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“Wien ohne Wiener” als Kreisler-Liederabend im Volkstheater

Menschen und Puppen im lebhaften Zusammenspiel Menschen und Puppen im lebhaften Zusammenspiel - © APA
“Wie schön wäre Wien ohne Wiener / ein Gewinn für den Fremdenverkehr! / Die Autos ständen stumm / das Riesenrad fallert um / und die lauschigen Gassen wär’n leer.” Man kann nicht behaupten, dass Georg Kreisler (1922-2011) seine Heimatstadt geliebt hätte. “Wien ohne Wiener” heißt ein ungewöhnlicher Georg-Kreisler-Liederabend, der am Mittwoch am Wiener Volkstheater Premiere hat.

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Gestaltet wird der Abend von einem, der sich in Wien durchaus wohlfühlt: Der in Graz geborene Puppenbauer, Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan (30) räumt im APA-Gespräch zwar ein, dass die Stadt “auch sehr giftig sein kann”, gibt aber zu: “Ich mag Wien, und Wien mag mich.”

Für den Wien-Verdruss Kreislers, der 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrieren musste und 1955 als US-Staatsbürger zurückkehrte, hat Habjan dagegen großes Verständnis: “Das ist seine Sicht. Es war definitiv so schlimm für ihn. Wenn man seine Schilderungen liest, kann man seine großen Verletzungen gut nachvollziehen. Die sind auch niemals geheilt.”

Nachdem schon Habjans erstes Puppenstück “Schlag sie tot!” ein Lied von Georg Kreisler zum Ausgangspunkt nahm, sind es nun 25 Lieder (plus eine Zugabe), die er mit sechs Schauspielern und neun eigens angefertigten Puppen auf die Bühne bringt. Für den musikalischen Teil zeichnet die Osttiroler Musicbanda Franui rund um Mastermind Andreas Schett verantwortlich. “Je mehr man sich mit Kreisler-Liedern beschäftigt, desto mehr kommt man auf ihre musikalische Qualität. Immer wieder sind musikalische Zitate eingebaut”, sagt der Regisseur. “Franui haben einen tollen Zugang zur Musik. Das ist Arbeiten auf allerhöchstem Niveau, aber immer total lustvoll. Sie haben größten Respekt vor dem Material, sind aber dennoch komplett anarchisch. Und sie haben viel Humor.”

Zwar will Habjan, der Musiktheaterregie an der Wiener Musikuni studierte und im Sommer Carl Maria von Webers “Oberon, König der Elfen” bei den Münchner Opernfestspielen inszeniert hat, sich als Regisseur künftig zunehmend von seinen Puppen emanzipieren, als Nächstes steht er dennoch wieder als Puppenspieler auf der Bühne: Bei der Nestroy-Gala am 13. November im Wiener Ronacher übernimmt der zweifache Nestroy-Preisträger (2012 wurde “F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig” als beste Off-Produktion ausgezeichnet, im Vorjahr bekam er den Publikumspreis) mit seiner Partnerin Manuela Linshalm und der Burgschauspielerin Regina Fritsch die Moderation.

Die Autorin Julya Rabinowich liefert das Buch. Ihr Thema: Wie gefährlich ist die Kunst? “Ausgehend von einer Szene aus dem Bulgakow-Roman ‘Der Meister und Margarita’ zwischen dem Teufel und seinem Kater Behemoth werden wir Fälle von Nestroy bis Kirill Serebrennikow behandeln.”

(APA)



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