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Versäumnisse bei Massaker in Texas

Bei dem Massaker gab es 26 Tote und 20 Verletzte Bei dem Massaker gab es 26 Tote und 20 Verletzte - © APA (Getty)
Knapp drei Tage nach dem Massaker in einer texanischen Kirche sorgen Berichte über Versäumnisse vor der Tat und mögliche frühe Warnzeichen für Wirbel. Der Schütze Devin Patrick Kelley im Juni 2012 aus einer psychiatrischen Einrichtung im Staat New Mexico geflohen und daraufhin als vermisst gemeldet worden, berichteten Medien unter Berufung auf einen Polizeibericht.

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Vorgesetzte mit Tod bedroht

In der Vermisstenanzeige wurde demnach angegeben, dass Kelley unter “psychischen Störungen” leide und eine “Gefahr für sich selbst und andere” darstelle. Er sei dabei erwischt worden, wie er “mit Feuerwaffen auf dem Luftwaffenstützpunkt Holloman herumschlich”, wo er stationiert gewesen war. Kelley habe versucht, Vorgesetzte bei der Armee mit dem Tod zu bedrohen. Zwei Polizisten hätten ihn dann an einer Bushaltestelle in der texanischen Stadt El Paso aufgegriffen, hieß es.

Der Vorfall ereignete sich demnach kurz bevor Kelley wegen eines tätlichen Angriffs auf seine damalige Ehefrau und seinen Stiefsohn von einem Militärgericht zu zwölf Monaten Haft verurteilt wurde. Er hatte dem kleinen Kind eine Schädelfraktur zugefügt. Kelley verbrachte dann ein Jahr in Haft und wurde 2014 aus der Luftwaffe entlassen.

Wie konnte Täter an Waffe gelangen?

Er war in New Mexico bei der Luftwaffe stationiert, die bei den Ermittlungen nach der Tat in der First Baptist Church in Sutherland Springs mit 26 Todesopfern und 20 Verletzten unter Druck geraten ist. Dabei geht es um die Frage, wie der Täter Waffen kaufen konnte, obwohl er wegen häuslicher Gewalt vorbestraft war.

Die Luftwaffe räumte ein, dass das Vorstrafenregister des Mannes nicht an eine Datenbank des FBI weitergegeben worden sei. Das Militär habe eine Untersuchung eingeleitet. Wegen der Verurteilung hätte es Kelley eigentlich nicht erlaubt sein dürfen, Waffen zu kaufen. Er erwarb aber ein halbautomatisches Gewehr und zwei Pistolen. Mit dem Gewehr verübte er die Tat.

Mike Pence trifft Angehörige

US-Vizepräsident Mike Pence will am Mittwoch in der kleinen Gemeinde mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer zusammentreffen. Präsident Donald Trump befindet sich zurzeit auf einer Asienreise.

Der 26-jährige Kelley hatte am Sonntag in einer Kirche im texanischen Sutherland Springs mit einem Sturmgewehr um sich geschossen. Er tötete 25 Gottesdienstbesucher sowie das ungeborene Kind einer Schwangeren und verletzte 20 weitere Menschen.

Kelly war kurz nach dem Amoklauf tot in seinem Wagen gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich selbst erschoss. Das Motiv steht noch nicht fest, aber bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es in seinem persönlichen Umfeld liegt.

Wut als mögliches Motiv

Als mögliches Motiv kristallisiert sich immer stärker heraus, dass Kelley wütend auf die Familie seiner zweiten Frau war. Er hatte 2014 erneut geheiratet, lebte aber von der Frau getrennt. Nach Angaben von Ermittlern schickte er seiner Schwiegermutter Textnachrichten mit Drohungen. Die Frau hatte die Kirche in der Vergangenheit besucht. Am Sonntag war sie aber nicht im Gottesdienst.

“Kein guter Mensch”

Kelley selbst sei früher zu Kirchenveranstaltungen gekommen, aber dort nicht willkommen gewesen, sagte der Sheriff von Wilson County, Joe Tackitt, dem Sender CNN. Der Pastor der Gemeinde, Frank Pomeroy, habe Kelley von dessen Besuchen her gekannt und ihn dort ungern gesehen. Es habe keine Bedrohungen gegeben, aber Pomeroy habe den Behörden gesagt, dass Kelley “kein guter Mensch ist, den man sich um sich haben will”. Die 14-jährige Tochter des Geistlichen kam bei dem Amoklauf am Sonntag ums Leben.

Handy-Auswertung steht noch aus

Weitere Hinweise zur Aufklärung des Tatmotivs könnten sich aus der Auswertung von Kelleys Handy ergeben, das die Polizei inzwischen gefunden hat. Bisher hätten die Ermittler keinen Zugriff auf das Gerät, deshalb sei es in die FBI-Zentrale in Quantico im Staat Virginia geschickt worden, sagte der FBI-Beamte Christopher Combs vor Journalisten.

(APA/dpa/Ag.)



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