400 tote Schweine in NÖ: Schon 2025 erstickten 150 Tiere

Mathias FischerMathias Fischer
Schweinefarm mit Schild "Geschlossen", Lüfter und der Zahl 400
© Mit KI (Gemini) generiert

In einem Schweinemastbetrieb im Bezirk Amstetten wurden Mitte Juli rund 400 verendete und teilweise verweste Schweine entdeckt. Bereits im Vorjahr sollen bei demselben Betrieb 150 Tiere erstickt sein, so der ORF.

Nachbarn hatten sich über Verwesungsgeruch beschwert, woraufhin die Behörden den Betrieb kontrollierten. Das Ausmaß wurde am Dienstag bekannt: Etwa 400 tote Schweine wurden gefunden. Die Ermittlungen ergaben zudem einen Fehlbestand von rund 1.000 Tieren. Es wird vermutet, dass sich die Tiere gegenseitig aufgefressen haben.

Nach Angaben des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) sollen bereits im Vorjahr bei demselben Betrieb 150 Schweine erstickt sein. Aus dem Büro von Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ), zuständig für Tierschutz, hieß es, der Betrieb sei bis Dezember 2025 regelmäßig kontrolliert worden.

Lüftungsausfall kann vorkommen

Landesveterinärdirektorin Christina Riedl bestätigte im „NÖ heute“-Gespräch das Wissen über den Tod der Tiere im Vorjahr. „Ja, das stimmt. Einen Lüftungsausfall, ein technisches Gebrechen kann es geben. Sowas kann auch bei ordentlich geführten Betrieben leider vorkommen“, sagte Riedl.

In solchen Fällen werde der Vorfall der Behörde gemeldet, die dann kontrolliere, ob das Lüftungssystem wieder funktioniere und welche Maßnahmen der Betrieb ergriffen habe. Die Verantwortung liege jedoch beim Tierhalter oder der Tierhalterin, betonte Riedl. Wenn jede Person die Verantwortung für ihre Tiere übernehme, passiere so etwas nicht.

Der Fall aus dem Bezirk Amstetten sei für sie „äußerst bedrückend“, so die Leiterin der Landesabteilung für Veterinärangelegenheiten. Der Betrieb wurde umgehend geschlossen.

6.000 Kontrollen jährlich in Niederösterreich

In Niederösterreich werden laut Riedl pro Jahr rund 6.000 Kontrollen auf landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Es gebe einen jährlich erarbeiteten Kontrollplan. Größere Betriebe, solche mit mehreren Tierarten oder Betriebe mit Auffälligkeiten in der Vergangenheit würden öfter stichprobenartig kontrolliert. Hinzu kämen Verdachtskontrollen, bei denen Amtstierärzte zeitnah vor Ort sein müssten.

Riedl appellierte an Landwirte, rechtzeitig Hilfe zu suchen, wenn sie überfordert seien. Sie könnten sich an die Landwirtschaftskammer wenden.

Kammer: Zustände „absolut inakzeptabel“

Die Landwirtschaftskammer bezeichnete die Zustände am Dienstag auf Anfrage als „absolut inakzeptabel“. Der Fall sei Gegenstand laufender Ermittlungen der Behörden. Verstöße gegen Tierhaltungsvorschriften seien gemäß den gesetzlichen Vorgaben zu ahnden. Solche Zustände würden nicht die gewissenhafte Arbeit aller anderen schweinehaltenden Betriebe repräsentieren.

Die Kammer verwies auf Unterstützungsangebote für Bäuerinnen und Bauern. Das Bäuerliche Sorgentelefon unter der Nummer 0810/676810 biete psychosozial geschulte Ansprechpartner. Zudem gebe es die Beratungsstelle Lebensqualität Bauernhof für persönliche Beratungen zur Unterstützung im bäuerlichen Alltag.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3366592/

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