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Voves schwer verärgert

Voves schwer verärgert
Ein Pressefoyer der ungewöhnlichen Art erlebten steirische Journalisten nach der ersten Landesregierungssitzung im Neuen Jahr: Landeshauptmann Franz Voves zeigte sich verärgert.

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Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (S) hielt mit seinem Unmut über die Personalentscheidungen seiner Bundespartei bei der Regierungsbildung nicht hinter dem Semmering und ließ den anrufenden „designierten Bundeskanzler“ mehrere Minuten demonstrativ warten: „Ich lasse Sie am Unglaublichen teilhaben“, so Voves zu den Medienvertretern, bis ihn nach einigem Hin und Her endlich die Nachricht von der Nominierung der steirischen SPÖ-Abgeordneten und Sozialsprecherin Heidrun Silhavy als Staatssekretärin im Bundeskanzleramt erreichte.

Voves verglich am Mittwoch erst indirekt die steirische Landtagswahl 2005 mit der Nationalratswahl 2006: „Wir haben in der Steiermark die SPÖ-Wahlversprechen eins zu eins ins Arbeitsübereinkommen eingebracht und arbeiten nun an der Umsetzung“. Auch mit der Ressortverteilung nach dem SPÖ-Wahlsieg im Oktober 2005 sei er sehr zufrieden gewesen. Voves räumte ein, dass er sich mit 98 Prozent der 167 Seiten des Koalitionspapiers „absolut identifizieren“ könne, schließlich habe er das selbst mit verhandelt. „Der Bundesvorsitzende wird aber viel Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit leisten müssen“, so Voves, der Gusenbauer kaum beim Namen nannte.

Als Voves dann erläuterte, dass man bereits 40 Parteiaustritte sowie 60 weitere angekündigte habe und er von einer „einsamen Entscheidung“ von Gusenbauer und Wolfgang Schüssel bei den „emotionalen Themen“ wie Eurofighter und Studiengebühren sprach, flüsterte sein Pressesprecher Voves zu, dass Gusenbauer am Telefon sei. Darauf Voves halb zu den Journalisten gewandt: „Der Bundeskanzler will mich sprechen – ist etwas spät. Ich kann jetzt nicht, ich bin in einer Pressekonferenz“. Dann beklagte Voves die Kommunikationskultur in der SPÖ, denn er habe „am 29. Dezember mit dem designierten Bundeskanzler“ ministrable steirische SPÖ-Funktionäre besprochen und dann nichts mehr gehört.

Voves wurde dann ein zweites Mal ans Telefon gebeten, was er mit den Worten „Das interessiert mich im Moment nicht“ quittierte und Spitalslandesrat Helmut Hirt ins Nebenzimmer an den Hörer eilte. Der LH lobt dann die ÖVP: „Andere sitzen richtigerweise zusammen und besprechen die Dinge vorher“. Nun machte sich Umweltlandesrat Manfred Wegscheider grinsend Sorgen über den Verbleib seines mit Gusenbauer telefonierenden Kollegen Hirt: „Hoffentlich kommt der Helmut wieder“. Voves trug weiter seinen Grimm zur Schau: „Ich bin kein Weichei, ich war noch nie eines. Ich wäre nicht der Voves, wenn ich das nun nicht sagen würde: So geht man mit mir nicht um, nicht einmal der Papst (in Anspielung auf den Mariazell-Besuch von Benedikt XVI. im Herbst, Anm.)“. Was Kulturlandesrat Kurt Flecker zu der Äußerung veranlasste: „Vielleicht bekommen wir ja einen Kardinal“.

Erst als die Nachricht von der Nominierung der steirischen Abgeordneten Heidrun Silhavy als Staatssekretärin eintraf, gab sich der LH versöhnlicher: Mit der Bestellung sei er zufrieden, Silhavy sei bewährt und hoch qualifiziert, sie sei auch eine seiner Kandidatinnen für ein Regierungsamt gewesen. „Nicht zufrieden bin ich mit der Art der Kommunikation und des Zustandekommens“, so Voves.

Der Beitrag der ÖVP-Regierungsmannschaft im Anschluss daran gestaltete sich nicht minder launig. Agrarlandesrat Johann Seitinger (V) meinte feixend zu den wartenden Journalisten: „Das war jetzt ’Die liebe Familie’, oder?“ (ein TV-Stegreifspiel des ORF, Anm.). LHStv. Hermann Schützenhöfer erklärte in Hinblick auf den von Voves oft geäußerten Wunsch nach einem weiß-grünen Regierungsmitglied: „Kollege Voves hat sich einen steirischen Minister gewünscht – und wir haben Martin Bartenstein.“



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