35 Millionen Euro für neue Seekanalisation am Wörthersee

Der Wasserverband Wörthersee-Ost erneuert bis 2030 die Abwasserinfrastruktur rund um den Wörthersee. Drei Bauprojekte mit einem Gesamtvolumen von 35 Millionen Euro sollen die Wasserqualität des Sees langfristig sichern.
Der Wasserverband Wörthersee-Ost startet noch im Juli mit den Vorarbeiten für ein Großprojekt zur Erneuerung der Abwasserinfrastruktur. Gemeinsam mit zwölf Mitgliedsgemeinden werden bis 2030 drei Bauprojekte umgesetzt, um die Sicherheit der Abwasserverbringung und die Sauberkeit des Wörthersees auch künftig zu gewährleisten.
Bürgermeister Christian Scheider, Obmann des Wasserverbandes, stellte die Details am Freitag gemeinsam mit Geschäftsführer Ingolf Herold und Projektleiter Daniel Seebacher von CCE Ziviltechniker am Lendspitz vor. Im Zentrum steht die Erneuerung der 50 Jahre alten Seedruckleitungen, die am Grund des Wörthersees verlaufen und die Abwässer aus den umliegenden Gemeinden abtransportieren.
25 Kilometer Seedruckleitungen werden ausgetauscht
Auf einer Länge von 25 Kilometern zwischen Klagenfurt und Techelsberg werden die Leitungen sukzessive ausgetauscht. „Die Seedruckleitungen waren in den 1970er Jahren eines der größten Umweltschutzprojekte Kärntens. Es wurde verhindert, dass der Wörthersee aufgrund von Abwässern kippt. Die Wasserqualität hat sich massiv verbessert. Damit das so bleibt, investieren wir in den nächsten Jahren 35 Millionen Euro in neue Leitungen und Kanäle“, erklärte Scheider.
Die neuen Rohre werden an Land zu mehreren hundert Meter langen Abschnitten verschweißt und anschließend in den See eingezogen. Auf dem Wasser werden die Abschnitte auf Schwimmkörpern miteinander verbunden und durch kontrolliertes Befüllen mit Wasser an die vorgesehene Stelle abgesenkt. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme werden die alten Leitungen aus dem See geborgen und fachgerecht entsorgt.
Neue Ableitung für Keutschacher Seental
Ein weiteres Projekt ist eine neue Abwasserableitung für das Keutschacher Seental. Dafür wird ein 2,5 Kilometer langer Kanal von Keutschach nach Reifnitz errichtet. „Damit verlaufen dann die Leitungen von Süd- und Nordufer getrennt bis zur Schnittstelle Maiernigg. Dort werden dann Abwässer von bis zu 400 Liter pro Sekunde anfallen – eine immense Menge“, sagte Seebacher.
Um das Abwasser von den neuen Seedruckleitungen weiterzuleiten, entsteht ein rund 7.500 Meter langer Haupttransport- und Sammelkanal von Maiernigg bis zur Kläranlage. Dieser entlastet künftig die bestehenden Verbandskanäle in den Bereichen Viktring, Waidmannsdorf und St. Ruprecht.
„Dadurch profitiert das Klagenfurter Kanalnetz insgesamt, da wieder mehr Kapazitäten frei werden. Aufgrund der neuen Trassenführung können zukünftig der Betrieb mehrere Pumpwerke eingespart werden“, erläuterte Herold.
Baustart in der tourismusfreien Zeit
Bis Anfang 2027 laufen die Ausschreibungsverfahren für das Großprojekt. Die ersten Baumaßnahmen erfolgen dann in der tourismusfreien Zeit von Oktober bis April 2027. Die Gesamtkosten von etwa 35 Millionen Euro werden über den Wasserverband mit den zwölf Mitgliedsgemeinden finanziert: Klagenfurt, Maria Wörth, Pörtschach, Krumpendorf, Schiefling, Moosburg, Techelsberg, Ebenthal, Maria Saal, Keutschach, Köttmannsdorf und Maria Rain.
Die ersten Bauabschnitte sollen 2030 fertiggestellt sein und in Betrieb gehen. Durch die neuen Leitungen soll die Sicherheit der Abwasserableitung und die Sauberkeit des Wörthersees für die nächsten Jahrzehnte gewährleistet werden.
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