616 Waldbrände in Niederösterreich: Neue Kampagne gestartet
In Niederösterreich hat es heuer bereits 616 Wald- und Flurbrände gegeben. Das Land startet nun eine Schwerpunkt-Kampagne zur Prävention. Alle Gemeinden erhalten kostenlose Warntransparente für Wanderwege und Parkplätze.
Das Land Niederösterreich hat am 14. Juli im Kaiserwald von St. Pölten eine neue Präventionskampagne gegen Waldbrände präsentiert. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) warnte vor der aktuellen Lage: „Im heurigen Jahr hat es bereits 616 Wald- und Flurbrände gegeben, vor allem im Osten Niederösterreichs, im Weinviertel, im Marchfeld, im Wiener Becken und im Industrieviertel, besteht laut Europäischem Waldbrand-Informationssystem extreme Gefahr“, so Pernkopf.
Transparente und Plakate für alle Gemeinden
Im Rahmen der Kampagne erhalten alle niederösterreichischen Gemeinden Transparente mit der Aufschrift „Erhöhte Waldbrandgefahr“ sowie weitere Informationen. Diese sollen an Wanderwegen, Parkplätzen und anderen Einstiegsstellen angebracht werden. Zusätzlich werden Plakate im A1-Format in unbegrenzter Stückzahl zur Verfügung gestellt, erklärte Christoph Kainz, Präsident des Zivilschutzverbandes Niederösterreich.
Kainz bezeichnete die Initiative als Beispiel für funktionierende Zivilgesellschaft: „Niederösterreich ist eine der sichersten Regionen Europas, das verdanken wir der Sicherheitsfamilie. Unsere Kernaufgabe ist es, im Bereich der Prävention und Eigenverantwortung tätig zu sein.“
Geldstrafen bis 7.270 Euro möglich
Pernkopf verwies auf die in allen Bezirken geltenden Waldbrand-Verordnungen. Diese verbieten Lagerfeuer, Grillen, Rauchen und das Wegwerfen brennender Gegenstände auch auf trockenen Wiesen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 7.270 Euro oder vier Wochen Freiheitsstrafe.
Über 300 eigene Waldfachpläne mit Zufahrtswegen, Orientierungspunkten und Wasserentnahmestellen seien für den Ernstfall erstellt worden. „Jeder kleine Funke wird zur großen Gefahr, daher gilt es, Hirn und Hausverstand einzuschalten. Jedes Risiko muss vermieden werden. Der beste Schutz vor Bränden ist, wenn sie erst gar nicht entstehen“, appellierte der LH-Stellvertreter an die Eigenverantwortung.
Feuerwehren mit 600 Spezialkräften
Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner betonte die Einsatzbereitschaft: „Unsere Feuerwehren sind gut vorbereitet, bestens ausgebildet und haben aufgerüstet. Seit 2024 haben sich die Einsatzstunden in diesem Bereich auf 13.000 alleine im ersten Halbjahr verdreifacht.“
Der Sonderdienst Waldbrand umfasst 600 Kameradinnen und Kameraden, von denen stets 150 bis 200 einsatzbereit sind. Zusätzlich stehen 33 Spezialfahrzeuge zur Verfügung. Auch bei Falttanks und Löschbehältern habe man aufgerüstet, so Fahrafellner.
Quelle: https://www.hochneukirchen-gschaidt.at/Schwerpunkt-Kampagne_zur_Praevention_von_Waldbraenden
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