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Wawrinkas Spiel und Hose machten bei French Open sprachlos

Auch die Hose des Schweizers war in aller Munde Auch die Hose des Schweizers war in aller Munde
Zuerst hatte Stan Wawrinka bei den Pariser French Open mehr durch seine rot-weiß karierte Short für Gesprächsstoff gesorgt. Von Februar bis Mitte Mai hatte er auf der Tennis-Tour keine zwei Matches in Folge gewonnen. Doch spätestens in Roland Garros steigerte er sich in einen Spielrausch und setzte im Finale mit dem Triumph über dem bisherigen Saison-Dominator Novak Djokovic den Glanzpunkt.

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Die Hose erlangte Kultstatus und wurde zu seinem Glücksbringer, selbst bei der Sieger-Pressekonferenz hatte sie der Schweizer dabei. “Ich scheine der Einzige zu sein, dem sie gefällt”, sagte Wawrinka grinsend, nachdem er die Hose vor sich auf dem Podium ausgebreitet hatte. “Sie kommt ins Museum von Roland Garros. Ihr könnt sie jeden Tag sehen, wenn ihr wollt.”

Das Endspiel war für ihn der perfekte und schlüssige Abschluss zweier Turnierwochen, nach denen Wawrinka endgültig im Tennis-Olymp angekommen ist. Jahrelang wurde von dem bis zum Finale in 28 Matches ungeschlagenen Djokovic, seinem Landsmann Roger Federer, dem Spanier Rafael Nadal und dem Briten Andy Murray als die Big Four, die Großen Vier, gesprochen, an die keiner heranreicht.

Doch nun gehört Wawrinka dazu, ob er nun will oder nicht. “Die Big Four werden immer die Big Four sein. Ich versuche nicht, mich mit ihnen zu vergleichen. Aber ich versuche, sie zu schlagen”, sagte der 30-jährige Australian-Open-Sieger des Vorjahres. Im Viertelfinale gewann er das Prestigeduell mit Federer, im Endspiel verwehrte er Djokovic den letzten noch fehlenden Triumph bei einem der vier Major-Events.

“Das war sicher eines der besten Matches meiner Karriere, wenn nicht sogar das beste”, sagte Wawrinka nach seinem Viersatzsieg in etwas mehr als drei Stunden über den derzeit besten Spieler der Welt. Djokovic, der sich den Erfolg beim Sandplatz-Klassiker im Bois de Boulogne so sehr gewünscht hatte, zeigte sich als fairer Verlierer und zollte dem Schweizer Respekt. “Er ist ein kompletter Spieler”, sagte er.

Wawrinka hat dies nun geschafft, und damit ist er definitiv kein Zufallschampion mehr. Bis Sonntag hatten Wawrinka viele immer noch nicht auf der Rechnung, taten seinen Sieg in Melbourne 2014 damit ab, dass sein Finalgegner Rafael Nadal verletzt gewesen sei. Doch nun ist “Stan the Man” auch in den Köpfen der letzten Zweifler angekommen, was auch ein Verdienst seines Trainers Magnus Norman ist.

Der Schwede, der in Paris einst seinen Landsmann Robin Söderling bis ins Finale coachte, hat Wawrinka endgültig zu einem Topspieler geformt. Mit harter Arbeit und Bezug nehmend auf den Spruch von Samuel Beckett, den sich Wawrinka auf den rechten Unterarm tätowieren ließ: “Immer versucht, immer gescheitert. Egal. Versuche es weiter, scheitere wieder, scheitere besser.”

Nun hat Wawrinka es als Erster geschafft, mit einem zweiten Grand-Slam-Titel die seit 2005 andauernde Dominanz von Federer, Nadal, Murray und Djokovic zu durchbrechen. Der Argentinier Juan Martin del Potro und der Kroate Marin Cilic hatten einmal zugeschlagen – jeweils bei den US Open.

Die Leistung des Triumphators fand auch in den Schweizer Gazetten ihren Widerhall. “Diesen Pokal zu erringen, so sagt man, brauche so viel Mut, Tapferkeit und Kampfeswillen, wie er Musketieren zugesprochen wird. Stan Wawrinka darf sich nun zu den Musketieren zählen,”, stand im “Tages-Anzeiger”. Die “Neue Zürcher Zeitung” betonte einen weiteren Aspekt: “Bemerkenswert ist die neue mentale Stärke Wawrinkas.”

Angesichts des Spiels von Wawrinka und seiner einhändigen Rückhand war nicht zuletzt Damen-Triumphatorin Serena Williams begeistert: “Wow! Nur wow! Ich will auch so spielen.” Die US-Amerikanerin ist nun die Einzige mit der weiter intakten Chance auf den echten Grand Slam. Djokovic muss für den Gewinn aller vier Major-Turniere in einem Jahr zumindest auf das nächste Jahr hoffen.



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