123 Seeadler-Paare in Österreich gezählt

Die Zahl der Seeadler in Österreich erreicht einen neuen Höchststand. Eine aktuelle Erhebung des WWF dokumentiert 123 territoriale Paare – so viele wie noch nie seit der Rückkehr der Art vor rund 25 Jahren.
Bei einer großangelegten Zählung der Naturschutzorganisation WWF wurden 123 territoriale Seeadler-Paare in Österreich erfasst. Von diesen haben 82 Paare nachweislich gebrütet, bei 41 weiteren konnte Revierverhalten beobachtet werden, ohne dass bisher eine Brut bestätigt wurde. Der WWF wertet das Ergebnis als Erfolg langjähriger Schutzmaßnahmen, wie er am Donnerstag mitteilte.
„Der neue Höchstwert zeigt, wie wichtig konsequente Schutzmaßnahmen sind. Denn die Rückkehr des Seeadlers ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von 25 Jahren gezielter Anstrengungen“, erklärte Christian Pichler, Artenschutzexperte beim WWF. Trotz der positiven Entwicklung bestehe keine Entwarnung. Illegale Abschüsse, Vergiftungen und zunehmend auch Kollisionen gefährdeten die Art weiterhin. Die Organisation fordert einen weiteren Ausbau der Schutzmaßnahmen, vor allem gegen Wildtierkriminalität und zur Sicherung geeigneter Lebensräume.
Waldviertel beherbergt die Hälfte aller Brutpaare
Der Schwerpunkt der Seeadler-Population liegt in Niederösterreich. Das Waldviertel hat sich zum wichtigsten Gebiet für die Art in Österreich entwickelt. Dort wurden 67 Paare erfasst, darunter 38 Brutpaare. Damit befindet sich rund die Hälfte des österreichischen Brutbestandes in dieser Region. Die Dichte beträgt dort etwa 1,5 Brutpaare je 100 Quadratkilometer, in einzelnen Gebieten werden bis zu sieben Brutpaare je 100 Quadratkilometer erreicht.
Weitere Vorkommen gibt es in den Donauauen westlich von Wien, im Weinviertel, in den March-Thaya-Auen, im Industrieviertel sowie im Burgenland. Auch in der Steiermark und in Oberösterreich nehmen die Bestände zu.
Unterschiedliche Entwicklung in den Regionen
Die Erhebung zeigt laut WWF unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Regionen. In früh wiederbesiedelten Gebieten wie dem Burgenland sowie den March-Thaya- und Donauauen sind bereits viele Reviere besetzt. Das Bestandswachstum verlangsamt sich dort und nähert sich allmählich den natürlichen Grenzen.
In später besiedelten Regionen wie der Steiermark, Oberösterreich und dem Weinviertel wachsen die Bestände dagegen weiterhin stärker. „Mit der aktuellen Bestandsgröße von 123 Seeadler-Paaren dürfte die Obergrenze noch nicht erreicht sein“, sagte Pichler. Die weitere Entwicklung hänge auch davon ab, ob die bestehenden Gefährdungsursachen wirksam ausgeschaltet werden könnten.
Die Seeadler-Zählung wurde mit Unterstützung zahlreicher Helferinnen und Helfer durchgeführt und ist Teil der aktuellen Studie „Populationsdynamik des Seeadlers“.
Quelle: APA
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