380-kV-Leitung: APG plant 190 Kilometer Hochspannungstrasse

Die Austrian Power Grid will in Kärnten eine 380-kV-Hochspannungsleitung errichten. Rund 190 Kilometer lang soll die Trasse werden, bis zu 700 Masten sind geplant. Bürgerinitiativen fordern ein Überdenken des Projekts, so der ORF.
Die Austrian Power Grid (APG), eine Tochter der Verbundgesellschaft, ist für das Hochspannungsnetz in Österreich zuständig. Mit der geplanten 380-kV-Hochspannungsleitung soll eine bundesweite Ringleitung geschlossen werden. Dadurch werde die Versorgungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte garantiert, betont das Unternehmen.
Die Leitung wird eine Länge von etwa 190 Kilometern haben. Dafür sind 600 bis 700 Masten mit einer maximalen Höhe von 90 Metern erforderlich. Die KELAG wird auf 170 Kilometer Länge eine 110-kV-Leitung mitführen und sich an den Kosten des Milliardenprojektes beteiligen.
Über 1.000 Gespräche mit Betroffenen
Die Planung von der Grob- zur Feintrasse ist bereits weit fortgeschritten. Bisher fanden mehr als 1.000 persönliche Gespräche statt, außerdem wurden acht Infomessen in den Gemeinden abgehalten. Das digitale Infoportal verzeichnete tausende Besucher. Mit den meisten Gemeinden wurde der endgültige Verlauf bereits abgestimmt, bei vier bis fünf Gemeinden könnte es noch Anpassungen geben.
Auf einem Viertel der Gesamtstrecke wurde die Trasse bereits geändert, hieß es am Mittwoch bei einem Hintergrundgespräch von Netzraum Kärnten. Eingeräumt wurde, dass es Nadelöhre geben wird, etwa in Landskron, wo die Leitung nahe an Einfamilienhäusern vorbeiführt.
APG sieht Projekt als unverzichtbar
Bürgerinitiativen verlangen, das gesamte Projekt noch einmal zu überdenken. APG-Vorstand Gerhard Christiner erklärte dazu, man stehe mitten im Diskurs mit der Bevölkerung. Viele Problemfelder seien bereits gelöst worden. „In vielen Gemeinden hat es sehr gute Diskussionen gegeben, wo wir auch gemeinsam Lösungen gefunden haben“, so Christiner. Dort, wo das noch nicht gelungen sei, werde weiter mit der Bevölkerung nach Lösungen gesucht.
Ein Überdenken des Gesamtprojekts sei aus ihrer Sicht nicht möglich, betonte Christiner. Im Gegenteil brauche man dieses Projekt, um die Zukunftsszenarien in Österreich entsprechend realisieren zu können.
Inbetriebnahme für 2033 geplant
Bis spätestens Frühjahr 2028 soll die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen. Die Behörde hat dann 18 Monate Zeit für die Prüfung. Kommt es zu keinen weiteren Verzögerungen, rechnet die APG mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2033.
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