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Mayer führte ÖSV-Dreifachsieg in Saalbach-Abfahrt an

Matthias Mayer stahl Landsmann Max Franz die Show Matthias Mayer stahl Landsmann Max Franz die Show
Österreichs alpine Speedfahrer haben am Samstag in Saalbach-Hinterglemm mit einem Dreifachsieg auf die historische WM-Pleite in Beaver Creek die passende Antwort gefunden. Matthias Mayer gewann die erste Weltcup-Abfahrt nach den Welttitelkämpfen mit 2/100 Sekunden Vorsprung auf Max Franz und 21/100 auf Hannes Reichelt. Der Norweger Kjetil Jansrud landete nur an 14. Stelle (1,19).

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Im Abfahrtsweltcup liegt Jansrud zwar damit immer noch 145 Punkte vor dem Südtiroler Dominik Paris und 161 vor Mayer, im Rennen um den Gesamtweltcup konnte er den Rückstand auf den Salzburger Marcel Hirscher aber nur von 180 auf 162 verringern. “Ich bin nicht gut gefahren, es war auch schwierig, die Schläge zu sehen. Ich wollte an diesem Wochenende 180 Punkte machen, das geht sich nun nicht mehr aus”, meinte Jansrud. Im Super-G am Sonntag wird auch Hirscher am Start sein.

Für Olympiasieger Mayer war es der zweite Weltcupsieg nach der Abfahrt in der Lenzerheide am Ende der vergangenen Saison. Es ist der erste Dreifachsieg für die ÖSV-Abfahrer seit Garmisch-Partenkirchen am 28. Jänner 2006, als sich Hermann Maier vor Klaus Kröll und Andreas Buder durchgesetzt hatte. “Eine historische Niederlage – für die anderen”, konnte sich ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel angesichts des auf das WM-Debakel gefolgten Heimtriumphes nicht verkneifen zu sagen. 10.000 Zuschauer waren beim Weltcup-Comeback von Saalbach dabei.

Im Gegensatz zu den zwei Trainings bei strahlendem Sonnenschein erschwerten am Samstag Wolken am Himmel die Sicht auf die vielen Wellen und Schläge. Die ohnehin sehr anspruchsvolle “Schneekristall”-Strecke auf dem Zwölfer im WM-Ort von 1991 präsentierte sich von ihrer schwierigsten Seite.

Mayer kam mit Startnummer 19 und verdrängte seinen engeren Landsmann Franz von der Spitze. “Die Sicht wechselt brutal, es war eng zu fahren. Ich habe keine Welle gesehen und mir gedacht, ich lasse den Ski einfach runter”, erklärte Mayer, der im Gegensatz zu seinen Kollegen und Jansrud vergangene Woche nicht auf der Weltcupstrecke trainiert hatte. “Ich habe heute ziemlich gekämpft, es war richtig cool. Tut mir leid für Max, aber heute habe ich es durchziehen müssen”, meinte Mayer, der als Zwölfter bester Österreicher bei der WM gewesen war.

Franz wartet damit nach einem zweiten und einem dritten Platz im Weltcup weiterhin auf seinen ersten Sieg. “Es war schwierig mit der Sicht, aber ich hatte eh noch eine bessere und habe es nicht runtergebracht. Schade, ich habe es nicht ganz so erwischt wie im Training. Aber der Podestplatz tut richtig gut”, freute sich der Weißbriacher dennoch.

Ebenso wie Super-G-Weltmeister Reichelt, der den “Jungen” Respekt zollte. “Die haben ganz schön Mut bewiesen. Die Sicht war schlecht und der Mothl ist gefahren wie ein Gestörter”, meinte er anerkennend. Für die ganze Nation und das Team sei dieser Erfolg wichtig gewesen, sagte der Salzburger.

Erst als Startnummer 40 in Ziel war, schnaufte das Podest-Trio durch. Denn Vincent Kriechmayr hatte in beiden Trainings überzeugt und sich erst Freitag für das Rennen qualifiziert, er landete schließlich auf dem hervorragenden sechsten Platz (0,74).

Romed Baumann wurde Zehnter (“Es war sehr unruhig, der schwierigste Tag von den drei”), Lokalmatador Georg Streitberger nur 24. “Ich habe keine Schläge gesehen, ich habe die Linie nicht halten können. Es hat hinten und vorne nichts zusammengepasst. Aber die Welt geht nicht unter und morgen ist auch noch ein Rennen.”

Bester Nicht-Österreicher war der Schweizer Carlo Janka als Vierter (0,47), sein Landsmann und Weltmeister Patrick Küng wurde 13.

Nach der Rückkehr in den Weltcupzirkus hofft Saalbach-Hinterglemm, dass es Österreichs Kandidat für die WM-Bewerbung 2021 oder 2023 sein wird. Die Entscheidung fällt am 16. April auf der Präsidentenkonferenz des ÖSV, Kontrahent ist St. Anton am Arlberg in Tirol.

Es war auf Herrenseite das erste Weltcuprennen seit dem 22. Dezember 1999, als es ebenfalls einen Dreifacherfolg gegeben hatte. Christian Mayer gewann damals den Riesentorlauf vor Hermann Maier und Benjamin Raich.



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