490 Baupleiten in Österreich – FW fordert Bau-Turbo

Die Freiheitliche Wirtschaft schlägt Alarm: Im ersten Halbjahr 2026 meldeten fast 490 Bauunternehmen in Österreich Insolvenz an, allein in Niederösterreich über 90 Betriebe. Die FW macht die Bundesregierung für die Krise verantwortlich und fordert drastische Vereinfachungen.
Die Baubranche steckt in einer schweren Krise. Laut Freiheitlicher Wirtschaft (FW) gingen im ersten Halbjahr 2026 österreichweit bereits knapp 490 Baubetriebe in Konkurs, mehr als 90 davon in Niederösterreich. Die Interessenvertretung wirft der Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und Neos vor, keine wirksamen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Zahlen zeigen ein dramatisches Bild: 2025 schrumpfte die Baubranche real um 2,9 Prozent. Die Nachfrage im Inland bleibt schwach, die Baubewilligungen verharren trotz leichter Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Betroffen seien nicht nur Bauunternehmen selbst, sondern auch Installateure, Elektriker, Tischler, Planer, Baustoffhändler und regionale Zulieferer, die direkt von der Baukonjunktur abhängen.
Kritik an neuen Vorschriften und Auflagen
Die FW kritisiert, dass die Politik das Bauen durch immer neue Vorschriften, Nachweise und Auflagen verteuere. Mit zusätzlichen Nachhaltigkeitsvorgaben wie der geplanten OIB-Richtlinie 7 drohe die nächste Kosten- und Bürokratiewelle. Wer von leistbarem Wohnen spreche, gleichzeitig aber durch praxisferne Vorgaben die Baukosten in die Höhe treibe, handle widersprüchlich und standortfeindlich, so die Kritik.
Forderungen nach Vereinfachung und Beschleunigung
Die Freiheitliche Wirtschaft verlangt einen „echten Bau-Turbo“: Das Baurecht solle vereinfacht und stärker vereinheitlicht werden, OIB-Richtlinien müssten auf Kosten und Praxistauglichkeit überprüft werden. Zudem fordert die FW die Beseitigung von Gold Plating, die Streichung überzogener Auflagen und eine massive Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Investitionen müssten sich wieder rechnen und Bauen wieder möglich werden.
Christoph Hofbauer, Bundesfachrat für Bau der Freiheitlichen Wirtschaft und Geschäftsführer eines Planungsbüros, erklärt: „Die Bundesregierung lässt unsere Bauwirtschaft und das gesamte Baunebengewerbe sehenden Auges ausbluten. Hinter jeder Insolvenz stehen Unternehmer, Beschäftigte, Familien und wertvolles Know-how.“ Er fordert einen Befreiungsschlag für den Bau: „Auflagen runter, Verfahren beschleunigen, Investitionen ermöglichen und Bauen wieder leistbar machen. Unser Maßnahmenpaket liegt auf dem Tisch – die Regierung muss endlich handeln!“
Quelle: OTS
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