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Französische Ex-Ministerin soll Unesco aus der Krise führen

Schwierige Tage für die UNESCO Schwierige Tage für die UNESCO - © APA (AFP)
Die frühere französische Ministerin Audrey Azoulay soll die krisengeschüttelte UN-Kulturorganisation Unesco führen. Die 45-Jährige habe sich im Unesco-Exekutivrat gegen den katarischen Kandidaten Hamad bin Abdulaziz al-Kawari (69) mit 30 Stimmen zu 28 Stimmen durchgesetzt. Das teilte die Unesco am Freitagabend in Paris mit.

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Es geht um die Nachfolge der aktuellen Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa aus Bulgarien. Das Wahlverfahren hatte am Montag mit Kandidaten aus sieben Ländern begonnen. Der Exekutivrat hat 58 Mitglieder. Die nun nominierte Azoulay braucht noch die Zustimmung der Unesco-Generalkonferenz am 10. November.

Die Organisation war in schwere Turbulenzen geraten, da die USA und Israel am Donnerstag überraschend ihren Austritt angekündigt hatten. Frankreich fordert schon seit längerem ein neues Konzept für die Unesco, um tiefe politische Gräben zu überwinden und Vertrauen zu schaffen. Die Zukunft der Unesco hat für Frankreich als Sitzland eine besondere Bedeutung. Die Nominierung Azoulays ist auch ein diplomatischer Erfolg für den seit Mai amtierenden Staatspräsidenten Emmanuel Macron (39).

Azoulay war 2014 zur Kulturberaterin von Macrons Amtsvorgänger Francois Hollande aufgestiegen. 2016 übernahm die Absolventin der Elitehochschule ENA dann für etwa ein Jahr lang das französische Kulturressort.

Die USA und Israel werfen der Unesco nach der Aufnahme Palästinas und einer Reihe von Beschlüssen israelfeindliche Tendenzen vor. Deutschland bedauerte den geplanten Austritt der USA und Israels. “Aus unserer Sicht setzen diese Ankündigungen ein falsches Signal”, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Unterorganisation der Vereinten Nationen stehe für Frieden und Verständigung – gerade in Krisenzeiten. Deswegen sei eine leistungsstarke und zuverlässige Unesco von großer Bedeutung.

In den vergangenen Jahren stand die Arbeit der Unesco immer wieder im Schatten von Streit um den Nahostkonflikt. Nach der Aufnahme Palästinas hatten die USA bereits 2011 ihre Zahlungen an die Unesco gestoppt – dabei wären sie eigentlich der größte Beitragszahler.

Die Unesco ist vor allem für die Listen des Weltkulturerbes bekannt. Doch die Organisation mit 2100 Mitarbeitern und einem dreistelligen Millionen-Etat ist in vielen weiteren Feldern aktiv – von Bildung über Biosphärenreservate bis Gleichberechtigung. Ihr Auftrag ist es, das wechselseitige Verständnis zwischen den Nationen zu fördern.

Azoulay setzte sich vor dem Endduell gegenüber der ägyptischen Kandidatin Mushira Khattab mit 31 Stimmen zu 25 Stimmen durch. Ergänzend hieß es, dass Ägypten danach die französische Bewerberin unterstützt. Diese Zwischenrunde war nötig geworden, weil beide Frauen am Donnerstag mit jeweils 18 Stimmen gleichauf gelegen waren. Al-Kawari war mit 22 Stimmen vorne gelegen.

(APA/dpa)



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