Akt.:

Telekom-Affäre: 1,1 Mio an Mensdorff-Pouilly für Polizeifunk

Telekom-Affäre: 1,1 Mio an Mensdorff-Pouilly für Polizeifunk
Im Telekom-Skandal wird nun laut einem Bericht von “News” die Vergabe des Blaulichtfunks in der Ära des damaligen Innenministers Ernst Strasser (V) neu durchleuchtet.

 (2 Kommentare)

Korrektur melden

Laut dem Magazinbericht, der der APA im Voraus übermittelt wurde, zahlte die Telekom an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly 1,1 Mio. Euro unter dem Projekttitel “Infotech“, die aber ursächlich im Zusammenhang mit der Neuvergabe des Polizeifunkprojekts des Innenministeriums stehen sollen.

“News” stützt sich nach eigenen Angaben auf Aussagen des Ex-Telekom-Managers Gernot Schieszler, der sich der Staatsanwaltschaft in der Kursaffäre als Kronzeuge angeboten hatte. Die Idee, Jahre nach der Polizeifunk-Vergabe die Zahlung an Mensdorff-Pouilly im Projekt “Infotech” zu verstecken, soll laut Magazin ausgerechnet von Schieszler gekommen sein.

Die Vergabe des Polizeifunkauftrags war bereits früher Gegenstand von Medienberichten. Eigentlich hatte das Konsortium “mastertalk” den Auftrag erhalten, im Juni 2003 wurde mastertalk (mit Siemens, Raiffeisen, Verbund und Wiener Stadtwerken) der Auftrag jedoch durch Strasser entzogen. Danach erhielt ein Konsortium (Motorola und Alcatel) den Zuschlag. Die Tetron Sicherheitsnetz Entwicklungs- und BetriebsgmbH, die das Netz heute führt, gehört zu 65 Prozent Motorola und zu 35 Prozent Alcatel. Die Telekom Austria, die damals die Netzinfrastruktur lieferte, verdiente mehr als 50 Mio. Euro an dem Geschäft, berichtet “News”.

“Erklärungsbedarf”

Nun versuchen die Ermittler laut Magazin zu klären, was mit den Geldern der Telekom, die an Mensdorff-Pouilly geflossen waren, geschah. Strasser, Mensdorff-Pouilly und andere hätten nun “Erklärungsbedarf”.

Der Anwalt von Mensdorff-Pouilly, Harald Schuster, weist gegenüber der APA alle Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. Bei der Infotech-Zahlung sei es um ganz “reelle Geschäfte” gegangen.

Der Anwalt von Strasser, Thomas Kralik, wies auf APA-Anfrage ebenfalls die Vorwürfe zurück. Strasser habe ihm gegenüber betont, dass bei der Vergabe des Polizeifunks alles ordnungsgemäß abgewickelt worden sei. Es seien auch keine ungerechtfertigten Zahlungen geflossen. Im laufenden Lobbying-Verfahren gegen den früheren EU-Abgeordneten Strasser sei der Bereich Telekom/Polizeifunk kein Thema. Ob Strasser auch im Telekom-Verfahren als Beschuldigter geführt werde, davon wisse man nichts.

Keine Stellungnahme

Von der Staatsanwaltschaft Wien, die in der Telekom Austria-Affäre ermittelt, gibt es zum Thema Polizeifunkprojekt keine Stellungnahme.

Ob die 1,1 Mio. Euro-Zahlung der Telekom an Mensdorff-Pouilly mit dem Polizeifunkprojekt zu tun hatte, das wisse man nicht, so Telekom Austria-Sprecherin Elisabeth Mattes heute zur APA. Ob der Lobbyist das Geld weitergegeben habe scheine ja nicht in der Telekom-Buchhaltung auf. Im Revisionsbericht der Telekom gehe es u.a. auch um die Zahlung an Mensdorff-Pouilly, der Polizeifunk werde aber nicht behandelt. Für das 1,1 Mio.-Honorar an Mensdorff-Pouilly sei die Gegenleistung nicht ausreichend dokumentiert. Der Bericht wurde bereits den Behörden übergeben.

APA



Kommentare 2

Vă mulțumim pentru comentariul dumneavoastra. - comentariul va fi verificat de catre un editor si numai in cazul aprobarii va aparea pe site.

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

HTML-Version von diesem Artikel
Mehr auf austria.com
AMS-Buchinger nicht gegen Verkleinerung der “Aktion 20.000”
Wie Arbeitsmarktservice-Österreich-Vorstand Johannes Kopf spricht sich auch sein "roter" AMS-Vorstandskollege Herbert [...] mehr »
2.500 Air-Berlin-Beschäftigte erhalten ihre Kündigungen
Etwa 2.500 Piloten und Boden-Beschäftigte der insolventen Air Berlin erhalten seit Donnerstag ihre Kündigungen. Mit [...] mehr »
AMS-Chef Kopf hält Jobbonus für “nicht mehr notwendig”
Angesichts der gut laufenden Wirtschaft spricht sich AMS-Chef Johannes Kopf dafür aus, den Beschäftigungsbonus zu [...] mehr »
TÜV-Bericht ortet dramatische Lage bei Berliner Flughafen
Die Lage auf der Baustelle des deutschen Hauptstadtflughafens BER ist offenbar so dramatisch, dass eine Eröffnung des [...] mehr »
Dichtes Öffi-Netz verringert laut VCÖ Mobilitätskosten
Die Haushaltsausgaben für Mobilität sind in Österreich mit durchschnittlich rund 5.100 Euro pro Jahr um 720 Euro [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung

Make-up-Trends: Smokey Eyes und heller Teint

New York Fashion Week startete mit zahlreichen Stars

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Jennifer Lawrence ist wieder Single

“Anna Fucking Molnar”-Event mit Nina Proll im Village Cinema Wien Mitte

Pamela Anderson kommt nach Vorarlberg

Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung