird das Projekt vom FilmFernsehFonds Bayern, Filmstandort Austria FISA und Filmförderung Salzburg. Das Land Salzburg stellt 100.000 Euro bereit. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zeigte sich erfreut, dass der Film die zeitgenössische, politische Thematik aufgegriffen hat. “Die Ausweglosigkeit einzelner Lebensbiografien aufzuarbeiten ist eine große Aufgabe.”



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