18-Jähriger führt eigenes Café in Radstadt

Mona HopfingerMona Hopfinger
junger Mann mit Brille und schwarzer Weste vor der City Lounge in Wien
© CityLounge Radstadt

Alexander Ellmer übernahm im Juni die City Lounge in Radstadt – mit 18 Jahren und selbst verdientem Geld. Vom Ferialjobber an der Eistheke zum Chef: Der junge Gastronom erzählt, wie aus einem Sommerjob sein Lebensplan wurde.

Alexander Ellmer begann seine Karriere in der Gastronomie mit 15 Jahren. Als Ferialjobber stand er an der Eistheke der City Lounge, nachdem seine Eltern und er als Gäste bemerkt hatten, dass das Personal ständig zur Eisstation laufen musste. Sie fragten den damaligen Betreiber, ob er für die neun Wochen Sommerferien Unterstützung brauche. Der Chef war begeistert.

Nach den Ferien arbeitete Ellmer zunächst samstags weiter, später auch sonntags und unter der Woche. „Die Kolleg:innen und der Chef haben mir nach und nach mehr Verantwortung übertragen“, erzählt er. Ihm wurde klar: „So etwas möchte ich irgendwann selbst machen.“

Übernahme parallel zur Matura

Als der Pachtvertrag des damaligen Chefs im Mai auslief – genau zum Zeitpunkt von Ellmers Schulabschluss – kam die Frage, ob er übernehmen wolle. „Von mir aus morgen“, lautete seine Antwort. Nach Gesprächen mit den Eltern und einem Steuerberater sagte er zwei Tage später zu.

Die Übernahme fiel mitten in die Maturazeit. Ellmer hatte vormittags Unterricht an der HAK, ab 14 Uhr stand er im Café, sonntags den ganzen Tag. Samstags arbeitete er zusätzlich auf der Skihütte seines Chefs. „Auf die Qualität meiner Arbeit hat sich das nicht ausgewirkt, eher auf meine Anwesenheit in der Schule“, gibt er zu.

Vom Angestellten zum Geschäftsführer

Bereits im Herbst vor der offiziellen Übernahme am 1. Juni 2026 übernahm Ellmer die Geschäftsführung. So konnte er ein halbes Jahr lang testen, wie alles funktioniert. Wareneinkauf und Buchhaltung waren anfangs ungewohnt, doch der Übergang verlief reibungslos.

Die Stammgäste kannten den jungen Gastronomen bereits und waren auf den Wechsel vorbereitet. Bei Touristen sorgt sein Alter hingegen oft für Überraschungen: „Wenn sie nach dem Chef fragen und ich sage, dass ich es bin, halten sie das zunächst meist für einen Scherz.“ Viele gehen davon aus, er habe das Café von seinen Eltern übernommen. „Das ist eigentlich das Einzige, was mich daran stört, denn die Ablöse habe ich mit meinem selbst verdienten Geld bezahlt“, betont Ellmer.

Hoher Qualitätsanspruch als Antrieb

Trotz der bekannten Herausforderungen in der Gastronomie – lange Arbeitszeiten, hohe Belastung – reizt Ellmer vor allem der soziale Aspekt. „Es macht mich wahnsinnig glücklich, wenn ein Gast zufrieden geht und lachend sagt: Das war super da“, erklärt er. Besonders motiviere ihn, wenn Gäste aufgrund von Empfehlungen kommen und ebenso zufrieden wieder gehen.

Sein Anspruch an die City Lounge ist hoch: „Wenn wir ein Kaffeehaus sind, möchte ich den besten Kaffee in Radstadt anbieten.“ Alle Kuchen werden selbst gemacht, auch beim Eis setzt er auf höchste Qualität. „Wer ein Kaffeehaus führt, sollte den Anspruch haben, in seinem Bereich der Beste in der Stadt zu sein“, so seine Überzeugung.

Pläne für die Zukunft

In fünf Jahren soll die City Lounge weiterwachsen. Ellmer möchte, dass noch mehr Menschen wissen, dass das Café an sieben Tagen pro Woche ganzjährig geöffnet ist. Eine zweite Filiale oder ein ähnliches Konzept kann er sich vorstellen, dafür sei es aber noch zu früh. Sein Ziel: „Jeder einzelne Gast soll zufrieden hinausgehen.“

Das Café bietet Frühstück, kleine Speisen, Kaffee, Tee, selbstgemachte Kuchen, Waffeln und Eis sowie Cocktails an. Im Innenbereich gibt es rund 40 Sitzplätze, auf der Terrasse weitere 50.

Quelle: https://eurogast.at/news/blog/mit-18-chef-interview-mit-alexander-ellmer

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