15. Oktober 2012 13:51; Akt.: 15.10.2012 13:51

Tödlicher Arbeitsunfall mit Betonpumpe: Prozess in St. Pölten vertagt

Der Prozess um den tödlichen Arbeitsunfall in St.Pölten wurde vertagt. Der Prozess um den tödlichen Arbeitsunfall in St.Pölten wurde vertagt. - © APA
Ein Arbeitsunfall auf der Baustelle des Landesklinikums war am Montag Prozessgegenstand am Bezirksgericht St. Pölten. Im April war dort ein Mann gestorben nachdem er von einer umkippenden Betonpumpe am Kopf getroffen worden war. Ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt.

alt Korrekturen melden

Der Fahrer des Pumpenwagens (34) musste sich am Montag wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung verantworten. Er bekannte sich nicht schuldig – die Verhandlung wurde zur Erörterung des Gutachtens und Ladung von Zeugen vertagt.

Arbeitsunfall wegen Fahrlässigkeit?

Die Anklage warf dem Mann vor, das Fahrzeug in ungenügendem Sicherheitsabstand zu einer Baugrube abgestellt und sich 50 Meter entfernt zu haben. Dann habe er die Betonpumpe mittels Funksteuerung – ohne Sicht auf die Abstützeinrichtung – bedient. Daher sei es nicht möglich gewesen, die Standsicherheit zu überprüfen bzw. allenfalls nachzurichten. Der Betonpumpenausleger stürzte plötzlich ab, weil der Boden nachgab, und der Pumpenarm traf die beiden Beschäftigten am Kopf.

Angeklagter bekennt sich nicht schuldig

Sein Mandant habe in diesem “besonders tragischen Fall” weder fahrlässig noch sorgfaltswidrig gehandelt, sagte Verteidiger Herrmann Heller, sondern sei vielmehr vom Polier angewiesen worden, diesen Platz einzunehmen. Dort habe er die Standsicherheit mit einer Schwenkung getestet und die Stützen mit der vorgesehen Platte zum Unterlegen sowie zusätzlich mit Holzstaffeln abgesichert: “Zu mehr war er nicht verpflichtet.” Der Anwalt beantragte die Ladung des Bauleiters, Poliers und Baustellenkoordinators sowie den Bautagebericht zum Beweis dafür, dass der zugewiesene Standort nicht geeignet war, sowie die Erörterung des aus seiner Sicht “nicht nachvollziehbaren” Gutachtens.

Der Unfallhergang

Der 34-Jährige gab an, dass er dem Polier beim Eintreffen auf der Baustelle noch gesagt hätte, dass der Platz zu eng sei, weshalb dieser einen Container von der Stelle entfernen ließ. Der Holzstoß zum Unterlegen war – wie er einen Monat zuvor bei einer Besprechung verlangt habe – vorbereitet. Als er den Stand testete, sei der Boden – sandgebundener Kies – ausreichend hart gewesen. Er brachte das Gerät in Pumpposition, fragte noch die Arbeiter, wie bzw. was zuerst sie betonieren wollten (einen Deckenträger und anschließend eine Decke), dann schaltete er ein. Kurz darauf hörte er einen Knall – und sah, dass die Pumpe umgekippt und der Pumpenarm – mit 52 Metern der zweitlängste in Österreich – auf die Männer gestürzt war. Er habe nach der Rettung geschrien und zum Kranfahrer, dass dieser die Kette herunterlassen sollte, um den Pumpenarm anzuheben, damit die Opfer befreit werden konnten. Nach dem schrecklichen Unfall habe es ständige Kontrollen gegeben, sagte der 34-Jährige – damals habe sich keiner um ihn gekümmert.

Die Richterin gab den Anträgen statt. Das Verfahren wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA)



Kommentare 0

Neuen Kommentar schreiben

 
 
1000
/1000 Zeichen übrig

Mehr auf austria.com
Mure in Hallstatt verwüstet Marktplatz
Die Innenstadt von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut ist Dienstagabend vermurt worden, berichten die [...] mehr »
Mutter und Kind in Ohio als Sklaven gehalten
Eine geistig behinderte Mutter und ihr Kind sind nach Angaben der US-Behörden über zwei Jahre lang im US-Bundesstaat [...] mehr »
Große Ruinenstadt auf Yucatan entdeckt
Archäologen haben auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan eine große Ruinenstadt entdeckt. Mit einer Ausdehnung von [...] mehr »
Heftige Gewitter in Vorarlberg
Wegen eines heftigen Gewitters mit Hagelschlag musste die Vorarlberger Feuerwehr am Dienstagabend rund 30 Mal [...] mehr »
Freispruch von Knox laut Höchstgericht falsch
Der Freispruch im spektakulären Mordprozess gegen die US-Studentin Amanda Knox ist nach Ansicht des höchsten [...] mehr »
Mehr Meldungen »

Manfred Bauman bringt ein Stück Hollywood zur Photokina nach Köln

Herbstkollektion von Popp & Kretschmer präsentiert

Forever 21: Die aktuellen Shorts-Trends

Kim Kardashian: Baby ist da!

Schwangere Herzogin Kate absolvierte wohl letzten Solo-Auftritt

Avril Lavigne genießt die Vorbereitungen für ihre Hochzeit


Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmeldung

Bei Facebook?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung