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Wawrinka schnappt Djokovic French-Open-Titel weg

Der Schweizer wurde für seine Angriffslust belohnt Der Schweizer wurde für seine Angriffslust belohnt
28 Siege in Folge hatte er gefeiert und dabei auch im Viertelfinale Paris-König Rafael Nadal entthront. Doch am Ende war es sensationell Stan Wawrinka, der dem Turnierfavoriten Novak Djokovic die Party bei den French Open am Sonntag verpatzte. Nach 3:12 Stunden sehenswertem Tennis holte sich der 30-jährige Schweizer mit einem 4:6,6:4,6:3,6:4 seinen zweiten Grand-Slam-Titel.

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Und Djokovic, der seinem groß aufspielenden Gegenüber überaus sportlich gratulierte, musste auch nach seinem dritten Finale in Roland Garros als Verlierer vom Platz gehen. Dass dies passierte, obwohl der neunfache Champion Nadal diesmal nicht im Endspiel stand, dafür sorgte Wawrinka. Mit großartigem Tennis und nicht weniger als 60 (!) Winnern, doppelt so viele wie Djokovic. Erstmals seit sechs Jahren erklang auf dem Court Philipp Chatrier wieder die Schweizer Hymne, damals hatte Roger Federer gewonnen.

Wawrinka freute sich über seinen zweiten Grand-Slam-Titel nach den Australian Open 2014 und schlug also auch in seinem zweiten Major-Endspiel zu. Der dreifache Paris-Champion Gustavo “Guga” Kuerten (BRA) überreichte dem Eidgenossen den “Coupe des Mousquetaires” und der Mann in der “Pyjama”-Short durfte sich auch über einen Siegerscheck in Höhe von 1,8 Mio. Euro freuen.

“Das war das Match meines Lebens. Gegen Novak ist es immer eine besondere Herausforderung”, freute sich Wawrinka, der auch die Spitznamen “Stan the man” und “Stanimal” trägt, über den Triumph an der Seine. “Ich muss meinen Körper checken, ob das alles wahr ist, was ich hier erlebt habe.”

Die beiden Spieler sind gut befreundet und Djokovic erwies sich als fairer Verlierer. Immerhin war für den Serben auch einiges auf dem Spiel gestanden. Nur noch Roland Garros fehlt dem achtfachen Major-Champion noch auf den Karriere-Grand-Slam. Ein Kunststück, das bisher nur sieben Spielern gelungen ist. Und das Pariser Publikum dankte ihm mit minutenlangen Ovationen und tröstete den mit den Tränen kämpfenden Djokovic, dem dieser Sieg so viel bedeutet hätte. “Ich weiß, dass das Turnier für ihn wichtig ist. Und er verdient es, auch hier einmal zu gewinnen”, zeigte auch Wawrinka trotz Siegesrausch Mitgefühl.

“Es ist nicht leicht, für mich zu sprechen”, sagte Djokovic. “Aber du hast Charakter gezeigt und meinen Respekt, du hast das verdient.”

Zuvor hatten fast 15.000 Zuschauer auf dem größten Sandplatz der Welt und Millionen vor den Geräten ein großartiges Match gesehen. Djokovic gewann zwar den ersten Satz, geriet in der Folge beim eigenen Service aber immer mehr unter Druck. Der Satzausgleich war die Folge und am Ende des zweiten Durchgangs musste auch das Racket des Serben dafür büßen. Mit einem Break zum 4:2 stellte Wawrinka die Weichen zur 2:1-Satzführung, die ihm nach 2:19 Stunden gelang.

Doch Djokovic hätte es durchaus in der Hand gehabt, den Schweizer in einen fünften Satz zu zwingen. Zunächst führte der Schützling von Boris Becker schon mit 3:0. Wawrinka glich aus und danach hatte Djokovic bei 4:3 im vierten Durchgang bei 0:40 sogar drei Breakbälle en suite, die Wawrinka aber sehr gut abwehrte. Im neunten Game gab dann Djokovic sein Service ab. Den ersten Matchball wehrte Djokovic noch ab und hatte sogar einen Ball zum Rebreak, doch den zweiten ließ sich Wawrinka nicht mehr entgehen.

Ein Match, das auch in Abwesenheit des Rekordsiegers Nadal beeindruckte. Vielleicht konnte es an diesem Tag kaum jemand besser beschreiben als Ex-Weltklassemann Andy Roddick. Er beteiligte sich via Twitter rege an dem Match und schrieb: “Diese zwei Burschen schauen aus, als würden sie ein Video-Game spielen. Unwirkliches Tennis.”

Einmal mehr hat sich gezeigt, dass Statistiken und Sieges-Serien bei dementsprechender Tagesform des Außenseiters wenig wert sind. Mit einer 17:3-Bilanz in direkten Duellen mit Wawrinka war Djokovic ins Match gegangen, mit 28:0-Siegen und mit der Aussicht, dass nach dem Sieg über Nadal nun ja wohl er an der Reihe wäre. Ein Mann mit einer kurzen Hose, die eher wie eine Boxer-Short anmutet, aber krachenden Schlägen von der Vor- und Rückhand hat dies aber verhindert. “Stanimal” wie er sich gerne nennt, Stan Wawrinka – die neue Nummer vier der Welt.



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