59.000 Tonnen Altreifen bleiben in Ohlsdorf im Boden

Mona HopfingerMona Hopfinger
Reifenstapel in Österreich
© spooe.at

Eine Altreifendeponie in Ohlsdorf wird nicht vollständig geräumt. Statt der 2011 vorgeschriebenen Räumung sollen 59.000 Tonnen Altreifen dauerhaft gesichert im Boden verbleiben. Die SPÖ kritisiert nach einem neuerlichen Brand fehlende Fristen und mangelnde Transparenz.

Nach einem Brand im Reifengranulatlager in Ohlsdorf ist die Debatte um die Sicherheit der Altreifendeponie neu entflammt. Eine parlamentarische Anfrage der SPÖ Oberösterreich an Umweltlandesrat Stefan Kaineder brachte nun Details ans Licht: Obwohl die komplette Räumung der Deponie bereits 2011 angeordnet wurde, legte die Behörde damals keine verbindliche Frist fest.

Thomas Antlinger, Landtagsabgeordneter der SPÖ, und Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu hatten die Anfrage eingebracht. Antlinger übt scharfe Kritik: „15 Jahre lang gab es keinen verbindlichen Endtermin für die Räumung. Jetzt sollen 59.000 Tonnen Altreifen einfach im Boden bleiben. Ein rechtskräftiger Bescheid ist doch kein unverbindlicher Wunschzettel!“

Dauerhafte Sicherung statt vollständiger Räumung

Anstelle der ursprünglich vorgeschriebenen Räumung wurde eine dauerhafte Sicherung der Deponie genehmigt. Die baulichen Arbeiten sollen bis Juni 2028 fertiggestellt sein. Die nachfolgende Überwachung ist zeitlich unbegrenzt vorgesehen.

Laut Anfragebeantwortung bleibt auch bei der geplanten Sicherung ein Restrisiko bestehen. Antlinger warnt: „Jahrelang wird die Räumung nicht vollständig durchgesetzt, dann werden wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Reifenverwertung berücksichtigt und am Ende soll die Allgemeinheit darauf vertrauen, dass eine dauerhafte Überwachung ausreicht. So darf verantwortungsvolle Umweltpolitik nicht funktionieren.“

Feuerwehreinsatz am Wochenende

Am Wochenende mussten rund 30 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen mehrere Stunden lang einen Brand im Reifengranulatlager bekämpfen. Der Einsatz zeigt laut Antlinger, wie aufwendig die Brandbekämpfung bei Reifenmaterial ist.

Der SPÖ-Abgeordnete fordert eine neuerliche Prüfung der Sicherheitsmaßnahmen und vollständige Transparenz bei den langfristigen Kosten. Für die Sicherung und eine zehnjährige Überwachung wurden rund 485.000 Euro veranschlagt. Wie die zeitlich unbegrenzte Kontrolle finanziert werden soll, bleibt offen.

„Landeshauptmann Stelzer und Umweltlandesrat Kaineder müssen erklären, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Die vollständige Räumung muss weiterhin das Ziel sein. Die Politik darf ihre Verantwortung nicht gemeinsam mit 59.000 Tonnen Altreifen unter der Erde begraben“, so Antlinger abschließend.

Quelle: https://www.spooe.at/2026/10/15/reifen-skandal-in-ohlsdorf-59-000-tonnen-altreifen-bleiben-trotz-brandrisiko-im-boden

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