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Trickdiebe in Wien: Die sieben fiesesten Maschen an Telefon und Haustür

An der Haustüre oder am Telefon können Sie es mit Trickdieben zu tun bekommen An der Haustüre oder am Telefon können Sie es mit Trickdieben zu tun bekommen - © BilderBox.com / APA (Sujet)
Jemand ruft Sie an und gibt sich als Verwandter aus, doch Sie können sich an die Person absolut nicht erinnern? Jemand klopft an Ihrer Haustüre und bittet um ein Glas Wasser, doch irgendwas kommt Ihnen komisch vor? VIENNA.at warnt vor Trickdiebstählen an Telefon und Haustür.

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Eigentlich weiß es ja jedes Kind spätestens seit den einschlägigen Märchen: Klopft oder läutet unerwarteter Besuch an der Haustür, ist Vorsicht geboten. Es könnten die Zeugen Jehovas oder die GIS sein – oder aber Langfinger und Betrüger, die auf Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit ihrer Opfer hoffen.

Wenn der Trickdieb zwei Mal läutet

Immer wieder hört man von Trickdieben, die sich unter verschiedensten Vorwänden Zutritt zu fremden Wohnungen verschaffen – und dann fehlen den Bewohnern die Ersparnisse oder der Familienschmuck. Besonders gefährdet sind ältere Wienerinnen und Wiener, doch nicht nur sie fallen den gefinkelten Maschen der Trickdiebe zum Opfer.

Auch das eigene Telefon ist nicht “sicher” – wer Ihre Nummer herausfindet und sich als lange vermisster Verwandter, Bankangestellter und Co. ausgibt, hat nicht unbedingt Ihr Bestes im Sinn. Damit Ihnen das nicht passiert, stellen wir Ihnen scheinbar harmlos wirkende Vorgehensweisen vor, mit denen Trickdiebe Sie abzocken wollen.

Trickdiebstähle an der Haustür: Die fiesesten Maschen

  • Falsche Amtsorgane

Es läutet an der Haustür – und draußen steht ein Kriminalbeamter, ein Rauchfangkehrer, ein Fernsehmonteur, ein Versicherungsbeamter oder Fernwärmetechniker. Wenn Sie mit einem solchen Besuch nicht gerechnet haben und Ihnen das Anliegen des Besuchers komisch vorkommt, lassen Sie diesen auf keinen Fall in Ihre Wohnung. Verlangen Sie Dienstnummer bzw. Dienstausweis. Wer wirklich in offizieller Mission zu Ihnen kommt, wird Ihnen die Ausweisleistung nicht verweigern. Kündigen Sie im Zweifelsfall an, die Polizei zu rufen – “echte” Polizisten werden vor Kollegen keine Angst haben, und wer mit unlauteren Absichten zu Ihnen kommt, wird bei dieser Aussicht schnell das Weite suchen.

  • “E-Werk-Trick” bzw. “Gaswerk-Trick”

Ja, es gibt Stromableser, Gasableser und Co., die bei Ihnen zuhause vorbeikommen, um Zählerstände zu kontrollieren und protokollieren. Doch stehen diese niemals unangekündigt vor der Türe. Per Aushang oder Brief wird rechtzeitig darauf hingewiesen, wann eine Ablesung bevorsteht. Bekommen Sie Besuch von vermeintlichen Mitarbeitern dieser Einrichtungen, ohne dass diese vorab angekündigt wurden, haben Sie es sehr wahrscheinlich mit Trickdieben zu tun, die sich unter diesem Vorwand Zutritt zu Ihrer Wohnung verschaffen wollen – und definitiv anderes im Schilde führen, als Zählerstände abzulesen oder Leitungen zu überprüfen. Gebühren für Strom und Gas werden von den tatsächlichen seriösen Anbietern übrigens auch niemals an der Wohnungstüre abkassiert.

  • Samariter-Trick

Unter dem Vorwand, von einer Hilfsorganisation zu kommen, stehen ebenfalls nicht selten mutmaßliche Trickdiebe vor der Tür. Sie kommen vorgeblich beispielsweise vom Wiener Hilfswerk, der Caritas oder, ganz aktuell, den Maltesern, um Spenden zu sammeln. Erst vor wenigen Tagen warnte der Malteserorden vor “falschen Maltesern”, die in Wien ihr Unwesen treiben und in falschen Uniformen als vermeintliche Mitarbeiter des “Malteser Hospitaldienst Austria” an der Haustüre um Spenden für den Hilfsdienst bitten. Dabei wird teilweise sogar echtes Infomaterial der Organisation verteilt, das die Täter wohl bei offiziellen Veranstaltungen mitgenommen haben. Echte Malteser sind im Rahmen von Straßensammlungen jedoch nur auf der Straße unterwegs und können sich jederzeit als solche ausweisen – und Ähnliches gilt auch für andere seriöse Hilfsorganisationen. Die Malteser bitten, in solchen Fällen nicht nur die Polizei, sondern auch die Organisation selbst unter der Telefonnummer 01/ 512 53 95 zu informieren.

