18-Kilo-Tumor in Graz erfolgreich entfernt

Mona HopfingerMona Hopfinger
Chirurgische Instrumente schneiden in ein Organ, das 18 kg wiegt, daneben ein Maßband mit 40 Zentimetern.
© Mit KI (Gemini) generiert

Ärzte am LKH-Universitätsklinikum Graz haben einer 50-jährigen Frau aus der Oststeiermark einen 18 Kilogramm schweren Tumor entfernt. Das gutartige Gewächs hatte nahezu den gesamten Bauchraum ausgefüllt.

Am LKH-Universitätsklinikum Graz ist einer 50-jährigen Patientin aus der Oststeiermark ein 18 Kilogramm schwerer und rund 40 Zentimeter großer Tumor erfolgreich entfernt worden. Das Klinikum gab die erfolgreiche Operation am Freitag bekannt. Bei dem Gewächs handelte es sich um einen gutartigen Tumor, der vom linken Eierstock ausging.

Die Frau hatte über mehrere Monate hinweg zunehmende Beschwerden im Bauchraum verspürt. Ihr Hausarzt überwies sie daraufhin zu einer CT-Untersuchung ins LKH Oststeiermark am Standort Hartberg. Dort wurde das massive Gewächs entdeckt, das bereits fast den kompletten Bauchraum einnahm und die Organe verdrängte.

Elfköpfiges Team im Einsatz

Wegen der außergewöhnlichen Dimension wurde die Patientin von Hartberg nach Graz verlegt. Karl Tamussino, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologie am Uniklinikum Graz, betonte die Bedeutung des Krankenhausnetzwerks: „In diesem außergewöhnlichen Fall war es sinnvoll, die Patientin in das Zentrum zu überweisen. Genau so soll ein Krankenhausnetzwerk funktionieren: Die Patientinnen werden dort behandelt, wo für ihre jeweilige Situation die besten Voraussetzungen vorhanden sind“, erklärte er.

Die rund dreistündige Operation führte ein elfköpfiges Team aus Gynäkologinnen und Gynäkologen, Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie OP-Pflege durch. Über einen Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein gelang es, den Tumor intakt zu entfernen.

Schnellschnitt brachte Gewissheit

Unmittelbar nach dem Eingriff musste mittels Gewebeprobe geklärt werden, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Dies geschieht üblicherweise mit einem sogenannten Schnellschnitt im Diagnostik- und Forschungsinstitut für Pathologie. Wegen des 18 Kilogramm schweren Präparats war diesmal allerdings kein Transport über die Rohrpost möglich, sondern ein schneller Botengang erforderlich.

Nach wenigen Minuten stand fest: Der Tumor war gutartig. Es handle sich um ein gutartiges Zystadenofibrom. Armin Bader, der verantwortliche Chirurg, erläuterte: „Die Größe eines Tumors sagt eigentlich nichts darüber aus, ob er gut- oder bösartig ist. In diesem Fall hatte der Tumor zwar nahezu den gesamten Bauchraum ausgefüllt und andere Organe massiv verdrängt, war aber zum Glück nicht in sie eingewachsen“.

Patientin rasch genesen

Die Frau erholte sich gut von dem Eingriff und konnte bereits zwei Tage nach der Operation nach Hause entlassen werden. Eine weitere Therapie ist nicht notwendig. Die chirurgische Nachsorge übernimmt nun wieder das Krankenhaus in Hartberg.

Quelle: APA

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