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Startenor Alagna verzichtete auf Scala-Rückkehr

Wenige Tage nach seinem Debüt als neuer Scala-Intendant muss der einstige Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, eine Enttäuschung hinnehmen. Verhandlungen mit dem Startenor Roberto Alagna für dessen Rückkehr in das Mailänder Opernhaus sind wegen der Sorge des Sängers vor Buh-Rufen im renommierten Theater versandet.

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Vier Mal habe er Alagna in den letzten Wochen getroffen, um über die Rückkehr des Künstlers nach Mailand zu verhandeln, berichtete Pereira in einer am Freitag veröffentlichten Presseaussendung. Der Tenor hatte nicht mehr im Mailänder Opernhaus gesungen, seit er 2006 bei der Saisoneröffnung mit “Aida” aus Protest gegen die Pfiffe des Publikums die Bühne verlassen hatte.

Mit Alagna habe er unter anderem über einen möglichen Auftritt bei der Tosca, sowie bei Massenets Werther in Form eines Konzerts am 23 und 25 November anlässlich einer Hommage an Georges Prêtre zu seinem 90. Geburtstag verhandelt. Außerdem hätte Alagna als Protagonist einer neuen Opernaufführung im Herbst 2016 auftreten sollen. Bei der Veröffentlichung des Programms für die Saison 2014-2015 hatte Alagna die Projekte bestätigt.

Anfang Juli hatte der französische Tenor mit italienischer Staatsbürgerschaft jedoch bei einem zweiwöchigen Aufenthalt in Mailand mehreren Aufführungen in der Scala beigewohnt. “Er war negativ davon beeindruckt, dass alle Aufführungen Objekt scharfer Kritik waren. Angesichts dieser Tatsache hat Alagna auf seine Rückkehr an die Scala verzichtet”, hieß es in der Presseaussendung.

Pereira betonte, er bedauere Alagnas Beschluss, er werde sich jedoch weiterhin für eine Rückkehr der wichtigsten internationalen Sänger an die Scala bemühen. Es sei zwar legitim, die Auftritte zu kritisieren, dabei müsse man jedoch stets Respekt für die Künstler, das Theater und die anderen Zuschauer bewahren, berichtete Pereira.

Pereira hat schon öfters einen Appell an die anspruchsvollen “Loggionisti”, die berühmt-berüchtigten Habitués der Mailänder Oper, gerichtet, die oft mit ihren Buhrufen und Pfiffen das Klima im legendären Theater vergiften. Sie gelten als “Hooligans” der Scala. Die “Loggionisti” werden so genannt, weil sie jeweils auf den obersten zwei Rängen, im legendären “Loggione”, über die Balustrade gebeugt, standen . Sitzplätze gibt es nur in den Logen auf den unteren vier Rängen der Scala.

Die Ära Pereira an der Scala begann am 1. September. Nach dem Ende seines Vertrags als Intendant der Salzburger Festspiele übernahm der 66-jährige Kulturmanager das Ruder des Mailänder Opernhauses anstelle des Franzosen Stephane Lissner, der nach sieben Jahren in Italien zur Opera de Paris gewechselt ist.



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