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Zu Selbstmordanschlägen animiert

Zu Selbstmordanschlägen animiert
Der Stellvertreter von Osama Bin Laden, Ayman al-Zawahiri, hat die bedrängten islamistischen Kämpfer in Somalia zu Selbstmordanschlägen gegen die äthiopischen Truppen im Land aufgerufen.

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Die Islamisten sollten sich ein Beispiel am Vorgehen im Irak und in Afghanistan nehmen, sagte Zawahiri in einer Tonbandbotschaft, die am Freitag im Internet verbreitet wurde. Unterdessen berieten westliche und afrikanische Diplomaten in der kenianischen Hauptstadt Nairobi über einen Friedenseinsatz und mehr Hilfsleistungen für Somalia.

Zawahiri rief die Islamisten zu Aktionen aus dem Hinterhalt, dem Legen von Minen und zu Selbstmordanschlägen auf. Sie sollten an ihrem Kampf gegen den „Kreuzzug“ der USA festhalten.

Das Eingreifen des christlich geprägten Äthiopiens hatte zur entscheidenden Wende im Bürgerkrieg in Somalia geführt. Die radikal-moslemischen Rebellen der Islamischen Gerichte zogen sich Ende Dezember aus der Hauptstadt Mogadischu zurück und wurden weiter zurückgedrängt. Auch ihre Hochburg Kismayu (Kismayo) in der südlichen Grenzregion zu Kenia mussten sie aufgeben. Beobachter befürchten nun einen Guerillakrieg. Die USA werfen den somalischen Islamisten Verbindungen zur Al-Kaida vor. Laut Beobachtern unterstützte Washington die militärische Intervention Äthiopiens im Hintegrund. Bei der Übernahme von Mogadischu kam es auch zu Protesten gegen die äthiopischen Truppen im Land, die in Unterstützung der Soldaten der Übergangsregierung eingegriffen hatten. Diese beziffert deren Zahl auf 12.000. Äthiopien hat den baldigen Abzug seiner Soldaten angekündigt.

Bei einem Anschlag mit einer Handgranate auf äthiopische Soldaten in Mogadischu wurde am Freitag laut Augenzeugenberichten ein Mensch getötet worden. Die Äthiopier hätten auf die Angreifer geschossen, meldete die Nachrichtenagentur SomaliNet. Einwohner aus Mogadischu berichteten von zunehmender Gewalt. Von den Islamisten im Vorjahr vertriebene Clanchefs seien in die Stadt zurückgekehrt und hätten erneut Straßensperren zwischen einzelnen Stadtvierteln errichtet, um mit Waffengewalt „Wegezoll“ zu verlangen. Nach Ablauf eines Ultimatums zur offenbar wenig erfolgreichen Waffenabgabe am Donnerstag kündigte Übergangspremier Ali Mohammed Gedi die gewaltsame Entwaffnung an. Seine Übergangsregierung arbeitet mit Clanchefs zusammen und beinhaltet Clanchefs sowie Milizenführer.

Die Internationale Somalia-Kontaktgruppe kam in Nairobi hinter verschlossenen Türen zusammen. Nach Angaben von US-Diplomaten wird auch darüber diskutiert, wie eine Aussöhnung zwischen den verfeindeten Staaten am Horn von Afrika gefördert werden kann. Kenianische Regierungsvertreter unterstrichen, vor einer Bereitstellung von Truppen seien humanitäre Hilfeleistungen die vordringlichste Aufgabe der internationalen Gemeinschaft.

Der nominelle somalische Präsident Abdullahi Yusuf, ein ehemaliger Warlord, erklärte in Nairobi, es gebe jetzt die Chance, das seit 15 Jahren andauernde politische Chaos im seinem Land zu beenden. Notwendig dafür seien aber „finanzielle, materielle und technische Hilfe“. Die USA wollen der Übergangsregierung mehr als 16 Millionen US-Dollar (12,21 Mio. Euro) für Hilfsgüter zur Verfügung stellen. Damit solle vor allem die Lebensmittelversorgung für die Flüchtlinge verbessert werden, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Die europäischen Mitglieder der Kontaktgruppe waren am Mittwoch in Brüssel zusammengekommen, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zu verabschieden.

Bisher hat Uganda zum Schutz der somalischen Übergangsregierung die Entsendung von zwischen 1.000 und 2.000 Soldaten in Aussicht gestellt, wie der für Afrika zuständige amerikanische Unterstaatssekretär Jendayi Frazer mitteilte. Die US-Regierung hoffe, dass die Truppen noch im Jänner in Somalia stationiert werden können. Eine Friedenstruppe könne die Lage zwar stabilisieren, die Lösung liege aber in „Dialog und Versöhnung“, sagte Frazer. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die somalische Übergangsregierung, sich um Versöhnung zu bemühen. Zugleich forderte aber auch er laut einer Sprecherin die rasche Stationierung der im Dezember vom Weltsicherheitsrat beschlossenen afrikanischen Friedenstruppe.



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