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Vier Pfoten-Aktion gegen illegalen Welpenhandel auf Willhaben

Welpen werden vielfach unter horrenden Bedinungen nach Österreich gebracht Welpen werden vielfach unter horrenden Bedinungen nach Österreich gebracht - © Vier Pfoten
Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die Tierschutz-Organisation Vier Pfoten und das Online-Portal Willhaben.at gegen illegalen Welpenhandel mobil machen. Eine aktuelle Aufklärungs-Kampagne soll Bewusstsein schaffen und Hundeliebhaber vor Schaden schützen.

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Insgesamt 14.600 Klicks und 530 Anfragen auf fingierte Rassewelpen-Inserate innerhalb von nur einem Monat – das ist das schockierende Ergebnis einer gemeinsamen Aktion von Vier Pfoten und willhaben.at, deren Ziel die Aufklärung der Bevölkerung über illegalen Welpenhandel ist.

Leichtes Spiel für unseriöse Händler

Für die Initiative wurden zwölf Anzeigen für Rassewelpen online gestellt, die typische Merkmale (siehe unten) unseriöser Angebote aufwiesen. „Diese Resonanz zeigt uns, dass unseriöse Welpenhändler leider ein sehr leichtes Spiel haben”, kommentiert Vier Pfoten-Kampagnenmitarbeiterin Indra Kley das Resultat.

Sämtliche Interessenten wurden nach ihrer Anfrage ausführlich zum Thema informiert und darüber aufgeklärt, was beim Kauf eines Welpen unbedingt beachtet werden sollte. Am meisten nachgefragt wurden Huskies, gefolgt von französischen Bulldoggen, Mini-Maltesern und Mini-Chihuahuas.

Darum geht es Vier Pfoten bei der Aktion

Vier Pfoten und willhaben.at möchten mit der Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel unter anderem auch darauf aufmerksam machen, dass eine „Geiz ist geil”-Mentalität beim Hundekauf unangebracht ist. Indra Kley: „Besonders erschreckend war für uns in diesem Zusammenhang auch, dass beispielsweise Huskies um nur 100 Euro angeboten wurden und trotzdem einige der Interessenten um Zahlung auf Raten gebeten haben, weil sie momentan nicht genügend Geld hatten. Da fragen wir uns natürlich: Wie will jemand, der nicht mal 100 Euro für den Kauf aufbringen kann, für die Ernährung eines Hundes sorgen – von Tierarztkosten, Steuern etc. ganz zu schweigen?”

Betroffenheit bei Willhaben

Auch willhaben.at Geschäftsführerin Mag. Sylvia Dellantonio zeigt sich über die Ergebnisse der Aktion betroffen: „Diese Initiative legt offen, dass viele User die Merkmale fragwürdiger bzw. unseriöser Angebote nicht erkennen und somit unwillentlich unterstützen.” willhaben.at möchte illegalen Welpenhändlern auf keinen Fall eine Plattform bieten.

Daher wurde Vier Pfoten beauftragt, konkrete Sicherheitshinweise für die User zu erarbeiten, die verhindern sollen, dass sie auf unseriöse Angebote hereinfallen. „Dies ist der erste gemeinsame Schritt, der beitragen soll, die Nutzer hinsichtlich der Gefahren, die beim Welpenkauf im Internet lauern, zu sensibilisieren. Wir planen mit willhaben.at weitere Maßnahmen, die den Online-Handel mit illegalen Welpen eindämmen sollen”, so Indra Kley.

Handel mit Welpen boomt – Hunde sind Leidtragende

Der Handel mit Rassewelpen boomt bereits seit Jahren: Zu Tausenden werden sie preiswert und unter falschen Angaben im Internet, in Zoohandlungen und auf öffentlichen Plätzen angeboten. In Osteuropa unter schlimmsten Bedingungen produziert, leiden die Hundebabys unvorstellbare Qualen. Nicht selten werden sie bereits mit drei oder vier Wochen von ihren geschundenen Müttern getrennt und mit gefälschten Impfpässen quer durch Europa transportiert.

Wenn sie ihre Bestimmungsorte erreichen, sind die Welpen oft schon todkrank. Viele von ihnen überleben die ersten Wochen nicht. Dieser Verlust wird von den skrupellosen Händlern von vornherein einkalkuliert. Ihre neuen, ahnungslosen Besitzer hingegen werden mit hohen Tierarztkosten oder dem frühen Tod der Welpen konfrontiert.

Auch Menschen sind Opfer

„Es ist uns wichtig, die Menschen darüber aufzuklären, dass nicht nur die Tiere, sondern auch sie selbst dabei Opfer sind. Uns erreichen zahllose Meldungen von Geschädigten, deren Hunde schwer krank oder kurz nach dem Kauf verstorben sind”, sagt Indra Kley.

Vier Pfoten empfiehlt allen, die sich unbedingt einen Rassehund zulegen möchten, zunächst einmal in Tierheime zu gehen. Dort sind immer wieder auch Rassehunde zu finden, die auf ein liebevolles Zuhause warten.

Online-Plattform soll Welpendealer stoppen

Vor einigen Monaten hat Vier Pfoten auch eine Online-Plattform gegen Welpendealer ins Leben gerufen, um mehr Bewusstsein für den illegalen Welpenhandel zu schaffen und Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten.

Die Website bietet neben Informationen und Videos auch ein Tool für betrogene Hundekäufer, die ihre Erfahrungen teilen möchten, außerdem eine Checkliste für Interessenten, worauf bei einem Welpenkauf zu achten ist. Wer ein unseriöses Angebot auf willhaben.at entdeckt, sollte das Inserat über den „Melden”-Button immer auch bei der Online-Plattform direkt anzeigen, damit willhaben.at die Anzeige gründlich überprüfen kann.

Augen auf beim Welpen-Kauf: Tipps

Die Übergabe sollte nur beim Anbieter zu Hause stattfinden. Übergaben auf öffentlichen Plätzen bzw. „Hauszustellung” weisen auf unseriöse Welpenhändler hin.

Achten Sie darauf, dass das Muttertier im gleichen Haushalt lebt sowie gesund und munter wirkt.

Schauen Sie, ob der Anbieter eine große Anzahl verschiedener Welpen bzw. Rassen besitzt. In diesem Fall handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Welpenhändler.

Die Welpen sollten bei der Übergabe mindestens 8 Wochen alt sein.



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