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Wenn die Katze zum Kind-Ersatz wird: “Rolling Skin Syndrom” aus Bedrängnis

Aus Unwissenheit bedrängte die Halterin ihre Katze zu sehr Aus Unwissenheit bedrängte die Halterin ihre Katze zu sehr - © Pixabay (Sujet)
Man kann seine Katze auch überfordern – die Folgen sind leider fatal. Diesmal berichtet die Wiener Katzen-Coach-Lady Petra Ott von einem Fall in Wien-Liesing, in dem eine Katze von ihrer Halterin regelrecht “verfolgt” wurde und mit “Rolling Skin Syndrom” reagierte.

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Der Ursprung der kätzischen Verhaltensberatung durch die Wiener Katzenpsychologin Petra Ott war zunächst eine Vergesellschaftung, doch dann kam Folgendes.

Einsatz unter falschen Vorzeichen in Wien-Liesing

“Dieser Einsatz im 23. Wiener Gemeindebezirk war höchst spannend. Ich wurde von einer sehr lieben und besorgten Katzenbesitzerin angerufen. Sie erzählte mir, dass sie vor drei Monaten eine süße Katze aus dem Tierheim gerettet hat, dass sich aber ihre Prinzessin Gloria nicht so gut mit der neu dazugekommen Katze Susi versteht.

Mich begrüßte eine aufgeregte und besorgte Katzenmami mit einer wunderschönen schneeweißen Perserkatze auf dem Arm. Fest umschlungen präsentierte sie mir stolz ihren Stubentiger und hielt in mir zum Streicheln vors Gesicht. Dann drehte sie sich um und deute auf die süße Schildpatt-Katze und meinte, diese sei der Übeltäter. “Seit diese Katze im Haus ist, braucht meine Gloria Antidepressiva. Sie hat Rolling Skin!”

So erkennt man das “Rolling Skin Syndrom” bei Katzen

Zum Rolling Skin Syndrom muss man Folgendes erklären: Dabei sehen sie an der Katze ein leichtes bis sehr starkes Fellzucken am Rücken, das bis in die Schwanzspitze geht. Sie steht im wahrsten Sinnes des Wortes unter Strom!

Oje, dachte ich mir. Da muss etwas passiert sein! Die Wohnung wirkte sehr harmonisch auf mich. Als einzig Sonderbares ist mir aufgefallen, dass fast in jeder Ecke ein Napf mit Futter gestanden ist.

Beim Absetzen der Diva durch ihr Frauerl konnte ich keine stark auffallenden Differenzen zwischen den Kätzinnen sehen. Im Gegenteil, sie waren sich eher wohl gesonnen. Der Blickkontakt und die Begegnungen verliefen angenehm und friedlich.

Zuviel Nähe wird zum Problem: Katze erlitt “Verfolgungswahn”

Nach genauer Befragung der liebevollen Besitzerin war alles klar. Die Katzenmami dachte stets, dass ihre Katze verhungert.  Weil das prachtvolle Tier immer nur ein bisschen in ihren Napf schaute, begann sie, als Gloria klein war, sie mit dem Löffel zu füttern. Inzwischen hatte sich das Verhalten der Besitzerin so übersteigert, dass die Dame sie, wenn die Katze nicht gleich ihr Mäulchen in den Napf hält,  durch die ganze Wohnung verfolgt. Dies geht in Extremfällen bis in einen Kasten hinein, wo die Halterin der Samtpfote nachläuft und ihr etwas zum Fressen ins Mäulchen steckt.

Nachdem wir über die Verhaltensregeln zu Katzen gesprochen haben und wie man abwarten soll, dass die Katzen zu einem kommen und nicht umgekehrt, brach die Dame in Tränen aus und sagte, dass sie wohl alles falsch gemacht habe. Ihre Gloria ist ein Kinderersatz und sie hat sie, überall, wo sie lag, angegriffen und angeschmust.

Die hübsche Gloria fühlte sich natürlich verfolgt, hatte nie Ruhe, um sich auf ein schönes Plätzchen zu legen und diese zu genießen, weil “Mami” schon wieder im Anmarsch war. Das Resultat daraus war die Verhaltensstörung.

Katzen-Coach-Hilfe für eine verfolgte Katze

Zum Glück zeigte die Dame für ihr Fehlverhalten Einsicht. Sie bekam eine “Streichelanleitung” für Gloria und lernte die Katzenkörpersprache. Die Futterplätze wurden zum größten Teil abgeschafft. Dafür haben wir ein paar tolle Beschäftigungsmöglichkeiten für die beiden Stubentiger geschaffen. Zusätzlich gibt es auch ein paar Futter-Rituale zum Festigen für die Beziehung zu den Menschen.

Nach vier Wochen können wir nun mit gutem Gewissen sagen, dass es Gloria schon wesentlich besser geht. Ihre Anfälle sind nicht mehr so häufig und vor allem nicht mehr so intensiv. Die Katzenmama ist sehr glücklich darüber. Gloria und Susi, die ja miteinander in dem Sinne nie ein Problem hatten, liegen auch schon manchmal im selben Körbchen.

Was die Katzenflüsterin rät

Bitte bedenken Sie: Wenn ihre Katze Verhaltensauffälligkeiten zeigt, dann ist das ausschließlich Stress. Ein Profi kann ihnen helfen die Quellen zu finden und dem Schrecken ein Ende zu machen.

Ganz wichtig auch: Der Tierarzt sollte natürlich immer miteinbezogen werden. Ein Gesundheitscheck ist immer notwendig. Denn erst wenn wir wissen, dass die Katze physisch nichts hat, dann können wir sie psychisch versorgen.

Mein Appell an Sie: In jedem Fall ist es wichtig, unseren Schützlingen zu helfen. Dafür sind wir da. Bitte wenden Sie jedoch Hilfsmaßnahmen aller Art nicht ohne professionelle Hilfe an, denn sonst kann ein noch so gut gemeinter Hilfeversuch auch ins Gegenteil umschlagen.

>>Hilfe für Samtpfoten in Not: Katzen-Coach Petra Ott im VIENNA.at-Interview

Alle weiteren Infos zur Arbeit von Katzen-Coach Petra Ott finden Sie hier.



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