24 Künstler in St. Pölten mit Kulturpreisen geehrt

Mathias FischerMathias Fischer
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Niederösterreich hat am Donnerstagabend zum 66. Mal seine Kulturpreise verliehen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeichnete im Festspielhaus St. Pölten 24 Künstler und Kulturinitiativen in acht Kategorien aus.

Die Gala im Festspielhaus St. Pölten würdigte Leistungen in den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Erwachsenenbildung, Literatur, Medienkunst – künstlerische Fotografie, Musik sowie Volkskultur und Kulturinitiativen. Heuer ging der Sonderpreis an künstlerische Arbeiten im Bereich „Tanz und Performance“. Pro Kategorie wurde ein Würdigungspreis über 13.000 Euro sowie zwei Anerkennungspreise zu je 6.000 Euro vergeben.

Johanna Mikl-Leitner dankte in ihrer Rede den Ausgezeichneten für deren Kreativität und Innovationskraft. „Wir sagen heute Danke an Menschen, die uns mit ihrer Kreativität, ihrer Innovationskraft und ihren Ideen berühren, begeistern, zum Nachdenken und zum Umdenken bringen“, so die Landeshauptfrau. In Zeiten globaler Krisen brauche es „nicht weniger Kunst und Kultur, sondern mehr“. Künstler würden hinschauen, wo andere wegschauen, und neue Perspektiven eröffnen.

Kunst und Kultur seien „eine tragende Säule unserer Gesellschaft“, betonte Mikl-Leitner. Sie würden Brücken bauen, Identität und Gemeinschaftsgefühl stärken und stellten zudem „einen wichtigen Faktor für Wirtschaft und Tourismus“ dar. Niederösterreich sei „ein Land, in dem Kunst und Kultur in der Spitze und in der Breite verankert sind“ – und das das ganze Jahr über.

Moderatorin und Gastredner bei der Gala

Durch den Abend führte Teresa Vogl, für die musikalische Begleitung sorgten Clemens Schaller und Band. Als Gastredner trat Klaus Albrecht Schröder auf, Kunsthistoriker und ehemaliger Generaldirektor der Albertina. Er unterstrich: „Künstlerinnen und Künstler schaffen mit ihrem Werk die Möglichkeit einzigartiger Erfahrungen: für sich, für uns, für die Welt. Eine verantwortliche Kulturpolitik muss dafür sorgen, dass Menschen diese Möglichkeit wahrnehmen können.“

Uraufgeführt wurde das Musikstück „Hippolyt – Unleash the Horses!“ von Karlheinz Essl junior. Rebecca Horner, frühere Solotänzerin des Wiener Staatsballetts, präsentierte eine eigens entwickelte Tanzperformance als Rahmen für den Sonderpreis.

Architektur: Würdigung für archipel architekten

In der Kategorie Architektur erhielt das Büro archipel architekten, vertreten durch Johannes Kraus, den Würdigungspreis. Ausgezeichnet wurde das umfassende Portfolio mit exzellenten Bauten wie dem Hermann-Nitsch-Museum in Mistelbach oder dem Konzertsaal in Hermannswörth. Anerkennungspreise gingen an Leonhard Panzenböck für die Umgestaltung einer alten Werkstätte in einen Kulturraum in Pottenstein an der Triesting sowie an die a quadrat Ziviltechniker GmbH & Co KG für die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes in Großrußbach.

Bildende Kunst: Frenzi Rigling ausgezeichnet

Den Würdigungspreis in der Bildenden Kunst erhielt Frenzi Rigling für ihr einzigartiges und vielstimmiges Schaffen in der zeitgenössischen Kunst. Florian Schmidt wurde für seine vielversprechende Entwicklung in der Konkreten Kunst und seine Ausstellungstätigkeit anerkannt. Katrina Daschner erhielt eine Anerkennung für ihre interdisziplinären Projekte, in denen sie genderspezifische Machtstrukturen kritisch hinterfragt.

