2.000 neue Polizisten für 2027 angekündigt

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) will die Zahl der Neuaufnahmen bei der Polizei im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Heuer wurden bereits 1.500 Beamte aufgenommen – mehr als geplant. Das Modell „Wien auf Zeit“ soll helfen, den Personalmangel in der Bundeshauptstadt zu beheben.
Gerhard Karner (ÖVP) kündigte am Mittwoch bei einem Pressegespräch an, dass 2027 insgesamt 2.000 Polizistinnen und Polizisten neu aufgenommen werden sollen. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber heuer, als 1.500 Personen eingestellt wurden – mehr als ursprünglich vorgesehen.
Für das Programm „Wien auf Zeit“ haben sich bereits 50 Interessenten gemeldet, deren Ausbildung im Dezember startet. Der Minister zeigte sich darüber erfreut.
Fünf Jahre in Wien, dann zurück in die Heimat
Das Konzept richtet sich an Bewerber aus den Bundesländern, die zwar die Aufnahme geschafft haben, aber wegen fehlender Ausbildungsplätze in ihrer Heimat nicht zum Zug kamen. Sie absolvieren die zweijährige Ausbildung sowie die ersten drei Berufsjahre in Wien und können danach garantiert in ihr Heimatbundesland wechseln. Die meisten Teilnehmer stammen laut Karner aus Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland.
Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl begrüßte die Initiative: „Das Modell 'Wien auf Zeit' kommt uns sehr gelegen.“ In der Bundeshauptstadt hatten sich heuer 4.000 Personen beworben, nur 650 schafften die Aufnahme. Man habe mit 800 Neuaufnahmen gerechnet, räumte Pürstl ein. Karner sprach von einer „klassischen Win-Win-Situation“: Wien bekomme mehr Personal, die Bewerber könnten dort arbeiten, wo Bedarf bestehe.
Änderungen beim Dienstzeitmanagement
Beim neuen Dienstzeitmanagement (DZM) läuft seit September in fünf Testregionen der Probebetrieb. Das Projekt habe bei den Beamten „Sorgen und Ängste“ ausgelöst, gab Karner zu. Darauf habe man reagiert.
Ab November sind auf freiwilliger Basis bis zu vier 24-Stunden-Dienste pro Monat möglich. Die Plandienststunden am Wochenende wurden von 48 auf 40 Stunden gesenkt, die Wochenruhe als Ausgleich für Wochenenddienste angepasst. Mindestens 16 Stunden Journaldienst können nun auch ohne Nachtdienste geleistet werden. Der Vorplanungszeitraum schrumpfte von drei auf einen Monat, die Dienstplanung muss erst am 25. statt am 17. eines Monats abgeschlossen sein.
Ab 1. Jänner 2027 werden die Zulagen für Wochenend- und Nachtdienste verdoppelt. Alle Bediensteten in den Testregionen Bregenz, Leibnitz, Linz, Gänserndorf und Wien-Brigittenau erhalten zudem eine einmalige Sonderzahlung von 600 Euro.
Polizei bereitet sich auf Halloween vor
Für das bevorstehende Halloween-Wochenende sei die Exekutive gerüstet, betonten Karner und Pürstl. In sozialen Medien gebe es – angeheizt durch Bilder von Krawallen in europäischen Großstädten – Aufrufe zu Ausschreitungen. „Wir haben das unter polizeilicher Beobachtung“, versicherte der Innenminister. Die Polizei werde konsequent einschreiten, falls nötig. Es gelte die 3D-Strategie: Dialog, Deeskalation und Durchsetzung, wenn Deeskalation scheitere.
Pürstl berichtete von „einzelnen GenZ-Aufrufen“ in Wien, konkrete Hinweise auf organisierte Gewalt gebe es derzeit aber nicht. Im Bedarfsfall stünden „ein paar hundert Beamte“ zur Gefahrenabwehr bereit.
Quelle: APA
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