373 Gemeinden mit sehr hoher Hitzebelastung

Mathias FischerMathias Fischer
Hitzetage Österreich: 61 in Bregenz, 373 Gemeinden betroffen, 30°C+ über 30°C, +2,4% Mortalität
© Mit KI (Gemini) generiert

Ein Wiener Forscherteam hat für alle österreichischen Bezirke und Gemeinden einen Hitzebelastungsindex berechnet. Bis 1. August wiesen heuer bereits 373 Gemeinden und 22 Bezirke einen sehr hohen Wert auf – deutlich mehr als in den Vorjahren.

Die Hitzebelastung in Österreich erreicht heuer außergewöhnlich hohe Werte. Das zeigt eine interaktive Karte, die Forschende des Complexity Science Hub (CSH) in Wien erstellt haben. Bis zum 1. August verzeichneten insgesamt 373 Gemeinden und 22 Bezirke einen sehr hohen Hitzebelastungswert.

Zum Vergleich: Im Jahr 2024, dem heißesten Jahr seit Messbeginn, hatten 25 Bezirke eine hohe Belastung – allerdings für das gesamte Jahr. 2025 waren es nur 14 Bezirke.

Niederösterreich, Burgenland und Kärnten am stärksten betroffen

Besonders stark belastet sind Gemeinden in Niederösterreich, im Burgenland und in Kärnten. In Niederösterreich liegen 145 der Gemeinden mit dem Wert „sehr hoch“ – das entspricht etwa einem Viertel aller Gemeinden des Bundeslandes.

Im Burgenland sind mit 97 Gemeinden sogar über die Hälfte betroffen, in Kärnten sind es 70 Gemeinden. Die zehn Gemeinden mit den meisten Hitzetagen befinden sich alle in Kärnten.

Osten und Süden weiterhin stärker belastet

Die Hitzebelastung ist heuer im Osten und Süden Österreichs insgesamt deutlich höher als im Westen, wie das CSH mitteilt. Allerdings wurden auch im Westen wesentlich mehr Hitzetage als in den vergangenen Jahren registriert.

Der Hitzebelastungsindex berücksichtigt die Anzahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad sowie den Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren.

Jeder Hitzetag erhöht Sterblichkeit um 2,4 Prozent

Zwischen 2015 und 2022 erhöhte jeder zusätzliche Hitzetag die Sterblichkeit in österreichischen Bezirken um 2,4 Prozent pro 1.000 Einwohner, erklären die Forschenden. Hitzewellen – also mehr als drei Hitzetage hintereinander – verdreifachen das Sterberisiko im Vergleich zu einzelnen Hitzetagen.

Hitzewelle in Bregenz seit 61 Tagen

In Bregenz dauerte eine Hitzewelle seit 17. Juli zumindest bis Sonntag an – das sind 61 Tage durchgehend. Das teilte Geosphere Austria am Montag auf APA-Anfrage mit. An sieben weiteren Orten im Burgenland, in Niederösterreich und Kärnten sind es 60 Tage.

Die Messstellen Eisenstadt Nordost, Neusiedl am See, Bruckneudorf, Krems, Langenlois, Bad Vöslau sowie Ferlach weisen seit 18. Juli und zumindest bis 16. August eine Hitzewelle aus.

Definition einer Hitzewelle

Eine Hitzewelle beginnt nach der Definition des tschechischen Meteorologen Jan Kysely, sobald an mindestens drei Tagen in Folge die Tageshöchsttemperatur 30 Grad nicht unterschreitet. Sie dauert an, solange das kumulierte Mittel über die gesamte Periode bei 30 Grad oder mehr bleibt und an keinem Einzeltag die 25-Grad-Marke unterschritten wird.

Das bedeutet nicht, dass es 60 Tage oder mehr ununterbrochen glühend heiß war. In Bregenz lagen 21 der 61 Tage unter 30 Grad – einer davon bei 25,1 Grad. Sie wurden aber vom kumulierten Mittel getragen, sodass die Hitzewelle nicht unterbrochen wurde.

Die Hitzekarte ist online verfügbar unter: https://go.apa.at/F8pnwfPD

Quelle: APA

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