65 Prozent gehen im Burgenland krank zur Arbeit

Trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen – dieses Verhalten ist laut Arbeiterkammer im Burgenland weit verbreitet. Fast zwei Drittel der Beschäftigten arbeiteten im Vorjahr krank. Der Wert ist gestiegen und erreicht einen neuen Höchststand.
65 Prozent der burgenländischen Beschäftigten sind im Vorjahr trotz Krankheit zur Arbeit gegangen oder haben im Homeoffice gearbeitet, anstatt sich krankzumelden. Das zeigt der AK-Arbeitsklimaindex. Dieses sogenannte Präsentismus-Verhalten führe oft zu längeren Krankheitsphasen, Burnout und erheblichen wirtschaftlichen Produktivitätsverlusten, warnt Brigitte Ohr-Kapral von der Arbeiterkammer.
Rekordwert im Burgenland
Der Präsentismus-Wert im Burgenland ist laut AK-Arbeitsklimaindex von 2024 auf 2025 um 3 Prozentpunkte gestiegen und hat damit einen neuen Rekordwert erreicht. Besonders stark ausgeprägt ist das Phänomen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im Einzelhandel – Branchen, in denen es oft Probleme mit den Arbeitsbedingungen gibt.
Die Gründe für das Verhalten sind vielfältig: 63 Prozent der Befragten geben an, aus Pflichtgefühl gegenüber Kolleginnen und Kollegen krank zu arbeiten. Bei 40 Prozent würde die Arbeit liegen bleiben. 15 Prozent sagen, sie hätten Angst vor einer Kündigung. Bei Frauen ist Präsentismus stärker ausgeprägt als bei Männern.
Homeoffice verstärkt das Problem
Besonders im Homeoffice zeigen die Zahlen einen besorgniserregenden Trend: Bei Beschäftigten, die ihre Arbeit von zu Hause erledigen können, geben 61 Prozent an, krank gearbeitet zu haben. Der AK-Arbeitsklimaindex macht deutlich, dass mit der steigenden Verbreitung des Homeoffice seit der Corona-Pandemie auch der Präsentismus steigt.
Warnung vor gesundheitlichen Folgen
„Krank arbeiten ist schlecht für die Gesundheit und es kann auch nicht im Sinn der Arbeitgeber:innen sein, dass sich die Beschäftigten nicht auskurieren können oder andere anstecken“, warnt AK-Expertin Ohr-Kapral. Werde trotz Erkrankung gearbeitet, könne das den Gesundheitszustand nicht nur verschlechtern, sondern auch Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Das sei für jede und jeden nachteilig.
Kranke Beschäftigte seien zudem weniger leistungsfähig, die Fehleranfälligkeit steige, was zusätzliche Ressourcen zur Fehlerkorrektur erforderlich mache. Auch Arbeits- und Wegunfälle könnten in dem Zusammenhang zum Thema im Betrieb werden. Die Ansteckung von Kolleginnen und Kollegen könne zusätzliche Krankenstände nach sich ziehen.
Quelle: https://bgld.arbeiterkammer.at/service/presse/Krank-zur-Arbeit-.html
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