800 Pädagogen diskutieren Bildungszukunft in Bregenz

Mathias FischerMathias Fischer
Vorarlberger Bildungsforum in Bregenz mit großem Publikum und WKO-Logo auf der Bühne
© Matthias Rhomberg

Mehr als 800 Pädagoginnen, Pädagogen und Bildungsinteressierte kamen am 4. November 2026 zum fünften Vorarlberger Bildungsforum ins Festspielhaus Bregenz. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg lud zur größten Bildungsveranstaltung des Landes.

Zum fünften Mal versammelte sich die Bildungsszene in der Werkstattbühne des Festspielhauses Bregenz. Das Motto der von der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) initiierten Veranstaltung lautete „Bildung.Zukunft.Mensch.“

Die Initiative geht auf das Jahr 2013 zurück. Der damalige WKV-Präsident Manfred Rein, der 2016 verstarb, hatte betont: „Bildung ist der einzige Rohstoff, den wir haben.“ Seither entwickelte sich das Forum zu einer festen Institution.

Wirtschaftskammer sieht Bildung als Standortfaktor

WKV-Präsident Karlheinz Kopf eröffnete das Forum mit einem Appell: „Bildung bewegt, Bildung interessiert und Bildung ist eine zentrale Zukunftsfrage für unser Land.“ Die hohe Teilnehmerzahl zeige die Bereitschaft, das Bildungssystem weiterzuentwickeln. Diese Chance müsse gemeinsam genutzt werden.

Kopf betonte die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort: „Die Zukunft Vorarlbergs entscheidet sich auch in Klassenzimmern, Werkstätten, Hörsälen und Ausbildungsbetrieben.“ Neben Lesen, Schreiben und Rechnen müsse Schule Neugier wecken, Kreativität fördern und Eigenverantwortung stärken. Dafür brauche es das Zusammenspiel von Schulen, Pädagogen, Eltern, Politik und Wirtschaft.

Gudrun Petz-Bechter, Direktor-Stellvertreterin der WKV, ergänzte: „Gut ausgebildete Menschen sind die wichtigste Ressource unseres Landes.“ Sie seien Grundlage für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität. Das Bildungsforum solle Impulse geben und Wirkung erzielen. Ideen sollten nicht im Veranstaltungsraum bleiben, sondern in die Praxis finden.

Zukunftsforscherin fordert Kombination aus menschlicher und künstlicher Intelligenz

Drei Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Steffi Burkhart, Zukunftsforscherin und Generationenexpertin, sprach über „Future Skills 2035“ und das Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit Digitalisierung, KI und gesellschaftlichem Wandel. Ihr Fokus liegt auf den Generationen Y, Z und Alpha sowie auf Zukunftskompetenzen. „Junge Menschen sind die Schlüsselgeneration. Wir müssen das Feuer, das in uns brennt auf die junge Generation übertragen“, sagte Burkhart. Erfolg sei die Kombination aus menschlicher und künstlicher Intelligenz.

Der österreichische Lehrer und Kabarettist Andreas Ferner sorgte mit Auszügen aus seinem Programm „Stundenwiederholung“ für Unterhaltung.

Marcell Heinrich, Bildungsexperte und Gründer der Hero Society, referierte über „Generation Null Bock?“ und wie Schule und Wirtschaft junge Talente erkennen und entfalten können. Seit über zwei Jahrzehnten begleitet er junge Menschen, Eltern, Lehrkräfte und Unternehmen dabei, Talente sichtbar zu machen. Seine Überzeugung: „Talente schlummern oft dort, wo wir sie nicht suchen.“ An einem Zeugnis könne man vieles ablesen, aber nicht, was in einem Menschen stecke.

Bildungsforum seit 2013 etabliert

Das erste Bildungsforum fand 2013 unter dem Titel „Schule der Zukunft“ mit Richard David Precht sowie Wolfgang Vogelsaenger und Margit Rasfeld statt. 2015 folgte „Wie eine gute Schule gelingen kann“ mit Precht, Markus Hengstschläger und Martin Korte. 2017 lautete das Thema „Die Sehnsucht nach den perfekten Schülern“ mit Gunter Dueck, Andreas Salcher und Angelika Knies. 2024 stand „Wirkung entfalten“ mit Silke Müller, Ali Mahlodji und Henning Beck auf dem Programm.

Quelle: https://www.wko.at/vlbg/news/bildungsforum

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