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Zwei Jahre Verspätung: Primärversorgungszentrum in Wien-Donaustadt öffnet

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und WGKK-Chefin Ingrid Reisch. Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und WGKK-Chefin Ingrid Reisch. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Kommenden Montag wird das zweite Primärversorgungszentrum in Wien im Bezirk Donaustadt eröffnet.

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Am Montag eröffnet in der Wiener Donaustadt das nunmehr zweite Primärversorgungszentrum der Bundeshauptstadt. Drei Allgemeinmedizinerinnen sowie eine Psychotherapeutin, eine Diätologin und eine diplomierte Krankenschwester kümmern sich um die Patienten. Die Praxis liegt in unmittelbarer Nähe zum Donauspital, dessen Ambulanzen durch die neue Einrichtung spürbar entlastet werden sollen.

50 Stunden pro Woche wird das – nach Wien-Mariahilf und Enns – österreichweit dritte Zentrum (Zschokkegasse 140/33) geöffnet haben. Und zwar das ganze Jahr über, wie Regina Ewald, Mitglied des Führungstrios, am Dienstag in einer Pressekonferenz erklärte. Urlaubssperren wird es demnach nicht geben. Als besonderen Schwerpunkt wollen die drei Ärztinnen – zwei davon kommen aus der Notfallmedizin – chronisch Kranke betreuen, beispielsweise Diabetiker.

Primärversorgungszentren: 75 Standorte bis 2021

Gesundheitsministerin Pameli Rendi-Wagner (SPÖ) erinnerte an ihren Plan, bis 2021 österreichweit 75 PHC-Standorte errichten zu wollen. Denn auch die jüngst präsentierte Sozialversicherungsstudie habe gezeigt, dass hierzulande der Versorgungsanteil im Spitalsbereich sehr hoch liege. Insofern freue sie sich, dass das Zentrum in der Donaustadt “so schnell” habe errichtet werden können.

An die nicht allzu schnelle Vorgeschichte erinnerte indes Ingrid Reischl, Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse: “Es hat lange gedauert, um dieses Zentrum auf die Beine zu kriegen.” Schließlich hätte die Einrichtung eigentlich schon Mitte 2015 eröffnen sollen. Allerdings musste der Standort insgesamt drei Mal ausgeschrieben werden. Das Problem: Eine Gruppenpraxis wie beim Mariahilfer Modell oder auch in Enns war hier noch nicht vorhanden. Drei Ärzte, die vorher noch nie zusammengearbeitet hatten, mussten gefunden werden. Folglich kann das Team im 22. Bezirk auch auf keinem vorhandenen Patientenstock aufbauen.

Das sagt Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres plädierte insofern dafür, dass man in Zukunft Primärversorgungseinrichtungen aus bestehenden Gruppenpraxen bilden solle. Wiens Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) erhoffte sich wiederum “Rückenwind” durch das neue PHC-Gesetz, “damit das nicht immer eine so schwere Geburt wird”.

Szekeres betonte bei der Gelegenheit einmal mehr die Wichtigkeit des Hausarztes. Rendi-Wagner konterte, dass es sich bei den PHC-Einrichtungen keinesfalls um ein “Ersatzkonzept zum Hausarzt” handle. Im Gegenteil: “Das Zentrum ist nicht nicht-hausärztlich”, wie sich die Ministerin ausdrückte. Erfahrungen aus Mariahilf würden außerdem zeigen, dass keine Praxen aus der Umgebung “aufgesaugt” würden.

Was weitere PHC-Standorte in Wien anbelangt, wollte man keine Details verraten. “Ich höre, es gibt Interessenten”, so Reischl. Neue Einrichtungen sollen etwa in jenen Regionen der Stadt entstehen, die stark wachsen und insofern besonders versorgungsintensiv seien, hieß es.

(APA, Red.)



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