107 Obdachlose in Salzburg ohne Betreuung entdeckt

Mathias FischerMathias Fischer
Mann mit Kapuzenjacke und Hose sitzt auf Boden vor Mauer
© Katja Grundner

Streetwork-Teams von Caritas und VinziDach haben in Salzburg 107 akut obdachlose Personen aufgespürt, die bisher in keinem Hilfssystem erfasst waren. Sie wurden unter anderem in der Elisabeth-Vorstadt, im Andräviertel und in Schallmoos angetroffen, so der ORF.

Die Teams stießen auf die Betroffenen in verschiedenen Stadtteilen, darunter die Altstadt und die Riedenburg. Keine dieser 107 Personen war zuvor in einer Beratungs- oder Versorgungsstruktur registriert gewesen.

Versorgungslücke bei bestimmten Gruppen

Peter Linhuber vom Forum Wohnungslosenhilfe spricht von einer klaren Versorgungslücke. Besondere Angebote seien nötig, um Menschen zu erreichen, die von Armut betroffen sind, weiblich sind, psychische Erkrankungen haben oder einen Migrationshintergrund aufweisen.

„Da müssen wir wirklich schauen, dass durch innovative Projekte etwas bewegt wird“, so Linhuber. Dies sei vor allem wichtig, wenn das EU-Ziel erreicht werden solle, die Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden.

Konzept scheitert an Ressourcen

Ein Konzept für eine Kombination aus Notwohnen und Beratungsstelle existiere bereits, erklärte Linhuber. Besonders dringlich sei die Versorgung von minderjährigen Obdachlosen und mitziehenden Minderjährigen, da die Konfrontation mit Obdachlosigkeit in der Kindheit lebenslange Auswirkungen habe.

Die Umsetzung des Konzepts scheitere derzeit jedoch an fehlenden Räumlichkeiten und Personal sowie an deren Finanzierung.

Quelle: https://salzburg.orf.at/stories/3362368/

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