45 Rinder wandern 17 Kilometer von der Piffalm ins Tal
Die Landwirtschaftliche Fachschule Bruck feiert am 5. September den 20. Almabtrieb. 45 Tiere legen dabei die Strecke von der Piffalm in Fusch bis zum Schulgelände zurück – eine Wanderung, die mehr als vier Stunden dauert.
Das Team der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Bruck steckt derzeit in den finalen Vorbereitungen für den traditionellen Almabtrieb. In aufwendiger Handarbeit entstehen Gestecke aus bunten Blumen und Kräutern, die als individueller Kopfschmuck für die Rinder dienen. Die Veranstaltung findet am 5. September bereits zum 20. Mal statt.
Insgesamt 45 Tiere machen sich von der Piffalm in Fusch an der Großglocknerstraße auf den Weg zur LFS Bruck. Für die rund 17 Kilometer lange Strecke bis zum Stall am Schulgelände benötigen sie mehr als vier Stunden. Nach etwa zwei Stunden ist eine Rast vorgesehen. Entlang des Weges werden zahlreiche Einheimische und Gäste den Almabtrieb verfolgen.
Festzelt öffnet zu Mittag
Ab 12 Uhr ist das Festzelt auf dem Gelände der LFS Bruck geöffnet. Die Ankunft der Tiere wird gegen 15 Uhr erwartet. Begleitet werden die Rinder von sogenannten Treibern.
„Auch für sie ist dieser Tag immer etwas Besonderes. Wir sind sehr glücklich, dass alle Tiere gesund geblieben sind – jetzt hoffen wir noch auf einen unfallfreien Almabtrieb“, sagt Christian Dullnigg, Direktor der LFS Bruck.
Das Jungvieh sowie Schafe, Ziegen und Pferde verbleiben je nach Witterung noch bis Anfang Oktober auf der Alm, allerdings auf tiefer gelegenen Weideflächen.
Almwirtschaft als wichtiger Ausbildungsbestandteil
Die anhaltende Trockenheit und einige versiegte Quellen stellten heuer zwar Herausforderungen dar, dennoch waren auf der Alm ausreichend Futter und Wasser vorhanden. Für die LFS Bruck hat die Almwirtschaft einen hohen Stellenwert und ist zudem fester Bestandteil des Unterrichts.
„Viele unserer Schülerinnen und Schüler besitzen auf ihren Heimathöfen ebenfalls eine Alm oder arbeiten im Sommer am Berg. Eine nachhaltige Nutzung der sensiblen Almböden im Zusammenspiel von Pflanzen, Nutztieren, Wildtieren, Insekten und Bodenleben erfordert Fachwissen und ökologisches Verständnis. Gerade in einer Zeit des Klimawandels ändert sich auch die Bewirtschaftung. All das wollen wir den künftigen Bäuerinnen und Bauern vermitteln“, erklärt Direktor Dullnigg.
Die Piffalm nimmt dabei eine zentrale Rolle in der Ausbildung ein. Als Lehralm ist sie regelmäßig Teil des praktischen Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler kümmern sich um die Pflege der Alm, wirken bei Instandhaltungsarbeiten mit und erwerben Kenntnisse über eine nachhaltige Bewirtschaftung mit verschiedenen Tierarten.
„Auch der dazugehörige Almwald wird bewirtschaftet – von der Pflanzung von Bäumen bis zur Starkholzernte. Die Alm bildet gemeinsam mit dem Piffgut in Bruck das Herzstück der landwirtschaftlichen Ausbildung im Pinzgau“, betont Landesrat Maximilian Aigner.
Almauftrieb bereits Ende April
Der Almauftrieb erfolgte heuer bereits Ende April. Während des Sommers wurden die Kühe ebenso wie Pferde, Schafe und Ziegen rund um die Uhr von der neuen Melkerin Sonja Schmeller betreut. Unterstützung erhielt sie dabei von Anton Steiner, ihrem Kollegen vom Landwirtschaftsbetrieb Piffgut.
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