17-Jähriger tötete Mithäftling nach Streit um Hemd

Ein 17-Jähriger soll in einer Justizanstalt seinen 19-jährigen Mithäftling getötet haben. Auslöser war laut dem Beschuldigten ein Streit um ein Hemd, so die Staatsanwaltschaft Klagenfurt.
Der jugendliche Beschuldigte gab bei Einvernahmen an, von seinem Zellengenossen provoziert worden zu sein. Er berichtet von mehrfachen Konflikten, bei denen ihn der spätere Getötete beschimpft und geschlagen haben soll. Diese Darstellung lasse sich durch die bisherigen Ermittlungen allerdings nicht belegen, erklärte Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt.
Auseinandersetzung um getauschtes Kleidungsstück
Zur Eskalation kam es offenbar wegen einer Lappalie. Der 17-Jährige behauptet, der 19-Jährige habe ihm ein teures Hemd weggenommen und gegen ein billiges ausgetauscht. Um den Konflikt zu klären, habe er seinem Mithäftling in der Tatnacht einen Ringkampf vorgeschlagen.
In dessen Verlauf sei es zur tödlichen Gewalttat gekommen. Der Beschuldigte würgte sein Opfer zunächst bis zur Bewusstlosigkeit. Danach versuchte er, den 19-Jährigen mit einem Müllsack zu ersticken, bevor er einen Einwegrasierer verwendete und dem Opfer tödliche Verletzungen zufügte. Nach der Tat legte sich der Tatverdächtige schlafen. Justizwachebeamte fanden die Leiche am nächsten Morgen.
Keine Hinweise auf psychische Erkrankung
Eine Untersuchung ergab laut Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Beschuldigten. Er befindet sich nun in Einzelhaft. Das Justizministerium prüft derzeit, ob Justizwachebeamte im Vorfeld der Tat von Auseinandersetzungen zwischen den beiden Häftlingen Kenntnis hatten.
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