84.000 Namen von KZ-Opfern im Salzbergwerk eingelagert

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat gemeinsam mit Memory of Mankind die Namen aller bekannten Opfer des KZ-Systems Mauthausen-Gusen auf Keramiktafeln verewigt. Diese wurden im Salzbergwerk Hallstatt eingelagert, wo sie bis zu einer Million Jahre überdauern können.
Am 16. Oktober fand im Hallstätter Salzberg ein besonderer Gedenkakt statt. Alle 84.000 bekannten Namen der Opfer des KZ-Systems Mauthausen-Gusen wurden auf hundert Keramiktafeln im Format 20x20 Zentimeter festgehalten und im Bergwerk eingelagert.
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat das Projekt in Zusammenarbeit mit Memory of Mankind umgesetzt. Dank der konstanten Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Salzbergwerk können die Tafeln theoretisch bis zu einer Million Jahre überdauern.
Gegen die Vergänglichkeit digitaler Medien
Memory of Mankind setzt mit dem Projekt der Vergänglichkeit digitaler oder papierner Speichermedien etwas entgegen. Das Ziel ist, die wichtigsten Informationen der Menschheit für spätere Kulturen zu konservieren. Die KZ-Gedenkstätte hat schon früher allgemeine Informationen zum KZ-System gesammelt und abgelegt. Dass die Namen bewahrt werden, baut auf dem „Raum der Namen“ auf und entwickelt ihn weiter.
Bewegende Zeremonie im Stollen
Die Teilnehmenden fuhren mit der Bahn tief in einen Stollen des Salzbergwerks hinein, wo der eigentliche Gedenkakt stattfand. Jede Tafel wurde einzeln in eine Kiste gelegt, und dabei sprach jemand den Namen eines Opfers laut aus. Zum Schluss deckte man die Kisten mit Blumen zu.
Die Zeremonie zeigte, wie viele Menschen im KZ-System ermordet wurden. Sie berührte die Anwesenden zutiefst.
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