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Supermärkte leugnen “Butternotstand” – Nachfrage in Asien lässt Preise hier steigen

Lokalaugenschein bei Billa: Knappheit nur bei einzelnen Butter-Marken Lokalaugenschein bei Billa: Knappheit nur bei einzelnen Butter-Marken - © VIENNA.at
Die Billa-Mutter Rewe rudert zurück, was die Butter-Causa betrifft. Der Konzern hatte seine Kunden am Wochenende über mögliche Lieferengpässe bei Butter informiert – davon seien aber, wenn überhaupt, nur einzelne Marken betroffen. “Es wird nicht zu dem Fall kommen, dass gar keine Butter verfügbar ist”, heißt es von Rewe am Montag.

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Auch Spar will die Konsumenten beruhigen. Die Molkereien hätten zwar Lieferschwierigkeiten, es sei aber “noch alles da”. “Es ist zu erwarten, dass manche Marken manchmal nicht da sind”, sagte Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann im Hinblick auf die bevorstehende Backsaison.

Butterengpass – Knappheit ein europäisches Problem

Sollte die Lieblingsbutter mal kurzfristig nicht im Regal stehen, könne man zu einer anderen Marke greifen. Keinen Butterengpass gibt es nach eigenen Angaben momentan bei Hofer.

Mit einer raschen Erholung im Herbst und Winter rechnet man bei Spar und Rewe aber nicht. “Da wird es dann eben weniger oder keine Aktionen geben”, so Berkmann. Das Problem mit der Knappheit sei aber ein europäisches und betreffe den gesamten Lebensmitteleinzelhandel, heißt es vom Rewe-Konzern mit Billa, Merkur, Penny und Adeg.

Höhere Butter-Nachfrage in Asien lässt Preise in Europa steigen

Die steigenden Butterpreise und Berichte über mögliche Lieferengpässe sind ein weltweites Phänomen. “Die starke Nachfrage kommt vor allem aus asiatischen Ländern, wo sich die Wirtschaft günstig entwickelt”, erklärte der Agrar-Ökonom Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Gespräch mit der APA. Vom Preisanstieg profitiert hätten in Österreich vor allem die Bauern.

Die jüngsten Medienberichte über eine mögliche Butterknappheit könnten sich als selbsterfüllende Prophezeiung herausstellen, meinte Sinabell. Es gebe Konsumenten, die nun größere Buttermengen auf Vorrat einkaufen würden – was Engpässe verstärken oder sogar erst hervorrufen könnte.

Mehrjährige Talfahrt der Milchpreise – Bauern produzierten mehr

Dennoch sei die Verknappung durchaus real. Einerseits hätten nämlich die Bauern auf eine mehrjährige Talfahrt der Milchpreise damit reagiert, dass sie die Produktion nicht weiter gesteigert hätten, andererseits sei die Nachfrage vor allem in Südostasien überraschend gestiegen. “Butter ist gut lagerbar und wird ähnlich wie Magermilchpulver international gehandelt”, sagte Sinabell. “Und jetzt sind wir in einer Zwickmühle.”

Die internationalen Preise von Butter haben sich seit Anfang 2016 mehr als verdoppelt. Im österreichischen Lebensmittelhandel ist der Butterpreis seit Mitte 2016 um bis zu 80 Prozent gestiegen. Das führt aber keineswegs zu einem merklichen Absatzrückgang. “Butter ist ein Grundnahrungsmittel. Auch wenn sie um 50 Prozent teurer wird, gibt es kaum Konsumenten, die auf Butter verzichten wollen”, erklärte der Wifo-Ökonom. “Wer auf Butter verzichten will, verwendet ohnehin schon bisher Margarine.” Im Durchschnitt verbrauchen die Österreicher 5 kg Butter pro Kopf und Jahr.

Starker Preisanstieg eine Folge des “Chaos” am Milchmarkt

Vom Preisanstieg profitiert hätten in Österreich vor allem die Bauern, denn auch die meisten Molkereien befänden sich im Eigentum von Bauern, so der Ökonom. Der Milchbauern-Verein IG Milch sieht in dem starken Preisanstieg hingegen vor allem eine Folge des “Chaos” am Milchmarkt. “Die Konsumentinnen und Konsumenten müssen Rekordpreise für Butter bezahlen, während Bäuerinnen und Bauern nur geringfügig von steigenden Verkaufspreisen profitieren”, heiß es in einer Aussendung der IG Milch vom Montag. “Wir fordern daher einen runden Tisch mit Verantwortungsträgern aus Molkereiwirtschaft, Handel, Politik und IG-Milch, um tragfähige Modelle für eine vernünftige Milchpolitik zu entwickeln,” fordert IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil.

Auf die höhere Butternachfrage können die Bauern kurzfristig nur geringfügig durch eine Anpassung der Fütterung reagieren – nämlich mehr Kraftfutter an die Milchkühe und weniger Milch an Kälber verfüttern. “Sie machen das aber ungern, weil es mehr Stress für die Tiere bedeutet”, erklärte Sinabell. Längerfristig sei eine Kapazitätsanpassung nur durch mehr Kühe möglich – und die Trächtigkeitsdauer betrage gut neun Monate.

Die Milchleistung pro Kuh beträgt in Österreich 6.760 kg. Die Milcherzeugung ist heuer etwas höher als im Vorjahr, im ersten Halbjahr wurden 18.940 Tonnen Milch produziert.

(apa/red)



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