30 Kilo Kokain in Wien sichergestellt – sechs Festnahmen

Ermittler des Landeskriminalamts haben bei einer serbischen Drogengruppe über 30 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Es ist die größte Sicherstellung in der Bundeshauptstadt seit einem Jahrzehnt.
Zwischen Herbst 2025 und Februar 2026 gelang Wiener Drogenfahndern ein spektakulärer Schlag gegen eine international agierende Bande. Gut 30 Kilogramm Kokain wurden sichergestellt, sechs Personen festgenommen. Wie Christoph Hackl vom Landeskriminalamt am Montag berichtete, handelt es sich um die größte Kokain-Beschlagnahme in Wien seit zehn Jahren. Die Gruppierung sei Teil einer „mafiösen Struktur“. Insgesamt wurden gegen die Verdächtigen bereits 17 Jahre und zwei Monate unbedingte Haft verhängt.
Raffiniertes Versteck im Mercedes
Das Rauschgift wurde aus Valencia in Spanien in einem speziell umgebauten Mercedes-Benz der S-Klasse transportiert. Hinter der Rückbank war ein Geheimfach mit Magnetschalter eingebaut, das bei gewöhnlichen Kontrollen nicht auffiel. Nur durch forensische Analysen von Spezialisten des Bundeskriminalamts kam das Versteck ans Licht, so Hackl. Der Fahrer führte Skiausrüstung mit, um unverdächtig zu wirken.
Zentrale in Liesing
Ausgangspunkt war ein Hinweis rund um eine serbische Tätergruppe, die von einem „Dealerlokal“ in Meidling aus operiert haben soll. Die Ermittler konzentrierten sich auf einen 43-jährigen Serben, der von einer angemieteten Bunkerwohnung samt Garage in Liesing aus die Geschäfte steuerte. Bei ihm stellten die Fahnder 20 Kilogramm Kokain sicher.
Weitere zehn Kilogramm waren zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem Schmuggelfahrzeug Richtung Slowenien unterwegs. Der Fahrer, ein 31-jähriger professioneller Drogenkurier aus Kroatien, wurde an der Grenze in Spielfeld gefasst.
Weitere Festnahmen – Cannabis und Subdealer
Neben den Hauptverdächtigen nahmen die Ermittler vier weitere Personen fest: einen 31-jährigen Österreicher, der 27 Kilogramm Cannabisharz geliefert hatte, sowie zwei Subdealer – einen 39-jährigen Serben und einen 36-jährigen Iraker –, die für die Verteilung in Wien zuständig waren.
Femizid verhindert – Festnahme wegen Morddrohung
Ein dritter Subdealer, ein 38-jähriger Österreicher, stellte eine akute Bedrohung für seine Ex-Frau dar, die er bereits mehrfach gefährlich bedroht und gestalkt hatte. „Die Delikte nach dem Suchtmittelgesetz wurden hinten angestellt, um die Gefahr abzuwenden“, erklärten die Kriminalisten. Gegen den Mann bestanden bereits mehrere Betretungsverbote, hinzu kam eine Morddrohung.
Bei seiner Festnahme hatte der 38-Jährige eine geladene Faustfeuerwaffe griffbereit in der Mittelkonsole seines Autos. Zudem soll er am Pkw seiner Ex-Frau einen Peilsender angebracht haben. „Das unterstreicht die Gewaltbereitschaft und die Gefahr“, betonte Hackl. Ein verhinderter Femizid wiege mehr als alle Drogenaufgriffe, so die Ermittler.
Bilanz: Millionenwerte beschlagnahmt
Insgesamt erfolgten fünf Festnahmen wegen grenzüberschreitender Suchtmittelkriminalität und eine weitere primär wegen der Morddrohung. Neben den über 30 Kilogramm Kokain mit einem Schwarzmarktwert von drei bis 3,5 Millionen Euro wurden auch 27 Kilogramm Cannabisharz sowie eine fünfstellige Bargeldsumme.
Quelle: APA
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