50 Millionen Euro für neue Gasleitung in Obersteiermark

Pia ProdingerPia Prodinger
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© Alesia Kozik / Pexels (Symbolbild)

Die Energienetze Steiermark errichten zwischen Bruck an der Mur und St. Michael/Traboch eine neue Gasleitung. Das Projekt kostet rund 50 Millionen Euro und ist bereits für den Transport von Wasserstoff ausgelegt.

Die Energienetze Steiermark, eine Tochter der Energie Steiermark, investieren in ein Großprojekt für die Gasversorgung im obersteirischen Wirtschaftsraum. Die neue Leitung zwischen Bruck an der Mur und St. Michael/Traboch wird als H₂-ready-Gasleitung gebaut und kann künftig bis zu 100 Prozent Wasserstoff transportieren. Auch weitere erneuerbare Gase wie Biomethan oder synthetisches Methan sollen über die Leitung fließen können. Mit einer Investition von rund 50 Millionen Euro gehört das Vorhaben zu den größten Infrastrukturprojekten im steirischen Gasnetz.

„Mit diesem Projekt investieren wir gezielt in die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der Region“, erklären Martin Graf und Werner Ressi, das Vorstandsteam der Energie Steiermark. Die Leitung werde bereits heute wasserstofftauglich errichtet und schaffe damit die Grundlage für künftige Anwendungen. Sie sei ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung einer modernen Energieinfrastruktur und die langfristige Stärkung des Wirtschaftsraums.

Anspruchsvolle Topografie und technische Herausforderungen

Der Bau der Leitung erfolgt unter schwierigen topografischen Bedingungen. Entlang der Trasse müssen insgesamt rund 4.300 Höhenmeter bewältigt werden. Etwa ein Drittel der Strecke führt durch steile Hanglagen mit Neigungen von bis zu 40 Prozent, in einzelnen Abschnitten sogar bis zu 55 Prozent. Zahlreiche Gewässer, Bahnlinien und Verkehrswege müssen gequert werden, was höchste technische Präzision erfordert.

Ein besonderes Schlüsselstück des Projekts ist die Unterquerung der Mur. Mittels Horizontalspülbohrung wird die Leitung auf einer Länge von rund 380 Metern etwa 20 Meter unterhalb der Flusssohle verlegt. So kann die Mur ohne Eingriffe in die Oberfläche sicher passiert werden.

Fertigstellung Ende 2026 geplant

Für die Errichtung der Pipeline sind insgesamt rund 2.400 Schweißnähte erforderlich, die unter höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards ausgeführt und geprüft werden. Die Fertigstellung der Bauarbeiten der rund 26,5 Kilometer langen Leitung ist für Ende 2026 vorgesehen. Die Inbetriebnahme soll unmittelbar danach erfolgen. Seit dem Baustart im Jahr 2025 konnten bereits rund 80 Prozent der Rohrleitung verlegt und verschweißt werden. Auch ein großer Teil der Oberflächenwiederherstellung ist bereits abgeschlossen. Dabei werden die in Anspruch genommenen Flächen rekultiviert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt.

„Für eine sichere Energieversorgung der Zukunft braucht es nicht nur erneuerbare Erzeugung, sondern auch die passende Infrastruktur“, betonen Graf und Ressi. Erneuerbare Gase würden eine zentrale Rolle spielen, insbesondere in den Wintermonaten, wenn die Stromerzeugung aus Photovoltaik und Wasserkraft geringer ausfalle. Mit dem Projekt würden bereits heute die Voraussetzungen geschaffen, um diese Energieträger künftig zuverlässig und effizient zu transportieren und die Versorgung langfristig abzusichern.

Quelle: OTS

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