16. Juni 2012 18:49; Akt.: 16.06.2012 18:49

Stufenplan für Schulschwänzer geplant

Schmied plant 440 Euro Strafe für Schulschwänzen. Schmied plant 440 Euro Strafe für Schulschwänzen. - © APA
Derzeit gibt es in Österreich keinen einheitlichen Umgang mit Schulschwänzern, wie eine der APA vorliegende Studie im Auftrag des Unterrichtsministeriums zeigt.

alt Korrekturen melden

Ein von Ministerin Claudia Schmied (S) vorgelegter Entwurf soll nun genau regeln, ab wie vielen Fehlstunden die Schule eingreifen muss.

Schule schwänzen kommt künftig teuer

Ein Stufenplan legt fest, wann welche Institutionen eingebunden werden müssen. Außerdem ist die Anhebung der Strafe für Eltern von notorischen Schulschwänzern von derzeit 220 Euro auf 440 geplant. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (V) beurteilte den Vorschlag zwar prinzipiell positiv, fordert aber gegenüber der APA für Fälle von “Bildungsraub” eine Strafe von 1.500 Euro. Außerdem brauche es mehr statistische Daten und Motivforschung zu Schulschwänzern.

Das sieht der Stufenplan vor

Konkret sieht der der APA vorliegende Entwurf vor, dass nach zehn unentschuldigten Fehltagen bzw. 60 -stunden bei einem verpflichtenden Gespräch von Schülern, Eltern und Lehrer schriftlich Schritte zur Verbesserung der Situation vereinbart werden. Zeigt sich innerhalb von vier Wochen keine Verbesserung, werden Schulpsychologen oder -sozialarbeiter hinzugezogen und eine adaptierte Vereinbarung geschlossen. Nach weiteren vier Wochen ohne Verbesserung wird die Schulaufsicht eingeschaltet und Schüler und Eltern über die Folgen weiterer Schulpflichtverletzungen informiert. Bei “Verdacht auf Kindeswohlgefährdung” wird schließlich die Jugendwohlfahrt informiert, die sich verpflichtend mit der Schule austauschen soll. Erst wenn es weiter zu Schulpflichtverletzungen kommt, soll im letzten Schritt die Strafe von 440 Euro zu zahlen sein, wobei auch danach weiter Begleitung und Betreuung der Jugendlichen vorgesehen ist.

Kurz verlangt bei “Bildungsraub” 1.500 Euro Strafe

Kurz zeigte sich zwar “sehr zufrieden”, dass im Entwurf ein bundeseinheitliches Vorgehen, viele seiner Vorschläge wie die verpflichtenden Elterngespräche und Mechanismen wie das Beiziehen von Psychologen verankert seien und die Strafhöhe angehoben wird. Bei “Bildungsraub”, wenn zum Beispiel ein Vater entscheidet, seine achtjährige Tochter nicht mehr in die Schule gehen zu lassen, sollte die Strafe jedoch bei den von Kurz ursprünglich als generelle Strafhöhe vorgeschlagenen 1.500 Euro liegen. Zusätzlich sieht er Bedarf nach mehr Daten: “Es sollte ganz klar in einer Behörde österreichweit zusammenlaufen, wie viele Fälle es gibt. Dann kann man auch eine Motivforschung betreiben.”

Bei Strafen “mit sehr viel Augenmaß vorgehen”

In Schmieds Büro betont man gegenüber der APA zwar, dass die Schulpflicht ein sehr hohes Gut sei und man schauen müsse, dass jedes Kind sie auch wahrnehmen kann. Bei Strafen müsse man allerdings mit sehr viel Augenmaß vorgehen, denn existenzgefährdende Strafen wie die von Kurz vorgeschlagenen 1.500 Euro könnten zu einer sozialen Gefährdung von Familien führen. Und auch bei der Forderung nach mehr Daten zeigt Schmied sich skeptisch: Die Entscheidungsträger und Zuständigen bräuchten natürlich Informationen als Entscheidungsgrundlage. “Aber wir wollen keinen Big-Brother-Staat. Da muss man sehr aufpassen. Und schon gar nicht wollen wir, das einzelne Kinder vorgeführt werden”, so Schmied laut ihrem Sprecher.

(APA)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf austria.com
Grüne erfragen Status quo bei U-Ausschuss-Causen
Die Grünen feilen weiter an ihrem Wahlkampf-Image der Korruptionsbekämpfer. Sie wollen von Justizministerin Karl [...] mehr »
Ecuadors Präsident Correa wurde vereidigt
Ecuadors Staatschef Rafael Correa ist für eine zweite Amtszeit vereidigt worden. Der linksgerichtete Wirtschaftsexperte [...] mehr »
Stockholm erlebt sechste Nacht der Gewalt
Die Krawalle in der schwedischen Hauptstadt Stockholm haben sich auch in der Nacht zum Samstag fortgesetzt. Wie die [...] mehr »
US-Behörden befürchten iranische Cyber-Sabotage
Iranische Hacker haben sich laut einem Zeitungsbericht Zugang zu Software verschafft, mit der sie amerikanische Öl- und [...] mehr »
330.000 Besucher bei Lange Nacht der Kirchen
Knapp 330.000 Menschen haben am Freitag laut Veranstalter die Lange Nacht der Kirchen besucht, das sind 10.000 mehr als [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Herbstkollektion von Popp & Kretschmer präsentiert

Forever 21: Die aktuellen Shorts-Trends

Probleme bei Anreise zum Life Ball: Stars kämpften sich nach Wien

Cavalli und weitere Stargäste in Wien eingetroffen

Die Prinzessin und der Geschäftsmann: Madeleine von Schweden heiratet


Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung