14 Anzeigen wegen manipulierter Halloween-Süßigkeiten

Mona HopfingerMona Hopfinger
Internationale Ermittlung: Lupe über Paket mit Nadel, Kürbis im Schatten.
© Mit KI (Gemini) generiert

Österreichweit wurden bis Mittwochmittag 14 Fälle von präparierten Halloween-Süßigkeiten gemeldet. In den Naschereien steckten spitze Metallgegenstände. Die Steiermark verzeichnet mit sechs Anzeigen die meisten Fälle, in Wien liegt ein erster Verdacht vor.

Seit Dienstag kamen sechs weitere Anzeigen hinzu, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Die Süßigkeiten seien „im vergleichbaren Modus Operandi“ mit spitzen, metallischen Gegenständen versehen worden. Eine medizinische Behandlung war bisher in keinem Fall nötig.

Die neuen Meldungen stammen aus Niederösterreich (drei Fälle in den Bezirken Bruck an der Leitha, Amstetten und Melk), der Steiermark (zwei Fälle in Murtal und Leibnitz) sowie aus Oberösterreich (ein Fall in Linz).

Steiermark mit den meisten Fällen

Insgesamt verteilen sich die bekannten Vorfälle auf Niederösterreich (vier), Oberösterreich (drei), Salzburg (einer) und die Steiermark (sechs). Im Bezirk Leibnitz wurde bereits Montagabend eine manipulierte Nascherei entdeckt – nun sind es dort zwei Fälle. Eine Mutter hatte durch die Medienberichte aufmerksam geworden die Süßigkeiten vor dem Verzehr aufgebrochen und das Metall gefunden.

In Wien gibt es einen ersten Verdachtsfall in der Donaustadt. Eine Frau entdeckte offenbar eine Schraube in einem Schokoladenbonbon und postete darüber auf Facebook. „Es ist ein Verdachtsfall bekannt. Wir nehmen das sehr ernst, der Fall wird geprüft“, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer. Eine Anzeige lag Mittwochvormittag noch nicht vor.

Funde in Linz und Amstetten

In Linz-Ebelsberg fand ein 28-Jähriger Dienstagnachmittag eine Schraube in einem Schokoriegel, den seine Kinder (acht und vier Jahre) gesammelt hatten. Durch ein Video auf Social Media alarmiert, hatte er die Süßigkeiten kontrolliert. Woher der Riegel stammt, ist unklar. In Linz war bereits Montag ein Fall in einem anderen Stadtteil bekannt geworden.

In Winklarn (Bezirk Amstetten) verletzte sich Montag eine Zehnjährige leicht im Mund, als sie in eine Minischokolade mit versteckter Nadel biss.

Polizei warnt und vermutet Vernetzung

Die Polizei appelliert an Eltern, die gesammelten Süßigkeiten sorgfältig zu prüfen. Verdächtige Naschereien sollen nicht gegessen werden. Manipulierte Süßigkeiten samt Verpackung aufbewahren und melden – Fremdkörper nicht entfernen, um Spuren zu sichern.

Das Bundeskriminalamt bündelt die Ermittlungen in der „SOKO Treat“. Gerald Tatzgern, Leiter der Abteilung Ermittlungen, vermutet einen „Aufruf“ im Netz vor Halloween. Ähnliche Fälle wurden aus Deutschland, Norwegen, Irland und Kanada gemeldet. „Wenn wir uns denken, dass hier in Europa, vor allem im deutschsprachigen Raum, diese Art und Weise sehr ähnlich ist, muss es eine Art Vernetzung gegeben haben“, sagte er im Ö1-Mittagsjournal.

Auch Europol prüft einen internationalen Zusammenhang. Kommunikationschef Jan op gen Oorth verwies auf die „regionale Bündelung in einem bestimmten Kernbereich Zentraleuropas“. Solche Netzwerke könnten „einfach die legalen, verschlüsselten Dienste“ nutzen, ohne ins Darknet gehen zu müssen.

Quelle: APA

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