  • Deckentrick

Eine besonders fiese, aber ebenfalls gängige Masche von Trickbetrügern an der Haustüre ist der Deckentrick. Durch das Vorzeigen von übergroßen Teppichen oder Leintüchern wird den Bewohnern, die ihre Haustür öffnen, die Sicht auf das Geschehen genommen. Während mit der zum Verkauf angebotenen Decke vor den Augen des Opfers hantiert und diese ausgebreitet wird, kann ein Komplize unbemerkt in die Wohnung gelangen, um dort nach Beute zu suchen. Werden Sie nicht zum Opfer eines solchen Einschleichdiebstahls.

  • Wasserglas- oder Zettel-Trick

Jemand klopft oder läutet bei Ihnen an der Tür und äußert eine scheinbar harmlose Bitte: Weil der Person übel oder schwindelig geworden ist, hätte sie gerne ein Glas Wasser. Auch ein beliebtes Vorgehen: Die Person gibt an, sie habe jemanden im Haus besuchen wollen, und da dieser nicht daheim war, bittet sie um Zettel und Stift, um eine Nachricht zu hinterlassen. Fallen Sie nicht darauf herein! Denn während Sie das Gewünschte holen und dabei womöglich die Wohnungstür offen lassen, schleicht sich die Person oder ein Komplize in Ihre Wohnung, um Ihre Wertsachen an sich zu bringen.

Sicherheitstipps der Wiener Polizei

  • Öffnen Sie Fremden niemals sofort die Wohnungstüre – legen Sie Türkette oder Sperrbügel vor
  • Verlangen Sie von “Amtspersonen” einen Ausweis und überprüfen Sie die Angaben gegebenenfalls telefonisch
  • Fremden Personen niemals Geld, Sparbücher oder Wertsachen zeigen oder übergeben
  • Kaufen Sie nichts an der Wohnungstüre
  • Zögern Sie nicht, die Wiener Polizei unter der Notruf-Nummer 133 zu kontaktieren

Vorsicht, Trickdiebe am Telefon

  • Neffentrick

“Liebe Tante Anna, ich bin’s!” Das Telefon läutet und dran ist eine unbekannte Person, die betont herzlich klingt und behauptet, mit Ihnen verwandt zu sein? Dann ist Vorsicht geboten. Beim seit Jahren gängigen Neffentrick (bzw. Nichtentrick) wird vom Anrufer eine Verwandtschaft mit dem Opfer vorgetäuscht. Sehr härtnäckig können diese vermeintlichen Verwandten vorgehen, die dann früher oder später auf ihr eigentliches Anliegen zu sprechen kommen: Sie sind in großer finanzieller Not und brauchen dringend Geld. Ein guter Tipp: Lassen Sie sich auf derlei “Familienhilfe” nicht ein.

  • Bankdatentrick bzw. “Social Engineering”

Immer wieder greifen Betrüger auf verschiedenste Vorgehensweisen zurück, um von Ihren Opfern telefonisch Bankdaten zu erfragen. Der Klassiker ist, sich dabei als Kundenbetreuer einer Bank auszugeben. Doch auch vermeintliche Mitarbeiter der Arbeiterkammer oder von Euromillionen haben auf diesem Wege schon sensible Daten ergaunert, um die Konten ihrer Opfer leerzuräumen.

Zuletzt wurde von der Wiener Polizei vor einer besonders gefinkelten Masche gewarnt – hierbei gaben sich Anrufer als Kriminalbeamte vom Betrugsdezernat aus. Die Opfer werden geschickt manipuliert, sodass ein falsches Vertrauen zu dem Täter aufgebaut wird (“Social Engineering”). Der angebliche Kriminalbeamte gibt an, in einem großen Betrugsfall gegen Mitarbeiter der Bank des Betroffenen zu ermitteln und beeinflusst das Opfer derart, dass dieses seine Ersparnisse behebt. Daraufhin wird ein angeblicher Kriminalbeamter vorbeigeschickt, der das Geld in “sichere Verwahrung” nimmt. Mehr zu diesem Vorgehen lesen Sie hier.

>>Trickdiebstähle in Wien: Die fünf dreistesten Maschen auf offener Straße



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