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Suche nach der Wahrheit: Verwirrung um Norbert Hofers Israel-Reise

Norbert Hofer lässt die Gemüter hochgehen. Norbert Hofer lässt die Gemüter hochgehen. - © APA/Georg Hochmuth
Norbert Hofers Israel-Reise im Juli 2014 beziehungsweise das, was der FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat dort erlebte, ist derzeit Gegenstand einer heftigen Diskussion in der Öffentlichkeit und auf Social Media.

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Wieder gefasst haben sich die beiden Kandidaten für die Stichwahl um das Bundespräsidentenamt im letzten Zusammentreffen im Fernsehen gegeben. Im Gegensatz zur streckenweise entgleisten Konfrontation auf ATV verlief das diesmal moderierte ORF-Duell Donnerstagabend moderat. Überraschungen blieben aus, Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen lieferten keine neuen Antworten auf bekannte Fragen.

Die Aufarbeitung der Geschehnisse vom Pfingstsonntag machte auch gleich den Beginn der Konfrontation im öffentlich-rechtlichen aus. ATV hatte die beiden Kontrahenten ohne Moderation und inhaltliche Vorgaben ins Studio gesetzt, was in einen teils untergriffigen Streit mündete. Unter der Aufsicht von ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher zeigten nun beide Kandidaten Reue. “Wir sind entgleist, lassen wir es dabei stehen”, meinte Van der Bellen. “Wenn man zwei Gladiatoren in einer Arena stellt, kann schon passieren, dass beide etwas heftiger miteinander diskutieren”, bemühte Hofer zumindest einen martialischen Vergleich.

Was sich seit dem letzten Zusammentreffen geändert hat ist die Angelobung einer neuen Regierung. “Ich fand die Eröffnungsrede von (Bundeskanzler, Anm.) Christian Kern (SPÖ) sehr gut. Ich finde, sie verdienen einen Vertrauensvorschuss”, meinte Van der Bellen. Auch Hofer gab sich zahm: “Mir ist wichtig, dass die Regierung jetzt arbeitet.” Die folgenden rund 100 Minuten dienten großteils der Bestärkung inhaltlicher Positionen. Hofer versuchte – etwas entnervt – auf die erneute Frage nach seinem Amtsverständnis, seine Grundsätze bei der Angelobung bzw. Nicht-Angelobung von Regierungen zu erklären.

Norbert Hofer und die Israel-Reise

Emotional reagierte der freiheitliche Kandidat erst, als sein Bericht von einem Israel-Besuch infrage gestellt wurde, wonach auf dem Tempelberg in seiner Anwesenheit eine Frau erschossen worden sein soll. Dem Kandidaten war eine Aussage des dortigen Polizei-Sprechers vorgehalten worden, im Juli 2014 sei es zu keinem derartigen Vorfall gekommen. “Wenn jetzt wirklich versucht wird mir vorzuwerfen, ich hätte die Unwahrheit gesagt, dann werde ich mich auch wirklich wehren”, meinte Hofer erbost. “Das sind Dinge, die ich mir nicht gefallen lasse.”

ORF-Journalist Armin Wolf legte noch in der Nacht auf Freitag in einem umfangreichen Facebook-Posting eine umfrangreiche Recherche zum Thema offen.

Wieder ruhiger verlief der Rest des Fernsehabends. Hofer würde sich vorrangig um Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft kümmern, Van der Bellen um alle. Der Grüne schätzt den österreichischen Schmäh, sein blauer Kontrahent die Gemütlichkeit im Land. Beide Kandidaten akzeptieren Kruzifixe in Klassenzimmern, unvorstellbar für Hofer wie Van der Bellen ist die Wehrpflicht für Frauen. Selbstsicher gaben sich beide Kandidaten im Glauben, Präsident des jeweils anderen zu werden. “Ich werde mich freuen, den Dritten Nationalratspräsidenten bei mir in der Hofburg begrüßen zu dürfen”, meinte Van der Bellen, was Hofer mit einem Lachen quittierte.



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