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Welser-Möst und Cleveland Orchestra starteten Tour in Linz

Der Dirigent beehrte seine Heimatstadt Der Dirigent beehrte seine Heimatstadt - © APA (Archiv/Gindl)
Mit zwei Konzerten in seiner Heimatstadt Linz hat Dirigent Franz Welser-Möst am Donnerstag die diesjährige herbstliche Europatournee seines Cleveland Orchestra begonnen, bevor man kommende Woche im Wiener Musikverein mit dem multimedialen Großprojekt “Das schlaue Füchslein” Station macht. Schon in Oberösterreich präsentierte sich die Perfektion eines Weltklasseorchesters.

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Auf dem Programm des ersten Linzer Konzerts – ein zweites folgt Freitagabend – standen das Streichquartett a-moll op. 132 – in einer Orchesterfassung – von Ludwig van Beethoven und Igor Strawinskis “Le sacre du printemps”. Von wem die Orchesterfassung des Streichquartetts stammt, wurde dem Publikum weder vom Veranstalter noch vom Dirigenten mitgeteilt. Welser-Möst muss jedoch zu dem Werk eine besondere Nähe haben. Er selbst schrieb in aller Ausführlichkeit auf mehr als fünf Seiten im Programmheft die geradezu hymnische Einführung für die Hörerschaft. Das Werk breitet sich über ungewöhnliche fünf Sätze aus, von denen vor allem das langsame (!) Scherzo mit subtilem Humor und der Einbeziehung von Naturschilderungen den Hörgewohnheiten des Publikums entsprach. Überraschend kurz folgt dem zentralen dritten Satz des Quartetts ein gefälliger Marsch, der unmittelbar in das Finale überleitet.

Das nach den Ausführungen Welser-Mösts “musikalische Meisterwerk” mit dem Beethoven “Philosophie in Form von Klängen erschaffen” habe, konnte das Publikum allerdings nicht restlos überzeugen. Die große Streicherformation des Cleveland Orchestra bot freilich eine mustergültige Wiedergabe, bei der man tatsächlich oft den Eindruck hatte, bloß vier Instrumentalisten zu hören, so exakt entwickelten sich die Klänge.

Bei Strawinskis “Le sacre du printemps” füllte sich dann das Podium des Brucknerhauses zusätzlich mit den Bläser- und Schlagwerk-Abteilungen. Der riesige Orchesterapparat wurde von Welser-Möst höchst professionell zu den archaischen Rhythmen und geradezu brutalen Klängen dieser revolutionären Komposition geführt. Dabei jedoch ließ er auch die zarten Zwischenspiele zu ihrem Recht kommen und bewahrte in jeder Phase des aufwühlenden Werkes den Überblick bis in die kleinsten Details. Die Musiker folgten ihm in einer Perfektion, wie sie diesem Weltklasseorchester entspricht. Für den heftigen Beifall bedankten sich Dirigent und Orchester mit dem “Karfreitagszauber” aus dem “Parsifal” von Richard Wagner.

Beim zweiten Konzert des Linzer Besuchs steht heute, Freitagabend, im Brucknerhaus die 6. Symphonie von Gustav Mahler auf dem Programm. Welser-Möst und sein Orchester, dem er nun bereits die 16. Saison als Musikdirektor vorsteht, beziehen die oberösterreichische Landeshauptstadt regelmäßig in ihren Tourplan ein. Von Linz führt sie das Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst zunächst nach Paris und vom 19. bis 22. Oktober in den Wiener Musikverein. Dann folgen noch Konzerte in Hamburg und Luxemburg.

(APA)



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