31. Mai 2012 14:12; Akt.: 1.06.2012 06:57

Thalgau: Verdacht auf Kindesmisshandlung

Nachdem der Arzt die blauen Flecken entdeckte, verständigte er die Polizei. Nachdem der Arzt die blauen Flecken entdeckte, verständigte er die Polizei. - © Bilderbox
Ein neuer Verdacht von Kindesmisshandlung ist am Donnerstag, in Thalgau (Flachgau) bekanntgeworden: Ein Arzt hatte bei einem sechsjährigen Volksschüler Blutergüsse am Gesäß und an einem Oberarm sowie eine Hautabschürfung festgestellt.

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Die Jugendwohlfahrtbehörde brachte den Buben bei Verwandten unter. Die Einvernahmen der 28-jährigen Mutter und ihres 27-jährigen Lebensgefährten, der aber nicht der Vater des Kindes ist, “sind noch nicht abgeschlossen”, sagte Polizeisprecher Michael Rausch zur APA.

Konkreter Hinweis auf Kindesmisshandlung

“Wir haben aufgrund eines konkreten Hinweises eine ärztliche Untersuchung des Kindes veranlasst”, sagte der Leiter der Jugendwohlfahrt der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung, Hannes Herbst. Die Verletzungsanzeige des Allgemeinmediziners habe den Verdacht auf Kindesmisshandlung erhärtet. “Deshalb haben wir Gefahr in Verzug ausgesprochen und das Kind am Freitag an einen sicheren Ort gebracht”, erklärte Herbst. Die Jugendwohlfahrt brachte bei dem zuständigen Pflegschaftsgericht auch einen Antrag auf Obsorge ein.

Eltern werden einvernommen

Die Blutergüsse könnten von Schlägen stammen, wird vermutet. Die Mutter und ihr Lebensgefährte werden von Beamten der zuständigen Polizeiinspektion gesondert zu dem Verdacht einer “leichten Misshandlung” einvernommen. “Ein Ergebnis der Befragungen liegt noch nicht vor”, sagte Polizeisprecher Rausch.

Der Bub wohnte zuletzt bei der Mutter in einem Ort im östlichen Flachgau. Er wird derzeit von der Großmutter betreut. Die Schule wurde von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Erneuter Verdacht auf Kindesmisshandlung im Flachgau

Erst am 1. Mai ist ein Fall einer möglichen Kindesmisshandlung ebenfalls im Flachgau an die Öffentlichkeit gesickert. Ein neun Monate altes Mädchen wurde mit gebrochenen Beinen und mit Verletzungen im Gesicht ins Landeskrankenhaus gebracht. Die behandelnden Ärzte bekundeten einen hochgradigen Verdacht von Kindesmisshandlung. Die Mutter (25) des Kindes und der Lebensgefährte (42), der nicht der Vater ist, bestritten die Vorwürfe. Sie gaben zuerst an, dass Mädchen sei in der Gehschule gestürzt. Bei einem Lokalaugenschein in der Vorwoche berichtete der verdächtige Mann, das Baby habe sich die Beine in der Schublade eingeklemmt, als er Unterwäsche herausholen wollte.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dem Fall des neun Monate alten Kindes sind noch nicht abgeschlossen. Das Mädchen lebt derzeit mit der Mutter bei der Großmutter, die vorläufige Obsorge hält das Jugendamt. Die Mutter hat sich von dem Lebensgefährten offenbar getrennt.



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