68 Tonnen Blei: Weizer Firma baut Strahlenschutz in Graz

Pia ProdingerPia Prodinger
Bleischutz im Bauwesen: Bleiglas, Bleibleche und Lüftungssysteme
© Mit KI (Gemini) generiert

Für den Neubau der Universitätsklinik für Radiologie am LKH-Universitätsklinikum Graz hat das Unternehmen Lieb Bau Weiz den kompletten Trockenbau übernommen. Dabei wurden 68 Tonnen Blei für den Strahlenschutz verarbeitet.

Am LKH-Universitätsklinikum Graz entsteht mit dem Neubau der Universitätsklinik für Radiologie eine der modernsten radiologischen Einrichtungen des Landes. Auf rund 20.000 Quadratmetern Nettogeschoßfläche werden sämtliche Einheiten der bildgebenden Diagnostik und Nuklearmedizin untergebracht – von MRT- und CT-Systemen über interventionelle Radiologie bis hin zu hochspezialisierten Forschungsbereichen und Laboren. Der Trockenbau spielt dabei eine zentrale Rolle: Er sorgt dafür, dass Strahlung innerhalb des Gebäudes kontrolliert bleibt und sensible Bereiche zuverlässig abgeschirmt werden.

Für diese Aufgabe ist das oststeirische Unternehmen Lieb Bau Weiz verantwortlich. „Der Radiologie-Neubau in Graz ist für uns ein Leuchtturmprojekt – nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern insbesondere wegen der technischen Tiefe“, erklären die geschäftsführenden Gesellschafter Josef Gasser und Doris Enzensberger-Gasser. Trockenbau werde hier zur sicherheitsrelevanten Disziplin, bei der es um präzise Abschirmung unter höchsten medizinischen Anforderungen gehe.

Präzisionsarbeit ohne Nachbesserungen

Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Insgesamt wurden rund 18.000 Quadratmeter Wände und 14.000 Quadratmeter Vorwandkonstruktionen errichtet. Ein erheblicher Teil davon ist mit integrierten Bleieinlagen von bis zu 16 Millimetern Stärke ausgestattet. Insgesamt verarbeitete das Unternehmen 68 Tonnen Blei.

„Wir sprechen hier von einem Gebäude, in dem Strahlung aktiv eingesetzt wird – und entsprechend vollständig kontrolliert werden muss“, erklärt Projektleiter Stefan Luisser. Jede Wand, jede Durchführung, jeder Anschluss sei sicherheitsrelevant. Jeder einzelne Raum wurde messtechnisch überprüft. Dass am Ende keine Nachbesserungen nötig waren, zeige das hohe Niveau der Arbeit.

Die Umsetzung erfolgte in wesentlichen Teilen in Handarbeit: Jede Wanddurchführung, jede Öffnung, jede Installationsebene musste gesondert abgeschottet werden, um selbst kleinste Strahlungsleckagen auszuschließen. Ergänzt wird das System durch verstärkte Stahlzargen, Bleiglasfenster mit bis zu 300 Kilogramm Gewicht sowie komplexe Abschottungen im Deckenbereich.

Logistische Herausforderung mit drei Lkw-Zügen täglich

In Spitzenzeiten waren bis zu 30 Monteure gleichzeitig in mehreren Bauabschnitten im Einsatz. Aufgrund minimaler Lagerflächen musste das Material just-in-time angeliefert werden – teilweise mit bis zu drei Lkw-Zügen pro Tag, abgestimmt auf sämtliche parallel laufenden Gewerke.

Hinzu kommt die hohe Dichte an technischer Gebäudeausrüstung: Allein im Deckenbereich wurden rund 8.000 Quadratmeter abgehängte Konstruktionen realisiert, ergänzt durch mehr als drei Kilometer an Weitspannträgern, um Installationen und Raumhöhen von bis zu neun Metern abzubilden. Gleichzeitig mussten rund 850 Revisionsöffnungen integriert werden, um die Wartung der Systeme dauerhaft sicherzustellen.

In derart komplexen Vorhaben konnte Lieb Bau Weiz bereits mehrfach sein Know-how unter Beweis stellen: So ist das Unternehmen aktuell unter anderem am Bau des Center of Physics in Zusammenarbeit mit der Universität Graz und TU Graz beteiligt und realisierte zuletzt umfangreiche Ausbauarbeiten für eine Grazer Forschungseinrichtung – darunter die Verlegung von Fliesen auf einer Fläche von rund einem Hektar.

Quelle: OTS

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