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Weinskandal – Handel hat langfristig gesehen "absolut" profitiert

Weinskandal – Handel hat langfristig gesehen "absolut" profitiert
In Deutschland und in Österreich machte der Weinskandal vor 25 Jahren Schlagzeilen. Ein Viertel Jahrhundert nachdem der Schwindel mit dem gepanschten Wein aufflog, zieht Wein Burgenland-Geschäftsführer Christian Zechmeister im Gespräch mit der APA Bilanz. Dass ein derartiger Skandal heutzutage noch möglich wäre, glaube er nicht. Aber wohl, dass der Handel langfristig gesehen “absolut” davon profitiert hat.

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Die Weinszene sei schon damals am Weg zu einem Umbruch gewesen, sagte Zechmeister. “Es wäre sowieso von sich gegangen, aber eben kleinweise”, so der Wein Burgenland-Geschäftsführer. “Wir sind aus einer Zeit gekommen, wo die Massenproduktion einfach das um und auf war. Danach ist schon relativ viel Wein am Markt gewesen, der Kunde hat vermehrt nach einer gewissen Qualität gefragt”, so der Wein-Experte. “Das Resultat ist einfach, dass es ein sehr, sehr strenges Weingesetz gibt, das auch dem Kunden sicherstellt, dass die Qualität in Ordnung ist.”

Aufgrund dieses Weingesetzes und “sehr gut” funktionierender staatlicher Kontrollen glaube Zechmeister auch nicht, dass ein derartiger Skandal heute noch möglich wäre. “Alle Qualitätsweine haben eine staatliche Prüfnummer, das heißt, die Weine werden in Bezug auf analytische Qualität im Labor und dann vom staatlichen Prüfer noch sensorisch verkostet”, erklärte der Kenner. “Auch sonst wird jeder Betrieb regelmäßig vom Kellereiinspektor besucht. Der kommt unangemeldet und nimmt Weinproben.” Außerdem habe auch der Lebensmittelhandel eine “sehr gute” und “sehr strenge” interne Qualitätskontrolle.

Schwarze Schafe könne es heute aber dennoch vereinzelt geben. “Ich will nicht sagen, dass alle Winzer Heilige sind, es gibt sicher einige die den Spielraum ein bisschen ausloten. Aber das es so über die Grenze steigt, glaube ich, kommt nicht mehr vor, da sind sie wirklich vorsichtiger geworden.” Denn auch das Umdenken beim Konsumenten spiele eine große Rolle. “Der Konsument verlangt mittlerweile eine gewisse Sicherheit und eine sehr gute Qualität.” Ein Trend zeichne sich momentan in Richtung Regionalität und Arbeiten mit der Natur ab. Das Motto der Winzer laute heutzutage eher: “Je weniger Chemie, desto besser”. Wichtig sei laut Zechmeister, “wirklich das in die Flasche zu transportieren, wie es die Natur auch bietet”.

Das im August 1985 vom Nationalrat beschlossene neue Weingesetz gilt bei manchen als das “strengste Weingesetz der Welt”. Auch der Experte glaubt, dass “nirgends” so streng kontrolliert wird. Das Weingesetz sei zwar streng, ermögliche aber noch gewisse “Freiheiten, die notwendig sind um sich einfach weiterzuentwickeln”. Diese Entwicklung sei auch erforderlich, denn Österreich produziert weniger als ein Prozent der Weltweitproduktion und müsse deshalb schauen, “wie kann ich mich am besten differenzieren”. “Für uns ist es unbedingt notwendig, auf Qualität zu setzen. Das heißt wir können nur erfolgreich sein, wenn wir qualitativ hochwertige Weine produzieren”, betonte Zechmeister.

Die Qualitätssteigerung des burgenländischen und gesamtösterreichischen Weines ist auch auf den Weinskandal zurückzuführen. Vor 25 Jahren sei zwar der Exportmarkt komplett zusammengebrochen und auch das interne Vertrauen sei “natürlich genauso erschüttert” gewesen. “Aber aufgrund dieser Maßnahmen, wie einem strengen Weingesetz, eine strenge Qualitätskontrolle, Winzer die sich keiner Überprüfung scheuen, ist der Ruf extrem gestiegen”, ist sich der Experte sicher. “Ich glaube, das macht es jetzt aus, dass die Weine eine sehr, sehr gute Nachfrage haben und auch die Händler damit ein bisschen jonglieren können. Sie haben ein bisschen mehr Freiheit was die Preisgestaltung betrifft und der Wein wird nachgefragt, was natürlich für den Handel auch wichtig ist, weil sie dadurch mehr Umsatz und mehr Gewinn lukrieren. Also langfristig gesehen hat der Handel absolut sicher davon profitiert.”



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