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Wolfgang Ambros: Die Austropop-Größe wird 65

Am 19. März 2017 wird Austropop-Legende Wolfgang Ambros 65 Jahre alt. Am 19. März 2017 wird Austropop-Legende Wolfgang Ambros 65 Jahre alt. - © APA/Hans Punz
In zahlreichen Liedern besang Wolfgang Ambros pointiert die Charakterzüge der österreichische Seele. Mitte März wird der längst legendäre Austropopper 65 Jahre alt.

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Spricht man über österreichische Popmusik, kommt man an ihm nicht vorbei: Wolfgang Ambros, oft und gerne als “Godfather des Austropop” bezeichnet, hat im Laufe seiner mehr als 40 Jahre dauernden Karriere die heimische Szene maßgeblich geprägt. Mit dem “Hofa” läutete er Anfang der 1970er-Jahre eine neue Ära ein. Am 19. März feiert der Musiker nun seinen 65. Geburtstag.

“Schifoan”, “Zwickt’s mi”, “Es lebe der Zentralfriedhof”, “Die Blume aus dem Gemeindebau”: Es gibt wohl auch heute nur wenige Musikenthusiasten, die mit diesen Titeln nichts anfangen können. Ins allgemeine Kulturgut eingegangen, bescheren sie Ambros nicht nur immer noch eine treu ergebene Fanschar, sondern hievten ihn vor zwei Jahren gar als Late Night Act ins Lineup des Nova Rock. Ein Austropopper auf Österreichs größtem Rockfestival? Ja, das funktioniert – und zeigt, welchen Stellenwert er nach wie vor besitzt.

“Da Hofa”: Vom Prokopetz-Gedicht zum Austropop-Hit

Geboren wurde Wolfgang Ambros am 19. März 1952 als Sohn eines Volksschuldirektors und einer Lehrerin in Pressbaum bei Wien. Dass er kein einfacher Charakter ist, belegte er schon in jungen Jahren, als “Wolferl” wiederholt von der Schule flog. Dafür landete er später für ein Jahr in London, arbeitete 1971 in einem Plattengeschäft in der Wiener Innenstadt und sang des Abends am Theseustempel im Volksgarten – unter anderem “Da Hofa”, ein vertontes Gedicht von seinem alten Klassenkameraden Joesi Prokopetz (der dieser Tage ebenfalls seinen 65er begeht). Über Vermittlung einer Kundin im Plattengeschäft wurde daraus eine Single, die sich 30.000 Mal verkaufte und an der Spitze der Austro-Charts landete.

Es war der Startpunkt einer Karriere, die bis heute – natürlich mit einigen Höhen und Tiefen – andauert. 1972 erschien mit “Alles andere zählt net mehr…” die erste Platte und im selben Jahr erblickte die Urversion des “Watzmann” das Licht der Welt, jenes Musicals – oder gern genannt: Rustical -, das als geniale Zusammenarbeit von Ambros, Prokopetz und “Cafe Hawelka”-Bekanntschaft Fredi Tauchen heimische Popgeschichte schrieb. Wieder ein Jahr später musste Ambros zum Bundesheer und verarbeitete sein dortiges Kurzgastspiel in “Tagwache”. Beim Erscheinen wurde der Song vom Rundfunk boykottiert.

Ein weiterer Meilenstein stand 1975 mit “Es lebe der Zentralfriedhof” an: Die Platte gilt vielen bis heute als vielleicht bestes Austropop-Album, hat mit dem Titelsong oder “Zwickt’s mi” Klassiker im petto und brachte Ambros den endgültigen Durchbruch. Der Sänger lieferte darauf präzise Beschreibungen der österreichischen Seele und nahm mit dem von Freund Georg Danzer komponierten “Heite drah i mi ham” thematisch den Grunge vorweg. Es folgten kreative Höhenflüge und gefeierte Tourneen, seine Band “No.1 vom Wienerwald” nahm Gestalt an, Bob Dylan wurde auf “Wie im Schlaf” “verwienert” und brachte den ersten Erfolg in Deutschland.

Große Gigs und Erfolg mit Austria 3

Die Jahre darauf waren von großen Gigs (unter anderem in einer ausverkauften Wiener Stadthalle) sowie weiteren Zusammenarbeiten geprägt, verfasste Ambros doch etwa mit Rainhard Fendrich den Text zur Benefizsingle “Warum?”, die heimische Interpreten unter dem Projektnamen “Austria für Afrika” aufnahmen. Auf die Donauinsel lockte er Ende der 80er erstmals weit über 100.000 Menschen für ein Konzert, neue Musik traf in den folgenden Jahren nicht immer auf offene Ohren, sondern erntete teils gemischte Kritik (beispielsweise “Stille Glut”). Auch auf die Theaterbühne wagte sich Ambros (“Das Spiel vom lieben Augustin”).

Ein definitives Highlight in seiner Laufbahn war Austria 3: Mit Fendrich und Danzer trat er quasi als Triumvirat des Austropop in Erscheinung und wurde von tausenden Fans bejubelt. Dass die Zusammenarbeit offenbar nicht immer einfach war, bezeugte später auch ein teils öffentlichkeitswirksam ausgetragener Streit mit Fendrich, den die Künstler aber wieder beigelegt haben. Für Schlagzeilen sorgte Ambros immer wieder auch mit seinem Privatleben. Bis 2012 war er mit Margit verheiratet, 2013 kam es dann zur Trennung von Lebensgefährtin Anne Reger. Der Beziehung entsprangen 2010 die Zwillinge Rosalie und Sebastian. Und erst vor wenigen Wochen kam Ambros wieder unter die Haube, heiratete er doch in Tirol seine Lebensgefährtin Uta Schäfauer.

Künstlerisch waren die vergangenen Jahre, die etwa pünktlich zum 60er mit “190352” ein neues Album brachten, von ausgiebigen Konzertreisen, aber auch etlichen Absagen aus gesundheitlichen Gründen geprägt. 2015 wurde Ambros mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet, bereits Jahre zuvor wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien verliehen. Genug hat der Barde deshalb aber nicht: Erst im Dezember gab sich der Musiker angriffslustig und veröffentlichte zwei neue Songs, in denen er unter anderem “die Deppn zum Teufel” schickte. Der “Godfather” will es offenbar noch einmal wissen.

>>Wolfgang Ambros über Verletzungen, Alkohol, Depressionen und Pläne

(APA, Red.)



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