616 Waldbrände heuer: NÖ startet Präventionskampagne

Mathias FischerMathias Fischer
Feuerwehr-Vertreter mit Plakat zum Waldbrandrisiko in Niederösterreich
© NLK Pfeiffer

In Niederösterreich hat es heuer bereits 616 Wald- und Flurbrände gegeben. Besonders im Osten des Bundeslandes herrscht laut Europäischem Waldbrand-Informationssystem extreme Gefahr. Das Land reagiert mit einer neuen Schwerpunkt-Kampagne zur Prävention.

Stephan Pernkopf, Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, präsentierte am Dienstag im Kaiserwald von St. Pölten gemeinsam mit Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und Christoph Kainz, Präsident des Zivilschutzverbandes Niederösterreich, eine neue Kampagne gegen Waldbrände. Vor allem im Weinviertel, im Marchfeld, im Wiener Becken und im Industrieviertel bestehe derzeit extreme Waldbrandgefahr.

Kostenlose Transparente für alle Gemeinden

Die Kampagne stellt jeder Gemeinde in Niederösterreich kostenlose Transparente mit dem Aufdruck „Erhöhte Waldbrandgefahr“ zur Verfügung. Diese sollen an Einstiegsstellen für Wanderwege und auf Parkplätzen aufgestellt werden. Zusätzlich werden Plakate im A1-Format in unbegrenzter Stückzahl bereitgestellt, wie Kainz erläuterte.

Der Präsident des Zivilschutzverbandes sprach von einem Beispiel funktionierender Zivilgesellschaft. Niederösterreich sei eine der sichersten Regionen Europas, was der Sicherheitsfamilie zu verdanken sei. Die Kernaufgabe liege im Bereich der Prävention und Eigenverantwortung.

Strafen bis zu 7.270 Euro möglich

Pernkopf verwies auf die in allen Bezirken geltenden Waldbrand-Verordnungen. Diese verbieten bei Geldstrafen bis zu 7.270 Euro oder vier Wochen Freiheitsstrafe Lagerfeuer, Grillen, Rauchen und das Wegwerfen brennender Gegenstände auch auf trockenen Wiesen. Über 300 eigene Waldfachpläne mit Zufahrtswegen, Orientierungspunkten und Wasserentnahmestellen seien für den Ernstfall erstellt worden.

„Jeder kleine Funke wird zur großen Gefahr, daher gilt es, Hirn und Hausverstand einzuschalten“, appellierte der Landeshauptmann-Stellvertreter. Der beste Schutz vor Bränden sei, wenn sie erst gar nicht entstehen. Er rief zur Eigenverantwortung auf: Risiko vermeiden und Brände verhindern.

Feuerwehren mit 600 Spezialkräften gerüstet

Fahrafellner betonte, die Feuerwehren seien gut vorbereitet, bestens ausgebildet und hätten aufgerüstet. Seit 2024 hätten sich die Einsatzstunden in diesem Bereich auf 13.000 alleine im ersten Halbjahr verdreifacht. Der Sonderdienst Waldbrand umfasse 600 Kameradinnen und Kameraden, von denen immer 150 bis 200 einsatzbereit seien.

Zudem stünden 33 Spezialfahrzeuge zur Verfügung. Auch bei Falttanks und Löschbehältern habe man aufgerüstet.

Quelle: https://www.kirchberg-pielach.at/Schwerpunkt-Kampagne_zur_Praevention_von_Waldbraenden

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