74 Musikschulen ab Herbst – NÖ startet größte Reform seit 25 Jahren

Niederösterreich ordnet sein Musikschulwesen grundlegend neu. Mit dem kommenden Schuljahr werden aus 113 Einrichtungen 74 Musik- und Kunstschulen, die ein erweitertes Angebot bieten. Die Zahl der geförderten Unterrichtsstunden steigt auf einen Rekordwert.
Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 tritt in Niederösterreich eine umfassende Neustrukturierung der Musikschulen in Kraft. Durch verstärkte Kooperationen zwischen Gemeinden und neue Verwaltungssynergien reduziert sich die Anzahl der Einrichtungen von bisher 113 auf künftig 74. Diese sind dafür breiter aufgestellt.
30 der 74 Musikschulen werden als Musik- und Kunstschulen geführt. Das ermöglicht ihnen, neben Musik und Darstellender Kunst auch Fächer aus den Bereichen Bildende Kunst, Medienkunst oder Literatur anzubieten. Bisher war dies nur Modellregionen vorbehalten.
„Ich freue mich, dass im Musikschulwesen des Landes Niederösterreich so viel Dynamik ist und so viele Musikschulen sofort zugesagt haben, im nächsten Jahr auch Kunstfächer zu unterrichten“, wird Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zitiert. „Damit schaffen wir für viele Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, lokal in den Gemeinden Kunstunterricht zu erhalten – das ist ein Meilenstein für die Belebung der Regionalkultur.“
Mehr als ein Drittel der Einrichtungen hat bereits zugesagt, ab Herbst Kunstfächer anzubieten. Zahlreiche weitere haben Interesse bekundet, im übernächsten Schuljahr nachzuziehen.
Rekord bei geförderten Unterrichtsstunden
Die Zahl der vom Land geförderten Wochenstunden steigt um 506 auf insgesamt 34.133 Unterrichtsstunden pro Woche – ein bisher unerreichter Höchstwert. Auch die Zahl der beteiligten Gemeinden erhöht sich von 515 auf 517 von insgesamt 573 Gemeinden in Niederösterreich.
„Noch nie zuvor in der Geschichte des Landes gab es so viele geförderte Unterrichtsstunden für niederösterreichische Kinder und Jugendliche“, so Mikl-Leitner.
Hintergrund der Aufstockung ist die hohe Nachfrage: Viele Musik- und Kunstschulen haben mehr Interessenten als verfügbare Kapazitäten.
Rund 63.000 Schülerinnen und Schüler
Im laufenden Schuljahr 2025/2026 erreichten die niederösterreichischen Musik- und Kunstschulen mit rund 63.000 Schülerinnen und Schülern einen neuen Höchstwert. Derzeit unterrichten 2.150 Lehrende an den Einrichtungen.
Martin Lammerhuber, Geschäftsführer der Kultur.Region.Niederösterreich, bezeichnet Musik- und Kunstschulen als „wichtige Ausbildungsstätten und Institutionen der Regionalkultur, wo Tradition und Innovation Platz haben und Begegnung und echtes Miteinander im Vordergrund stehen.“
Tamara Ofenauer-Haas, Geschäftsführerin des MKM Musik & Kunst Schulen Management NÖ, freut sich, „dass so viele Kinder und Jugendliche gemäß unseres Mottos ‚Durch Musik.Kunst.Kultur wachsen' in ihrer Entwicklung begleitet werden.“
Neue Indikatoren im Förderwesen
Der neue Musikschulplan führt erstmals Indikatoren als Teil des Förderwesens ein. Zusätzlich zur Drittelförderung der Personalkosten und einer Strukturförderung können Musik- und Kunstschulen unter bestimmten Voraussetzungen ihre Förderung um weitere Prozentpunkte erhöhen.
Mit dem Plan wird ein umfassender Reformprozess abgeschlossen, der die Entwicklungsarbeiten der vergangenen Jahre bündelt und die Einrichtungen für die Zukunft aufstellt.
Quelle: OTS
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