77 Schulwegunfälle in der Steiermark – Grüne fordern Aufklärung

In der Steiermark ereigneten sich im Vorjahr 77 Schulwegunfälle, bei denen 86 Kinder verletzt wurden. Die Grünen richten nun eine Anfrage an die Landesregierung und wollen wissen, warum die Zahlen so stark gestiegen sind.
Die Zahl der Schulwegunfälle in der Steiermark ist 2025 deutlich gestiegen. Laut einer VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria kam es zu 77 Unfällen – ein Anstieg um rund 60 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Dabei wurden 86 Kinder verletzt, neun davon schwer. So viele Schulwegunfälle gab es in der Steiermark seit 2019 nicht mehr.
Auch österreichweit zeigt die Statistik einen deutlichen Anstieg: 537 Schulwegunfälle bedeuten ein Plus von 28 Prozent, 577 Kinder wurden verletzt. In Tirol kam ein siebenjähriges Kind ums Leben. Die Zahl der Schulwegunfälle ist damit so hoch wie seit 2016 nicht mehr.
Anfrage an Verkehrslandesrätin Holzer
Lambert Schönleitner, Verkehrssprecher der Grünen, hat gemeinsam mit den Abgeordneten Sandra Krautwaschl und Veronika Nitsche eine schriftliche Anfrage an Verkehrslandesrätin Claudia Holzer eingebracht. Die Grünen wollen unter anderem wissen, was die konkreten Ursachen für den starken Anstieg sind und welche Bezirke und Gemeinden besonders betroffen sind.
Weitere Fragen betreffen die Bewertung der VCÖ-Forderung nach einem längeren Halteverbot vor Schutzwegen sowie die Umsetzung von Tempo 30 auf Landesstraßen rund um Schulen. Auch die Höhe der Mittel für Schulwegsicherung 2025 und die Planung für 2026 sind Thema. Zudem interessieren sich die Grünen für Förderungen, die Gemeinden für Schulstraßen, Pedibusse oder Bicibusse erhalten können.
Werkzeuge für mehr Sicherheit vorhanden
Schönleitner betont, dass die Möglichkeiten für sicherere Schulwege heute besser seien als noch vor einigen Jahren. Er verweist auf die frühere Verkehrsministerin Leonore Gewessler, unter der Tempo 30 vor Schulen erleichtert und Schulstraßen in der Straßenverkehrsordnung verankert wurden. Schulstraßen sind Straßenabschnitte, die etwa zu Schulbeginn und -ende für den Autoverkehr gesperrt werden.
Aus Sicht der Grünen stellt sich nun die Frage, wo in der Steiermark diese Möglichkeiten noch konsequenter genutzt werden könnten. Maßnahmen wie Tempo 30 im Schulumfeld, sichere Gehwege und Schutzwege, bessere Beleuchtung oder mehr Unterstützung für Pedibusse und Bicibusse könnten die Sicherheit erhöhen. Bei Pedi- und Bicibussen kommen Kinder gemeinsam zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule.
Für Schönleitner ist gerade der Schulstart der richtige Zeitpunkt, um die Schulwege genau zu betrachten. Wenn Eltern oder Kinder an einer Stelle jeden Tag ein ungutes Gefühl hätten, solle die Verkehrslandesrätin prüfen, was sich dort konkret verbessern lasse. „Am Ende geht's darum, dass Kinder sicher in die Schule und wieder heimkommen“, so Schönleitner.
Quelle: https://zukunftsteiermark.at/schulwegunfaelle-steiermark-tempo-30
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