Die Industrie hat am Mittwoch drei Forderungen aufgestellt: Junge Beschäftigte sollen länger arbeiten und mehr verdienen, während ältere Arbeitnehmer bei geringerer Entlohnung kürzer arbeiten sollen. Des weiteren fordert die Industrie Lohnabschlüsse, die sich nach der Arbeitsintensität und der Lage des jeweiligen Betriebes richten. Drittens will die Arbeitgeberseite eine flexible Arbeitszeitregelung auf Betriebsebene.
Gerade letzteres lässt die Gewerkschaftsvertreter die Zornesröte ins Gesicht steigen. Verhandlungsführer Karl Proyer (GPA) sieht darin eine “Geringschätzung der Gewerkschaftsbewegung”. Gemeinsam mit Co-Verhandler Rainer Wimmer (Pro-Ge) stellte er am Mittwochabend klar: Eine Arbeitszeitvereinbarung abseits des Kollektivvertrages und somit auf Betriebsebene “spielt es nicht.”
Und noch ein Punkt entzweit Arbeitgeber wie Arbeitnehmer fundamental: Der FMMI will über Lohnhöhe und Rahmenbedingungen alleine mit den Gewerkschaften verhandeln. Die Arbeitnehmervertreter sind zwar bereit, über das Geld nur mit dem FMMI zu sprechen, über Änderungen beim Rahmenrecht gebe es aber nur Gespräche mit allen sechs Metallfachverbänden gemeinsam an einem Tisch.
Wimmer und Proyer zeigten sich zuversichtlich, dass hier die Industrieseite noch einlenken werde. Wenn nicht, dann werde man nach der nächsten Verhandlungsrunde am 5. Oktober Betriebsversammlungen abhalten.
Im Vorjahr gab es bereits nach der zweiten Verhandlungsrunde Warnstreiks, nach der vierten Runde einigte man sich auf eine Durchschnittslohnerhöhung von 4,2 Prozent, die Arbeitszeit war kein Thema. Heuer liegt die Forderung der Gewerkschaften nach einer fünfprozentigen Lohnerhöhung auf dem Tisch, die Industrie soll aber bis dato kein Gegenangebot vorgelegt haben.