Erwachsenenbildung: Engagement in Baden und Pöchlarn

Im Bereich Erwachsenenbildung wurde August Breininger für sein langjähriges Engagement bei der kulturellen Entwicklung Badens und der Stärkung der Volkshochschule gewürdigt. Das Kokoschka Museum Pöchlarn erhielt eine Anerkennung für seine wissenschaftliche und vermittelnde Arbeit rund um Oskar Kokoschka. Der Verein Waldviertler Heimatbund wurde für seine Forschungen zur Region durch Veranstaltungen, Sammlungen und die Herausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ ausgezeichnet.

Literatur: Georg Bydlinski für Gesamtwerk geehrt

In der Literatur ging der Würdigungspreis an Georg Bydlinski für sein umfangreiches Werk in Lyrik, Prosa, Kinderliteratur und Übersetzung, das rund 80 Bücher umfasst. Patricia Mathes wurde für ihren im September 2026 erschienenen Gedichtband „wolkenbruch“ anerkannt, Michael Stavarič für seinen 2025 veröffentlichten Roman „Die Schattenfängerin“.

Medienkunst: Fritz Simak für konzeptuelle Fotografie

In der Kategorie Medienkunst – künstlerische Fotografie wurde Fritz Simak, ein wichtiger Vertreter der konzeptuellen Fotografie in Österreich, mit dem Würdigungspreis geehrt. Seine analogen Aufnahmen untersuchen die Grundelemente Licht und Zeit. Matthias Klos wurde für seine Fotografien ausgezeichnet, die historische und ökonomische Zusammenhänge im nördlichen Waldviertel beleuchten. Lisa Rastl erhielt eine Anerkennung für ihre Reflexion fotografischer Verfahren im Spannungsfeld zwischen Fotografie, Skulptur und Institutionskritik.

Musik: Johanna Doderer für Komposition und Förderung

Im Bereich Musik ging der Würdigungspreis an Johanna Doderer. Sie wurde nicht nur für ihr internationales kompositorisches Schaffen für Kammermusik und Orchester ausgezeichnet, sondern auch als Förderin junger Talente durch das Festival hören:sitzendorf und die Konzertreihe „Das klingende Schloss“. Cordula Bösze wurde für ihre Tätigkeit als Musikvermittlerin, Pädagogin und Leiterin einer Kompositionswerkstatt geehrt. Jakob Kammerer erhielt eine Anerkennung für sein Wirken als Musiker, Obmann des Jazzclubs Melk und Kurator der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt.

Volkskultur: Erhard Mann als Chorleiter gewürdigt

In der Kategorie Volkskultur und Kulturinitiativen wurde Erhard Mann als renommierter Musikpädagoge, Chorleiter und Komponist mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet. Der aL!VE – Allentsteiger lichtspiel Verein erhielt eine Anerkennung für die Wiederbelebung des historischen Gebäudes „lichtspiel Allentsteig“ als modernes Medien- und Kulturzentrum. Uta Maria Matschiner wurde für die Organisation und Konzipierung von Ausstellungen, Konzerten und weiteren Aktivitäten im Museum der Stadt St. Valentin geehrt.

Sonderpreis Tanz: Michael Birkmeyer ausgezeichnet

Mit dem Würdigungspreis in der Kategorie des Sonderpreises „Tanz und Performance“ wurde Michael Birkmeyer für seine Tätigkeit als Tänzer, Choreograf und langjähriger künstlerischer Leiter des Festspielhauses St. Pölten bedacht. Die Anerkennungspreise gingen an Anna Josefine Holzer für ihren Tanzfilm „ES WIR(D)T – Männer weinen nicht“ im ehemaligen Stidl-Wirtshaus in Pillichsdorf, in dem sie sich gemeinsam mit Profitänzern und Dorfbewohnern mit Männlichkeitsbildern auseinandersetzt. Dorothea Zeyringer wurde für ihre profilierte Performancepraxis an der Schnittstelle von bildender und darstellender Kunst auf renommierten nationalen und internationalen Bühnen ausgezeichnet.

Quelle: OTS

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